Schlagzeilen
Start des Berufungsprozesses: Le Pens politische Zukunft entscheidet sich vor Gericht

Heute beginnt der Berufungsprozess gegen die rechtsradikale Marine Le Pen wegen Veruntreuung von EU-Geldern. Das Urteil wird über ihre politische Zukunft entscheiden - und die des Rassemblement National.
Ihre politische Zukunft retten: Darum geht es für Marine Le Pen in den kommenden Wochen. Vor dem Berufungsprozess gibt sich die dreifache Präsidentschaftskandidatin des rechtsnationalen Rassemblement National (RN) diskret.
Ganz anders als nach der Verkündung des Urteils in erster Instanz, als Le Pen zum Frontalangriff gegen die Entscheidung ausgeholt hatte: Es sei ein verhängnisvoller Tag für die Demokratie und für Frankreich, hatte Le Pen im Sender TF1 betont.
Le Pen: Urteil soll Präsidentschaft verhindern
Die Richter hatten entschieden, dass Le Pen fünf Jahre lang nicht bei Wahlen antreten darf, und das Urteil mit sofortiger Wirkung verhängt - ein Schlag für ihre Ambitionen bei der Präsidentschaftswahl 2027. Die Entscheidung sei politisch motiviert, sagte Le Pen im französischen Fernsehen.
Die vorsitzende Richterin habe verhindern wollen, dass sie zur Präsidentin gewählt werden könne. Die Richter in erster Instanz hatten Marine Le Pen - und mit ihr 24 weitere Angeklagte - für schuldig befunden, über Jahre hinweg systematisch und organisiert EU-Gelder veruntreut zu haben.
Bardella als Le Pens möglicher Nachfolger
Sollte das Urteil im Berufungsprozess bestätigt werden, und damit Marine Le Pen von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen bleiben, dann gilt Parteichef Jordan Bardella als logischer Kandidat des RN. Bardella bemüht sich um Geschlossenheit. Er versicherte Le Pen gestern seine - so wörtlich - "totale Unterstützung" und Freundschaft.
Es wäre zutiefst besorgniserregend für die Demokratie, wenn die Justiz den Bürgern eine Kandidatin nehmen würde, die es bereits zweimal in die Stichwahl um das Präsidentenamt geschafft hat, sagte Bardella. Die "unumstrittene Favoritin" werde zeigen, dass sie unschuldig ist.
Noch ist Jordan Bardella offiziell nur der Ersatzkandidat. Doch in manchen Umfragen zu den Wahlabsichten der Franzosen für die Präsidentschaftswahl liegt er momentan an der Spitze - vor Marine Le Pen.
Le Pen und Bardella als Team?
Mit Bardella als möglicher, neuer Leitfigur könnte sich die inhaltliche Ausrichtung des Rassemblement National verschieben. Um Mehrheiten zu gewinnen, brauche die Partei aber beide, erklärt Politikwissenschaftler Benjamin Morel: "Der Großteil der heutigen RN-Wählerschaft kommt aus eher einfachen sozialen Verhältnissen - und findet sich vor allem in Marine Le Pen wieder."
Doch der RN sei auch auf die klassisch-konservativen Wähler angewiesen, die in wirtschaftlichen Fragen eine eher liberale Haltung haben. Diese Stimmen könnte laut Morel eher Jordan Bardella holen: "Die beide funktionieren also gemeinsam".
Urteil im Sommer erwartet
Neben Le Pens persönlicher politischer Zukunft und der Präsidentschaftswahl 2027 geht es in dem Berufungsprozess aber um noch mehr: nämlich das Verhältnis von Justiz und Politik in Frankreich.
Dass das Urteil in erster Instanz mit sofortiger Wirkung verhängt worden war, hatte auch bei einigen von Le Pens politischen Gegnern für Unbehagen gesorgt - und für zum Teil heftige Angriffe auf die Justiz. Die Anhörungen im Berufungsprozess sind bis zum 12. Februar angesetzt. Das Urteil wird laut französischen Medien im Sommer erwartet.
Proteste im Iran: Wadephul für härtere Sanktionen gegen Teheran

Bei einem Treffen mit seinem Amtskollegen Rubio in Washington hat sich Bundesaußenminister Wadephul für härte Sanktionen gegen den Iran ausgesprochen. Derweil will US-Präsident Trump Handelspartner Teherans mit 25 Prozent Zoll belegen.
Außenminister Johann Wadephul (CDU) hat nach einem Treffen mit US-Außenminister Marco Rubio schärfere Maßnahmen gegen die Führung in Teheran gefordert.
Im Iran sehe man ein "Unrechtsregime" ohne Legitimität im Volk, das gegen die eigene Bevölkerung Mittel einsetze, "die alle Regeln der Menschlichkeit verletzen", sagte Wadephul. Er kündigte an, die Bundesregierung werde versuchen, Sanktionen auf die iranische Führung auszuweiten. Dazu zähle eine Listung im Terror-Sanktionsregime der Europäischen Union. Diese habe bislang nicht durchgesetzt werden können, weil dafür Einstimmigkeit in der EU benötigt werde.
Schlag gegen Iran wäre Sache der USA
Die internationale Gemeinschaft müsse außerdem gemeinsam deutlich machen, dass sie solidarisch an der Seite des iranischen Volkes stehe, sagte Wadephul. Mit Rubio habe es dazu ein gemeinsames Verständnis gegeben. Deutschland und die USA wollten demnach darauf hinarbeiten, dass die G7-Staaten eine gemeinsame Erklärung abgeben.
Auf eine Frage nach einem möglichen militärischen Eingreifen der USA verwies Wadephul auf die Zuständigkeit der amerikanischen Regierung und des US-Präsidenten Donald Trump für entsprechende Entscheidungen. Es sei die Aufgabe der amerikanischen Regierung zu kommunizieren, ob und wann konkrete Maßnahmen ergriffen würden.
Trump erklärt 25-Prozent-Zoll für Irans Handelspartner
Trump hat derweil auf seiner Online-Plattform Truth Social erklärt, dass für alle Länder, die "Geschäfte mit dem Iran machen", US-Zölle in Höhe von 25 Prozent gelten sollen.
In dem kurzen Beitrag mit drei Sätzen wurde zunächst nicht klar, was genau die Formulierung "Geschäfte mit dem Iran machen" umfasst. Zu den wichtigsten Handelspartnern der Islamischen Republik, die von den USA und der EU mit weitreichenden Sanktionen belegt ist, gehören unter anderem Indien, China und die Türkei.
Im Zuge der Massenproteste gegen die Führung im Iran sind nach jüngsten Angaben der in Norwegen ansässigen Menschenrechtsgruppe Iran Human Rights (IHR) bereits mindestens 648 Demonstranten von Einsatzkräften getötet worden, darunter neun Minderjährige. Trump hatte vorletzte Woche ein Eingreifen der USA angekündigt, sollten Protestierende im Iran getötet werden.
Krankenhauschef: Notaufnahmen durch Glatteisunfälle "extrem belastet"

Unfälle durch Glatteis haben in den vergangenen Tagen die Notaufnahmen laut dem Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft "extrem belastet". Auch heute muss in einigen Landesteilen noch mit Glätte gerechnet werden.
Viele Unfälle durch Glatteis haben in den Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser für eine außergewöhnliche Belastung gesorgt. "Eis und Schnee haben uns in den vergangenen Tagen auch in den Notaufnahmen extrem belastet", sagte Gerald Gaß, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der Rheinischen Post.
"Wir haben eine große Zahl an Fußgängerunfällen gesehen - überwiegend mit kleineren Verletzungen und Brüchen, aber auch mit schweren Verkehrsunfällen durch glatte Straßen."
Das Winterwetter hatte in den vergangenen Tagen vielerorts für gefährliche Glätte und zahlreiche Unfälle gesorgt. Während sich die Lage im Westen Deutschlands weitgehend entspannt hat, müssen sich Menschen im Osten und Südosten weiterhin auf gefährliche Witterungsverhältnisse einstellen.
Hausärzte erwarten viele Nachbehandlungen
Für die Arztpraxen blieb das Patientenaufkommen bisher gut beherrschbar. "Vieles konnte direkt in unseren Praxen behandelt werden, in einigen Fällen mussten die Patientinnen und Patienten in die Kliniken überwiesen werden", sagte Markus Beier, Bundesvorsitzender des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands.
Allerdings erwarte er in den kommenden Tagen viele Patienten, bei denen nach einem Sturz die Nachbehandlung anstehe.
Winter-Chaos bei der Bahn : Politiker und Verbände fordern Konsequenzen

Im Sommer ist es die Hitze, im Winter der Schnee: Bei Extremwetter ist die Bahn ein extrem unzuverlässiges Verkehrsmittel. Dass sie nun wegen Wintersturm "Elli" tagelang den Fernverkehr einstellte, sorgt für Debatten.
Der Winter hat am vergangenen Wochenende vor allem in Norddeutschland gezeigt, was in ihm steckt. Sturm "Elli" brachte viel Schnee - und sorgte damit in weiten Teilen des Landes für Verkehrsprobleme. Doch dass die Bahn den gesamten Fernverkehr im Norden eingestellt hat, auch als der Sturm schon abgezogen war, ruft jetzt Politiker und Verbände auf den Plan.
Auch Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder von der CDU hat registriert, dass der Wintereinbruch zu Ausfällen und langen Fahrtzeiten geführt hat. Die Bahn werde analysieren, wo es künftig etwas zu verbessern gibt und Abläufe optimieren, sagte ein Sprecher seines Ministeriums.
Doch für Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbands Die Güterbahnen, reicht das nicht. Politik dürfe Aufarbeitung nicht nur fordern, sondern müsse sicherstellen und die Argumente der Bahn hinterfragen. Er verweist darauf, dass die Eisenbahn in anderen Ländern auch bei schlechtem Wetter ihre Funktion erfüllen kann.
Politisches Versagen oder höhere Gewalt?
Ähnliche Kritik kommt von Verkehrspolitikern im Bundestag. Christoph Ploß von der CDU sagte, es könne nicht sein, dass bei Winterwetter in Deutschland tagelang kaum Züge fahren. Grünen-Bahnexperte Matthias Gastel sieht den Bund in der Pflicht, mit der Bahn über ihr Krisenmanagement zu sprechen. Janis Ehling, Bundesgeschäftsführer der Linken, spricht in einem Zeitungsinterview von politischem Versagen.
Die Bahn selbst behauptet, für solche Situationen technisch gerüstet zu sein. Mehr als drei Viertel aller Weichen seien beheizt, auch die Räumtechnik habe funktioniert und reiche aus. Allerdings seien Niedersachsen und Schleswig-Holstein per se stärker von solchen Extremwetterlagen betroffen, weil das Land flach sei, hieß es weiter. Und auch beheizte Weichen funktionierten nicht, wenn zu viel Schnee und von Zügen herabgefallene Eisbrocken sie blockierten. In diesen Fällen hätten jeden Tag Hunderte Kollegen die Schienen manuell freigeräumt, betont der Konzern.
Fachleute haben Zweifel
Doch all das reichte in den vergangenen Tagen offensichtlich nicht aus, um den Fernverkehr aufrechtzuerhalten. Fachleute haben deshalb erhebliche Zweifel daran, dass die Bahn ausreichend gerüstet ist.
Im Vergleich zu vergangenen Jahrzehnten habe sie etwa deutlich weniger Räumfahrzeuge und auch nicht genügend Personal für die Räumung von festgefrorenen Weichen, kritisierte der Fahrgastverband Pro Bahn im Spiegel. Vor allem vor Ort habe es früher mehr Beschäftigte für solche Aufgaben gegeben, teilte der Pro-Bahn-Ehrenvorsitzender Karl-Peter Naumann mit.
"Ministerium setzt falschen Anreiz"
Dass die Bahn in solchen Wetterlagen den gesamten Fernverkehr einstellt, anstatt regional kurzfristig zu entscheiden, habe auch politische Gründe, sagt Dirk Flege, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene. In der aktuellen Bahnstrategie des Verkehrsministeriums finde sich kein einziger Verweis auf Unwetter. Stattdessen sei allgemein die Pünktlichkeit das zentrale Qualitätskriterium, an dem die Bahn in den nächsten Jahren gemessen werden soll.
Aus Fleges Sicht ist das der falsche Anreiz. Zugausfälle gehen nämlich nicht in die betriebliche Pünktlichkeitsstatistik der Bahn ein, auf die sich die Regierungsziele beziehen. Die Bahn lasse die Züge deshalb lieber ausfallen, als dass sie mit erheblicher Verspätung unterwegs seien. An der Bahnstrategie des Ministers stört ihn außerdem die Vorgabe, dass der Konzern Gewinne machen soll. Mit diesem Spardruck halte kein Unternehmen einen ausreichend großen Fuhrpark bereit, um für seltene Extremereignisse umfassend gewappnet zu sein.
In anderen Ländern klappt es besser
Dass in Extremlagen ein planbarer Normalbetrieb möglich ist, zeige ein Blick in die skandinavischen Länder sowie nach Österreich oder die Schweiz, sagte Flege. Ein Verkehrschaos auf der Schiene gebe es dort nur selten. Diese Länder hätten einen deutlich besser ausgestatteten Maschinenpark und genügend Reservezüge, um den Verkehr aufrechtzuerhalten.
Die Bahn selbst lässt dieses Argument nicht gelten. Die Situation in Deutschland sei mit diesen Ländern nicht vergleichbar. In Norddeutschland seien in diesen Tagen 3.000 Kilometer Schienennetz betroffen gewesen. Das entspreche nahezu dem Gesamtnetz in Österreich.
Bundesregierung: So will die SPD die Erbschaftsteuer reformieren

Eine Erzählung ist derzeit in der SPD häufig zu hören: die Geschichte der bayerischen Familie Thiele. Der Milliardär Heinz Hermann Thiele wollte sein Vermögen offenbar über eine Familienstiftung steuersparend weitergeben. Die Gründung dieser Stiftung verzögerte sich jedoch und kam erst nach seinem Tod zustande. In der Folge mussten die Erben offenbar rund vier Milliarden Euro Erbschaftsteuer an das Finanzamt im bayerischen Kaufbeuren zahlen.
In der SPD gilt dieser Fall als Beweis dafür, dass die bisherigen Verschonungsregeln verhindern sollen, dass Erben großer Vermögen davon einen angemessenen Anteil Erbschaftsteuer zahlen. Bisher können sich Erben großer Vermögen ab 26 Millionen Euro zum Beispiel künstlich "arm rechnen", um von der Erbschaftsteuer komplett verschont zu bleiben.
Lebensfreibetrag von rund einer Million Euro
Die Forderungen brechen mit dem bisherigen System der Erbschaftsteuer in Deutschland. So soll es künftig für jeden Erben einen sogenannten Lebensfreibetrag von rund einer Million Euro geben. Dieser setzt sich zusammen aus 900.000 Euro Freibetrag für Erbschaften aus der Familie und 100.000 Euro von nicht oder entfernt verwandten Personen.
Diese Erweiterung des Freibetrags geht einher mit der Abschaffung der Zehn-Jahres-Regel, nach der alle zehn Jahre in Höhe des bisherigen Freibetrags verschenkt beziehungsweise vererbt werden konnte. Nicht betroffen wäre ein selbst genutztes Eigenheim. Wenn die Kinder im Haus der Eltern wohnen bleiben, bleibt die Vererbung zusätzlich zum Freibetrag in Höhe von einer Million Euro steuerfrei.
Verschonungsregeln beim Vererben von Unternehmen
Umstritten sind in der aktuellen Regelung vor allem die Verschonungsregeln beim Vererben von Unternehmen. Die SPD will hierfür einen zusätzlichen Freibetrag in Höhe von fünf Millionen Euro schaffen. Laut Partei wäre damit sichergestellt, dass die meisten Familienbetriebe steuerfrei in die nächste Generation weitergegeben werden können. Das betrifft zum Beispiel Handwerksbetriebe oder Arztpraxen. Erst ab einem Unternehmenswert von über fünf Millionen Euro wären Steuern fällig. Diese Steuerschuld könnte auch nachgelagert bezahlt werden.
Das SPD-Konzept sieht Stundungsmöglichkeiten von bis zu 20 Jahren vor. Auf die Höhe des Steuersatzes will die SPD sich aber jetzt noch nicht festlegen.
Mehreinnahmen zur Stärkung des Bildungssystems
Das macht es auch schwer, Aussagen darüber zu treffen, wie hoch die Mehreinnahmen für die Bundesländer (die Erbschaftsteuer ist eine Ländersteuer) insgesamt sein könnten. Das SPD-Papier spricht von möglichen Mehreinnahmen in Höhe eines kleinen einstelligen Milliardenbetrags. Im Laufe der Jahre könnten die Einnahmen aber steigen.
Die SPD hat sich auch schon Gedanken gemacht, was mit diesen Mehreinnahmen passieren soll. Diese sollen zur Stärkung des Bildungssystems verwendet werden, zum Beispiel für die Modernisierung von Schulen und Hochschulen sowie Investitionen in gut ausgebildetes Lehrpersonal. Das führe langfristig zu einer Stärkung der deutschen Innovationsfähigkeit, Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit und komme so der deutschen Wirtschaft wieder zugute.
"Keine Belastung der Koalition"
Insbesondere die CSU hatte die Forderung nach höheren Steuern im Vorfeld scharf zurückgewiesen, CSU-Landesgruppenchef Alexander Hoffmann nannte eine Erhöhung der Erbschaftsteuer "leistungsfeindlich". Wer etwas für Wirtschaft und Wachstum machen wolle, brauche leistungsfreundliche Lösungen. Dazu zähle etwa der Vorschlag der CSU, die Unternehmensteuerreform vorzuziehen.
Weltraumschrott: Satelliten könnten Gefahr für die Erdatmosphäre werden

Die Zahl der Satelliten im Erdorbit steigt rasant an. Was ihre Überreste in den obersten Schichten der Erdatmosphäre anrichten können, ist kaum erforscht. Wissenschaftler befürchten Konsequenzen für die Ozonschicht.
Mitte Dezember umfasste das Starlink-Netzwerk von Elon Musk genau 9.347 aktive Satelliten. Mit dieser sogenannten "Konstellation", einem großen Satellitenverbund, bietet das Unternehmen Space X Internetverbindungen rund um den Globus an. Damit gehören dem Multimilliardär mehr als zwei Drittel aller von der ESA gelisteten 12.900 aktiven Satelliten im Orbit. Doch das ist erst der Anfang: 42.000 sollen es nach der derzeitigen Planung von SpaceX in den kommenden Jahren werden: Eine bislang nie dagewesene Satellitenschwemme.
Rasanter Anstieg beim Weltraumschrott
Was raufgeschossen wird, kommt irgendwann auch wieder runter. So ist die Menge an Weltraumschrott, die inzwischen aus dem Orbit in Richtung Erde zurückstürzt, gewaltig. Astrophysiker Manuel Metz vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) beobachtet diese Entwicklung ganz genau. "Vor zehn Jahren haben wir von etwa 100 Tonnen pro Jahr gesprochen, die in die Erdatmosphäre wiedereingetreten sind. Wir sind im Moment im Bereich des Acht- bis Zehnfachen, was im Jahr wiedereintritt und dort zum Verglühen gebracht wird."
Ein unkontrolliertes Experiment mit der Erdatmosphäre
Das Verglühen der Satelliten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre galt lange Zeit als sicherste Methode, um den Erdorbit sauber zu halten und die Satelliten nach Ablauf ihrer Lebenszeit loszuwerden. Doch das Material, das dabei entsteht, verschwindet nicht, sondern breitet sich in der sogenannten Mesosphäre in etwa 75 Kilometern Höhe aus.
Welche Folgen die zunehmende Verschmutzung der oberen Atmosphäre für die Umwelt haben kann, ist bislang laut Manuel Metz kaum erforscht: "Was da so genau passiert, das weiß man tatsächlich noch nicht. Letztendlich betreiben wir da gerade, leider muss man sagen, wieder ein unkontrolliertes Experiment mit unserer Erdatmosphäre."
Tausende Tonnen Weltraumschrott in den nächsten Jahren
Im Gegensatz zu hochwertigen Forschungssatelliten, deren Betriebsdauer zum Teil auf mehrere Jahrzehnte ausgelegt ist, haben die Starlink-Satelliten eine sehr kurze Lebenszeit von gerade einmal fünf Jahren. Danach gelten sie als veraltet - und werden in der Erdatmosphäre entsorgt. Durch den Ausbau der Starlink-Konstellation könnten in den nächsten Jahren mehr als 10.000 Tonnen Weltraumschrott anfallen, der in der Erdatmosphäre verdampft.
Obere Atmosphäre besonders empfindlich gegenüber Verschmutzungen
Gemessen an den Schadstoffmengen, die der Mensch täglich an der Erdoberfläche freisetzt, erscheint das wenig. Doch wegen der sehr dünnen Luft in der sogenannten Mesosphäre wird auch diese relativ kleine Menge zu einem sehr großen Problem, sagt Gerd Baumgarten vom Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik: "Wenn ich eine Tonne in 75 Kilometer Höhe verglühe, dann ist das so schlimm, als ob ich 100.000 Tonnen am Erdboden freisetze."
Schadstoffe, die in der untersten Schicht unserer Atmosphäre freigesetzt werden, können etwa durch Regen wieder aus der Luft gewaschen werden oder sind in natürliche Kreisläufe eingebunden, wie zum Beispiel Kohlendioxid. "In der oberen Atmosphäre ist es aber so, dass die Verschmutzung da gar nicht wegkommt. Es könnte sein, dass es sich da richtig ansammelt über die Zeit," erklärt Baumgarten.
Ozonloch 2.0 durch Aluminiumreste?
Was genau sich in der oberen Erdatmosphäre durch Weltraumschrott zusammenbrauen könnte, weiß niemand. Erforscht wurden bislang nur die Stoffe, die hier durch Meteoriten eingebracht wurden, etwa Eisen oder Nickel. Durch die Hightech-Bauteile der Satelliten werden in der oberen Atmosphäre aber Verbindungen freigesetzt, die es hier bislang nicht oder nur in geringen Mengen gab.
So könnte das in Satelliten häufig verbaute Aluminium, das beim Wiedereintritt mit dem Luftsauerstoff zu Aluminiumoxid reagiert, zu ernsthaften Problemen führen. Laut einer neuen Studie könnten die Nanopartikel aus Aluminiumoxid über mehrere Jahrzehnte hinweg absinken, bis sie auf die Ozonschicht treffen und dort Reaktionen auslösen, die schlimmstenfalls ein neues Ozonloch verursachen. Das sei nur ein Beispiel, warnt Gerd Baumgarten. "Bei allen anderen Sachen kann das sogar viel schlimmer sein".
Neue Wege bei der Entsorgung
Um herauszufinden, was genau beim Verglühen von Satelliten beim Wiedereintritt passiert, startet die Europäische Weltraumorganisation ESA im Jahr 2027 die "Draco-Mission". Sie könnte helfen, neue, umweltschonende Satelliten und Raketenbauteile zu entwickeln. Theoretisch gäbe es auch Alternativen zur Entsorgung durch Verglühen in der Erdatmosphäre: Etwa Recycling im Weltraum oder kontrollierte Abstürze ohne Verglühen auf unbewohntem Gebiet.
Besuch bei Premier Modi: Merz sucht Nähe zu "Wunschpartner" Indien

In der indischen Stadt Ahmedabad säumen Plakate mit Friedrich Merz die Straßen. Denn der deutsche Kanzler ist derzeit zu Gast - und sucht den Schulterschluss mit Premier Modi.
Friedrich Merz ist überall. Kilometerlang an Straßen, dutzendfach auf Kreuzungen, sogar auf Hausdächern prangen hunderte riesige Plakate mit dem Foto des deutschen Kanzlers neben seinem Gastgeber, dem indischen Ministerpräsidenten Narendra Modi.
"Lang lebe die indisch deutsche Freundschaft" steht darauf. Auf manchen Plakaten ist Friedrich Merz auch neben Mahatma Ghandi im Schneidersitz zu sehen: Darauf steht: "Willkommen im Land von Ghandi".
Merz und Modi: Gespräche über Russland
Genau damit beginnt auch der Besuch des Kanzlers. Zu den Klängen eines Mädchenchors in der Ghandi-Gedenkstätte muss er sich erst einmal die Schuhe ausziehen. Denn hier darf niemand mit Schuhen rein. So schreitet der deutsche Kanzler auf schwarzen Socken in den Schrein, neben ihm Narendra Modi in weißen Socken.
So gegensätzlich wie die Socken sind die beiden Regierungschefs nur in wenigen Punkten. Dass Indien nach wie vor große Mengen an Öl und Gas aus Russland bezieht, sieht Merz natürlich kritisch.
Öffentlich zeigt sich der deutsche Kanzler dazu aber nach seinem langen Vier-Augen-Gespräch mit dem indischen Regierungschef ausgesprochen diplomatisch: "Modi hat mir ausführlich erklärt, dass sein Land mit 1,4 Milliarden Einwohnern über wenig eigene Ressourcen verfügt - und daher noch abhängig von Russland ist."
Deutschland will Indien als Handelspartner
Er sei der letzte, der "mit erhobenem Zeigefinger anderen Ländern Besuche" mache. Stattdessen wolle er konstruktive Lösungen finden. So nennt Merz Indien einen "Wunschpartner". In der aktuellen Situation, in der Großmächte Lieferketten und Rohstoffe als Machtmittel einsetzen, sollten sich Deutschland und Indien dem gemeinsam entgegensetzen. Das mache beide Länder widerstandsfähiger, wie der Kanzler glaubt.
Auch Indien leidet unter den amerikanischen Zöllen. Es ist also der richtige Zeitpunkt für Merz, zu zeigen, dass Deutschland und Europa die besseren Handelspartner sind, die Zölle nicht als Druckmittel einsetzen.
Bereits Ende des Monats könnte dahingehend der nächste große Schritt gelingen: das Freihandelsabkommen zwischen Indien und der EU. Der Kanzler zeigte sich nach dem Gespräch sehr zuversichtlich. Die Kooperation in Verteidigung und Sicherheit soll ebenfalls ausgebaut werden. Bisher ist auch in diesem Bereich Russland ein enger Partner Indiens.
Schnellere Visa für Fachkräfte aus Indien
Schon jetzt schätzt der Kanzler Inderinnen und Inder als "mit die erfolgreichsten Zuwanderer" in Deutschland ein. Er kündigte an, den Weg für "legale und geordnete Migration" aus Indien freizumachen - unter anderem mit Schnellverfahren für Visa.
Nach einem Treffen mit indischen Studenten lobte er ihren Fleiß und ihre Zielstrebigkeit. Deutschland brauche solche Fachkräfte, etwa in der IT-Branche, bei Dienstleistungsberufen oder im Gesundheitsbereich.
Neben den vielen politischen Terminen hatte der deutsche Kanzler auch noch ein kleines Freizeitprogramm als Alternative für Staatenlenker: Beim Drachenfestival durfte er kurz mal einen Riesendrachen lenken.
Forderungen nach Berlin-Anschlag: Mehr Geld und Verfassungsschützer für Infrastruktur?

Wie kann kritische Infrastruktur geschützt werden? Nach dem Anschlag auf das Stromnetz fordert die Berliner Innensenatorin Spranger mehr Geld für Katastrophenschutz. Bundesinnenminister Dobrindt will derweil den Verfassungsschutz stärken.
Nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung in Berlin werden im Zuge der Aufarbeitung Rufe nach Konsequenzen laut. Im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses forderte Berlins Innensenatorin Iris Spranger (SPD) mehr Geld für den Katastrophenschutz - und warnte zugleich vor weiteren ähnlichen Taten. "Mit ihrem Ziel, Bevölkerung und Gesellschaft zu verunsichern, sind die Terroristen klar gescheitert", sagte Spranger. "Das heißt nicht, dass sie es nicht wieder versuchen könnten."
Tatsache sei, sagte sie, "dass wir in Berlin viel zu wenig Geld für Katastrophenschutz ausgeben. Es sind etwas mehr als drei Euro pro Kopf. Wir brauchen dringend aber fünf Euro pro Kopf." Anschläge würden in das "Herz der Bundesrepublik treffen". Daher sei auch der Bund in der Pflicht, Berlin zu schützen und dafür mehr Geld bereitzustellen.
Spranger fordert Geld für Software und Sirenennetz
Als notwendige Investitionen benannte sie unter anderem mehr Notstromaggregate, zusätzliche Software und den Ausbau des Sirenennetzes. Grundstücke müssten zudem besser geschützt werden. Außerdem forderte Spranger in den Berliner Bezirken mehr Personal für den Katastrophenschutz.
Eine Arbeitsgruppe aus Politik und Experten soll nun Maßnahmen für den besseren Schutz öffentlicher Infrastruktur erarbeiten.
Hunderttausend ohne Strom und Heizung
Nach einem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag waren in Berlin für mehrere Tage etwa 45.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. Etwa 100.000 Menschen hatten zwischenzeitlich keinen Strom. Heizungen fielen aus, auch Internet und Mobilfunk funktionierten nicht.
Inzwischen ermittelt in dem Fall die Generalbundesanwaltschaft. In einem Bekennerschreiben hatte eine der linksextremistischen "Vulkangruppen", die seit 2011 vor allem in Berlin und Brandenburg immer wieder Brandanschläge auf die öffentliche Infrastruktur verübt haben sollen, die Tat für sich reklamiert.
Dobrindt fordert Stärkung des Staates
Nach dem Anschlag bekräftige Bundesinnenminister Alexander Dobrindt seine Forderung nach mehr Schlagkraft des Staats. "Der Verfassungsschutz wird personell aufgestockt an der Stelle." Dies werde nicht zulasten der Kräfte gehen, die sich dem Rechtsextremismus widmeten.
Linksterror und Linksextremismus agierten in Deutschland "mit einer erhöhten Schlagzahl", sagte Dobrindt, der sich im Zusammenhang mit dem Anschlag auf die Stromversorgung in Teilen Berlins äußerte.
Städtetag fordert Notfallreserve
Der Deutsche Städtetag forderte von der Bundesregierung außerdem den Aufbau einer nationalen Notfallreserve. "Für großflächige und mehrtägige Stromausfälle wie jetzt in Berlin müssen wir größer denken als bisher", sagte der Städtetags-Hauptgeschäftsführer Christian Schuchardt der Rheinischen Post.
"Wir brauchen eine nationale Blackout-Reserve für solche Fälle." Einzelne Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Pflegeheime mit Notstrom-Aggregaten zu versorgen sei zwar wichtig, fügte er hinzu. "Noch besser wäre, wenn wir mit mobilen Kraftwerken gleich ganze Quartiere mit Wärme und Strom versorgen könnten."
Nach Angriffen Russlands: 35.000 Haushalte im Raum Odessa ohne Strom

Fast jeden Tag greift Russland die Energieinfrastruktur der Ukraine an. In den Großstädten des Landes sind viele Menschen ohne Strom - wie nun in der Hafenstadt Odessa. Und das bei zweistelligen Minusgraden.
Bei den jüngsten russischen Luftangriffen auf die Ukraine wurde die Hafenstadt Odessa am Schwarzen Meer besonders schwer getroffen: Dort sind seit der vergangenen Nacht rund 35.000 Haushalte ohne Strom, wie der örtliche Versorger DTEK mitteilte.
Laut Behörden wurde ein Gebäude der Infrastruktur sowie ein Wohnhaus getroffen. Zwei Menschen seien verletzt worden. Der Stromversorger sprach von einem schweren Schaden am Stromnetz. Deswegen brauche es Zeit, bis die Stromversorgung wiederhergestellt sei.
Keine Heizung bei Minusgraden
Die Energie- und Stromversorgung der Ukraine ist ein ständiges Ziel russischer Angriffe. Ähnlich wie in Odessa gibt es daher auch in anderen ukrainischen Großstädten weiterhin fast keinen Strom. Betroffen sind unter anderem die Hauptstadt Kiew und die viertgrößte Stadt Dnipro.
Mit dem Strom fielen oft auch Heizung und Warmwasserversorgung aus. Gleichzeitig herrscht in der Ukraine momentan eisiger Frost mit bis zu minus 18 Grad. Dadurch ist die Lage für Millionen Menschen im Land äußerst angespannt. Präsident Wolodymyr Selenskyj beschrieb solche Angriffe auf die Infrastruktur als "Haupttaktik Russlands".
Auch Russland meldete in den vergangenen Tagen großflächige Stromausfälle infolge des Krieges. So seien nach einem ukrainischen Angriff in der russischen Oblast Belgorod nach Angaben des Gouverneurs Wjatscheslaw Gladkow zeitweise 600.000 Menschen ohne Strom gewesen.
Reaktion auf Proteste : Iranisches Regime mobilisiert Gegendemonstranten

Seit rund zwei Wochen dauern die Proteste gegen die Führung im Iran an. Nun hat das Mullah-Regime seine Anhänger mobilisiert. Das Staatsfernsehen zeigte Bilder einer Großdemo in Teheran.
Nach den Massenprotesten im Iran hat die Staatsführung Zehntausende ihrer Unterstützer mobilisiert. Bilder im staatlichen Fernsehen zeigten, wie sich eine große Menschenmenge auf dem Enghelab-Platz im Zentrum Teherans versammelte - auch bekannt als Platz der Islamischen Revolution.
Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben nicht. Im Iran gibt es keine Pressefreiheit. In dem Bericht war die Rede von einem "iranischen Aufstand gegen amerikanisch-zionistischen Terrorismus". Medienberichten zufolge fanden ähnliche Kundgebungen auch in anderen iranischen Städten statt.
"Situation vollständig unter Kontrolle"
Zuvor hatte Präsident Massud Peseschkian vor neuen "Unruhen" gewarnt. Es könne nicht zugelassen werden, dass "Aufrührer die Gesellschaft destabilisieren", sagte er in einem Fernsehinterview. Sein Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, die Situation sei landesweit "vollständig unter Kontrolle". Was genau er damit meint, teilte er nicht mit.
Araghtschi bezeichnete die eskalierende Gewalt bei den Protesten als Ausrede für eine US-Intervention. Die Demonstrationen seien "gewaltsam und blutig" geworden, um US-Präsident Donald Trump einen Vorwand zu liefern, einzugreifen.
Deutscher Botschafter einbestellt
Das iranische Regime kritisierte, dass sich einige europäische Regierungen zuvor mit den Demonstranten solidarisiert hatten. Als Reaktion bestellte das Außenministerium nach eigenen Angaben Botschafter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein.
In einer Mitteilung des staatlichen Rundfunks hieß es, man habe bei dem Treffen Videos der Unruhen gezeigt. Die "gewalttätigen Handlungen" hätten die Grenzen friedlicher Demonstrationen überschritten. Frankreich und Deutschland haben die Einbestellung ihrer Botschafter bestätigt. Londoner Regierungskreise sprachen lediglich von einem geplanten Termin im Außenministerium.
Bald wieder Internet?
Nach fast viertägiger Internetsperre äußerte sich die Regierung in Teheran erstmals zu einer möglichen Aufhebung der Blockade. Araghtschi habe das Thema bei einem Treffen mit Diplomaten angesprochen, hieß es vom Außenamt. Ob, wann und unter welchen Umständen die Netzsperre wieder aufgehoben werden könnte, ist unklar.
Möglicherweise kommt auch Unterstützung aus den USA. Präsident Trump erwägt nach eigenen Angaben, die Demonstranten im Iran mit Satelliteninternet zu versorgen. Er wolle sich dazu mit Tech-Milliardär Elon Musk kurzschließen, dessen Firma SpaceX den Dienst Starlink betreibt.
Zugleich gibt es Hinweise auf neue Kontakte zwischen Washington und Teheran. Nachdem Trump der iranischen Führung zuletzt gedroht hatte, könnte es nun doch zu Gesprächen kommen. Man werde sich möglicherweise mit Vertretern Teherans treffen, sagte Trump an Bord der Air Force One vor Journalisten. Angesichts dessen, was im Iran passiere, müssten die USA allerdings vielleicht auch vorher handeln, so der Präsident weiter. Aus dem Weißen Haus hatte es zuvor geheißen, man ziehe sowohl Cyberangriffe als auch militärische Angriffe durch die USA oder Israel in Betracht.
Keine zuverlässigen Informationen aus dem Iran
Im Iran gibt es durch die Internetsperre bisher keine zuverlässigen Angaben darüber, wie viele Demonstranten bisher ums Leben gekommen sind. Aktivisten berichten teilweise von mehr als 500 Opfern und noch höheren Dunkelziffern. Hunderte Menschen seien außerdem festgenommen worden.
Aus nach einem halben Jahr: Real Madrid trennt sich von Alonso - Arbeloa übernimmt

Real Madrid hat sich von Trainer Xabi Alonso getrennt - an seine Erfolge als Spieler der "Königlichen" konnte er nicht anknüpfen. Für ihn übernimmt Álvaro Arbeloa, ein ehemaliger Mitspieler von Alonso.
Der spanische Fußball-Rekordmeister teilte mit, dass die Trennung von Alonso "in gegenseitigem Einvernehmen" erfolgt sei. Der 44-Jährige hatte Real zu Saisonbeginn übernommen und die Nachfolge von Carlo Ancelotti angetreten. In Deutschland hatte er mit Bayer Leverkusen 2023/2024 das Double gewonnen.
Nach nur 232 Tagen und 34 Pflichtspielen mit 24 Siegen, vier Unentschieden und sechs Niederlagen ist die Zeit von Alonso als Trainer von Real Madrid schon wieder vorbei. Er sollte eine Ära prägen - das gelang ihm nicht.
Negativserie im Winter erhöht Druck auf Alonso
Dabei erlebte Real Madrid unter Alonso eine guten Start mit zehn Siegen in den ersten elf La-Liga-Spielen, darunter der Erfolg im Clásico gegen Barcelona Ende Oktober. Madrid erlebte aber im November und Dezember eine Negativserie: Nur drei ihrer neun Spiele gewann die Mannschaft wettbewerbsübergreifend. Zwei Heimniederlagen gegen Celta Vigo in der Liga und gegen Manchester City in der Champions League binnen vier Tagen ließen die Zweifel wachsen.
Jude Bellingham sagte damals jedoch: "Als Spieler, der in der Kabine sitzt und sieht, was wir da haben, und jeden Tag mit dem Trainer arbeitet, denke ich, dass wir alles haben, was wir brauchen, um das Ruder herumzureißen." Auf die Frage, ob die Mannschaft weiterhin hinter Alonso stehe, antwortete der englische Nationalspieler im Dezember: "Absolut. Ich finde, der Trainer macht einen super Job. Niemand legt die Arbeit nieder, niemand beschwert sich, niemand jammert und niemand denkt, die Saison sei vorbei."
Dass sich niemand beschwert, blieb schon damals Interpretationssache. Mehrere Medien in Spanien berichteten, dass mit Vinicius Junior einer der wichtigsten Spieler eine Vertragsverlängerung verweigerte - solange das Verhältnis zu Alonso sich nicht bessere. Dieses Thema ist nun möglicherweise abgeräumt. Der Vertrag von Vinicius Junior läuft bis Ende Juni 2027.
Niederlage gegen Barcelona gab den Ausschlag
Für das Ende sorgte eine weitere Niederlage: Madrid verlor am Sonntag in Saudi-Arabien das Supercopa-Finale gegen den Erzrivalen FC Barcelona mit 2:3. "Projekte brauchen Zeit", hatte Alonso vor dem Spiel gesagt. "Wir entwickeln uns weiter, was den Fußball, die Emotionen und den Teamgeist angeht", sagte Alonso vor der Partie, nachdem er die vorherigen fünf Pflichtspiele mit Real gewonnen und sich dadurch vermeintlich wieder etwas Zeit verschafft hatte.
Dabei steht Real gar nicht so schlecht da: In Spaniens La Liga ist der Klub Zweiter mit drei Punkten Rückstand auf den FC Barcelona. In der Champions League ist Madrid Tabellensiebter mit Kurs auf das Achtelfinale. Doch zweite und siebte Plätze - das ist nicht der Anspruch des Klubs. Als Spieler hatte Alonso zwischen 2009 und 2014 zahlreiche Erfolge mit Real gefeiert. Er gewann die Champions League, einen Meistertitel sowie zweimal den spanischen Pokal.
Mehrere Spieler veröffentlichten in sozialen Medien Worte des Danks. "Es war kurz, aber es war ein Vergnügen für dich zu spielen und von dir zu lernen", schrieb Kylian Mbappé. Torwart Thibaut Courtois schrieb: "Es war mir eine Freude, mit dir zu arbeiten."
Álvaro Arbeloa neuer Cheftrainer
Der Nachfolger steht bereits fest: Álvaro Arbeloa. Er war seit Juni 2025 Trainer der zweiten Mannschaft Real Madrid Castilla. Arbeloa verbrachte seine gesamte Trainerkarriere seit 2020 in der Jugendakademie von Real Madrid. Aus der Mitteilung des Klubs ging nicht hervor, ob Arbeloa eine Interimslösung ist. Eine Vertragslaufzeit wurde nicht genannt.
Arbeloa, 42, steigt mit einem wenig glanzvollen Spiel in seine Aufgabe ein: Im Achtelfinale der Copa del Rey beim Zweitligisten Albacete Balompié soll er am Mittwoch (21 Uhr) erstmals auf der Bank sitzen.
Als Spieler war Arbeloa 2009 und 2016 für Real im Einsatz und ist damit ein langjähriger Mitspieler Alonsos. Er absolvierte 238 Pflichtspiele. In dieser Zeit gewann er zwei Champions-League-Titel, eine spanische Meisterschaft und zweimal den spanischen Pokal. Mit der spanischen Nationalmannschaft gewann Arbeloa die WM 2010 und die beiden Europameisterschaften 2008 und 2012.
Regionales
Baden-Württemberg: BW-Newsticker am Morgen: Massive Probleme am HBF in Ulm erwartet, Anwohner nach Explosion zurück in ihren Häusern, Viermal mehr Grippefälle

Kurz und informativ - das Wichtigste für den Morgen und den Tag. Aktuelle Nachrichten für Baden-Württemberg live in unserem SWR Aktuell Newsticker, heute von Simon Ukena.
13.1.2026, 7:49 Uhr
S-Bahn blockiert aktuell Tunnel in Stuttgart
Auf der Stammstrecke der Stuttgarter S-Bahn blockiert aktuell ein Zug die Tunnelröhre. Deshalb kommt es momentan zu Verspätungen und Zugausfällen in beiden Richtungen. Und davon sind auch alle S-Bahn-Linien betroffen. Nach Angaben des Verkehrsverbund VVS steht eine S4 mit einer technischen Störung im Hauptbahnhof tief und blockiert die Strecke in Richtung Schwabstraße.
13.1.2026, 7:40 Uhr
Unternehmer in BW: Wirtschaft in den Mittelpunkt rücken
Der Verband der Unternehmer Baden-Württemberg (UBW) verlangt von der Landespolitik einen stärkeren Fokus auf die Wirtschaft. Die Parteien müssten entschlossen an die strukturellen Ursachen der wirtschaftlichen Dauerkrise ran, fordert der UBW in einem Positionspapier zur Landtagswahl im kommenden März. Die Lage sei alarmierend: "In Summe reden wir im Land seit 2019 von Stagnation", sagte UBW-Präsident Thomas Bürkle. Die Unternehmer wünschen sich unter anderem mehr Mut beim Bürokratieabbau, eine modernisierte Infrastruktur in Baden-Württemberg und mehr Investitionen in Bildung. Zugleich distanzierte sich der Verband deutlich von der AfD: Wer Europa ablehne, schade der Wirtschaft.
13.1.2026, 7:29 Uhr
Mehr Sterbefälle wegen abgewanderter Pflegekräfte
Die Abwanderung von grenznahen deutschen Pflegekräften in die Schweiz führt zu einer steigenden Sterblichkeit in deutschen Kliniken. Zu diesem Befund kommt eine neue Untersuchung der beiden Wirtschaftsforschungsinstitute ZEW und ifo. Demnach ist die Sterblichkeit - also das Verhältnis von Todesfällen zur Gesamtzahl der Patienten - in deutschen Krankenhäusern an der Schweizer Grenze um 4,4 Prozent gestiegen. Der Pflegekräftemangel wirke sich vor allem auf ältere Patienten sowie Notfälle aus, so die Forscher. Bei ihnen habe sich die Sterberate erhöht. Insgesamt stagniert dadurch die Lebenserwartung in den betroffenen Grenzregionen zur Schweiz, während sie im Rest von Deutschland gestiegen ist. Für die Studie wurden stationäre Krankenhausfälle über einen Zeitraum von zwölf Jahren untersucht. Im Schnitt haben laut ZEW und ifo deutsche Krankenhäuser an der Grenze rund zwölf Prozent des Pflegepersonals verloren. Der gleichbleibend starke Schweizer Franken und stagnierende Tariflöhne in Deutschland machten einen Stellenwechsel attraktiv, hieß es zur Begründung.
13.1.2026, 7:11 Uhr
Deutlich mehr Kokain-Konsum im Raum Heilbronn
Kokain ist längst kein Randphänomen mehr - auch nicht in Heilbronn und der Region Heilbronn-Franken. Die Zahl der registrierten Kokain-Delikte hat sich in den vergangenen Jahren nahezu verdoppelt. Das berichtet die Heilbronner Stimme unter Berufung auf Zahlen der Polizei. Waren es im Jahr 2020 noch knapp 90 Fälle, zählte das Polizeipräsidium Heilbronn vier Jahre später bereits 163 Delikte im Zusammenhang mit Kokain. Ein deutlicher Anstieg - und ein klares Signal, dass sich der Markt verändert habe. Polizeisprecher Frank Belz spricht gegenüber der Zeitung von einer "hohen Verfügbarkeit" der Droge. Anders gesagt: Kokain ist einfacher zu bekommen als früher.
13.1.2026, 6:58 Uhr
Regionalbahn bei Waldshut: Mann zeigt Pornos statt Ticket
In einem Regionalzug zwischen Laufenburg und Waldshut soll ein 42-jähriger Mann bei einer Fahrscheinkontrolle anstelle seines Tickets Videos mit sexuellem Inhalt auf seinem Smartphone gezeigt haben. Das teilte die Bundespolizei gestern mit. Sie wurde demnach am vergangenen Freitagabend nach dem Vorfall von der Zugbegleiterin informiert. Eine Streife der Bundespolizei übernahm am nächsten planmäßigen Halt den Mann - beim Eintreffen der Polizisten beleidigte und bedrohte er die Zugbegleiterin. Gegen den 42-Jährigen wurde ein Strafverfahren unter anderem wegen sexueller Belästigung eingeleitet.
13.1.2026, 6:46 Uhr
Preiskampf bei Butter und Milch
Nachdem der Preis für ein Päckchen Butter in der Vergangenheit in schwindelerregende Höhen geklettert ist und bis knapp vier Euro kostete, gibt es die 250-Gramm-Packung beim Discounter aktuell für 99 Cent. Kunden und Kundinnen dürfte es freuen, bei Landwirten sorgt der Dumpingpreis jedoch für gemischte Gefühle. Hans-Jürgen Stängele aus Gerstetten im Kreis Heidenheim hält rund 200 Kühe. Die Kosten für die Erzeugung von einem Liter Milch kostet ihn 44 Cent, sagt er. Verkaufen kann er den Liter derzeit für nur 46 Cent. "Der Rohmilchpreis ist niedrig, wir sind mit den Produktionskosten noch kurz darunter. Wenn er weiterhin fällt, dann geht das alles an unserem Gewinn weg, unsere Arbeit ist nicht mehr entlohnt und dann wird es schwierig", so Stängele. Wobei er auch Verständnis zeigt für die Supermärkte, die sich gerade bei Preisen für Kartoffeln, Milch oder Butter gegenseitig unterbieten. Er findet aber, dass man die Grenze auch bei 1,29 Euro hätte ziehen können.
Viele Landwirte haben am Montag in Stuttgart protestiert. Zum Einen gegen die niedrigen Butter- und Milchpreise. Zum Anderen gegen das Mercosur-Abkommen mit einer Reihe von südamerikanischen Staaten, das die EU auf den Weg gebracht hat und dessen Unterzeichnung kurz bevorsteht. Die Bauern befürchten mehr Wettbewerbsdruck, weil die Konkurrenz aus Südamerika womöglich billiger produzieren kann und weniger strengen Standards unterliegt.
13.1.2026, 6:45 Uhr
Streit um quadratische Verpackung: Entscheidung erwartet
Darf das Mannheimer Familienunternehmen Wacker weiterhin einen Riegel in quadratischer Verpackung mit dem Namen "Monnemer Quadrat" vertreiben oder nicht? Das dürfte sich heute entscheiden - denn es wird eine Entscheidung am Stuttgarter Landgericht erwartet. Dort streitet Wacker mit dem Schokoladenhersteller Ritter Sport um den Mannheimer Riegel. Ritter aus Waldenbuch (Kreis Böblingen) sieht sein Markenrecht an der Form verletzt und fordert, dass Wacker sein Produkt vom Markt nimmt. Das Landgericht in Stuttgart hatte im November schon durchblicken lassen, dass es eher den Argumenten von Wacker folgt.
13.1.2026, 6:31 Uhr
BW hat Glatteis glimpflich überstanden
Wenn wir schon beim Wetter sind: Auf den Wintersturm "Elli" am vergangenen Wochenende folgte Tief "Gunda" - mit steigenden Temperaturen. Dadurch hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) gestern ab Mittag seine Glatteiswarnungen für Baden-Württemberg auf. Zuvor hatten die Meteorologen für weite Teile des Landes vor Eisregen und glatten Straßen gewarnt, weil von Westen her Schneefall in Regen überging, der dann auf den kalten Boden fiel.
Allerdings blieb die Lage auf den Straßen ruhig - abgesehen von kleineren Unfällen mit Blechschäden, wie die Polizeipräsidien mitteilten. In den meisten Fällen kamen Autofahrer auf glatter Fahrbahn von der Straße ab. Schwerere Verletzungen erlitt aber niemand. Bei Untergruppenbach (Kreis Heilbronn) kam eine Autofahrerin von der Straße ab. Das Auto überschlug sich, die Frau wurde nur leicht verletzt. Bei Tauberbischofsheim (Main-Tauber-Kreis) kamen zwei Männer mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus, nachdem ihr Auto als Folge von Glatteis von der Straße abgekommen und auf der Seite gelandet war.
13.1.2026, 6:24 Uhr
Warme Luft zieht nach BW - Winter macht Pause
Nachdem Sturmtief "Elli" für Schneechaos und Glatteis gesorgt hat, kommt jetzt erstmal wärmere Luft nach Baden-Württemberg. Lediglich ganz im Süden kann es in den höheren Lagen am Morgen noch rutschig sein. Am Bodensee gibt es morgens um die 0 Grad, in Freiburg und Karlsruhe beginnt der Tag deutlich milder mit bis zu 6 Grad. Auch die Sonne zeigt sich wieder - im Süden reißt der Himmel bereits vormittags auf. Am Nachmittag wechseln sich Sonne und Wolken im ganzen Land ab. Die Temperaturen erreichen dann in Freiburg bis zu 14 Grad, in Stuttgart bis zu 11 Grad. Ähnlich bleibt es auch in den kommenden Tagen mit milden Temperaturen und einem Mix aus Sonne und Wolken.
13.1.2026, 6:13 Uhr
Massiver Anstieg: Viermal mehr Grippefälle als im Vorjahr
Die Grippesaison ist in diesem Jahr früh gestartet und fällt deutlich heftiger aus als im Jahr zuvor: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden im Dezember 2025 und in der ersten Januarwoche 2026 6.500 Fälle von Influenza an das Landesgesundheitsamt (LGA) gemeldet. Das seien über viermal mehr Grippefälle als im Vorjahr. Laut Robert Koch-Institut begann die Grippesaison bereits Ende November und damit zwei bis drei Wochen früher als in den Vorjahren. Während der vergangenen Grippesaison waren laut dem LGA maximal 618 Menschen im Land wegen einer Grippeinfektion im Krankenhaus. In der ersten Woche des neuen Jahres wurde diese Zahl bereits übertroffen. Laut LGA sind hier bereits 633 Patienten behandelt worden. Nach Aussage des Chefarztes des Klinikum Reutlingen hat generelle Sparzwang im Krankenhaussektor dazu geführt, dass im Reutlinger Klinikum weniger Betten zur Verfügung stehen.
13.1.2026, 6:08 Uhr
Explosion in Albstadt-Tailfingen: Anwohner kehren in Häuser zurück
Nach der Explosion eines Wohnhauses in Albstadt-Tailfingen (Zollernalbkreis) sind gestern die letzten Anwohner in ihre Häuser zurückgekehrt. Das teilte eine Sprecherin der Stadt Albstadt mit. Die Gasleitungen der Nachbarhäuser sind inzwischen weitgehend wieder in Betrieb. Am Donnerstag war in Tailfingen ein Wohnhaus nach einer Explosion zusammengestürzt. Die Polizei sucht weiter nach der Ursache - vermutet wird eine Gasexplosion. Bei dem Unglück kam eine junge dreiköpfige Familie ums Leben. Laut Polizeipräsidium Reutlingen ist erst in mehreren Wochen mit ersten Ermittlungsergebnissen zu rechnen. Inzwischen sei die Unglücksstelle mit Planen abgedeckt worden, um mögliche weitere Spuren zu schützen, sagte eine Polizeisprecherin. Jetzt sei man dabei, die Unglücksstelle digital zu rekonstruieren. Sie werde in einem 3D-Modell nachgestellt, um die Anschlüsse des Hauses zu visualisieren.
13.1.2026, 6:02 Uhr
Hauptbahnhof Ulm wird für Fernverkehr gesperrt
Seit Mitternacht ist der Ulmer Hauptbahnhof für den Fernverkehr gesperrt - und das für die kommenden sechs Tage. Grund dafür sind Bauarbeiten für das neue digitale Stellwerk sowie Vorbereitungen für den Abbruch der Wallstraßenbrücke. Regionalbahnen sollen in diesem Zeitraum fahren, allerdings stark eingeschränkt. Die Bahn hatte ursprünglich geplant, den Hauptbahnhof in Ulm deshalb für vier Wochen komplett zu sperren. Die Projektverantwortlichen haben allerdings eine Lösung gefunden, einen eingeschränkten Schienenverkehr aufrecht zu erhalten.
13.1.2026, 5:58 Uhr
Guten Morgen!
Guten Morgen! Ab heute kann es chaotisch werden in Ulm: knapp eine Woche lang halten keine Fernverkehrszüge mehr am Hauptbahnhof. Was da los ist, schauen wir uns gleich an. Ich bin Simon Ukena und versorge euch bis 10 Uhr mit den Nachrichten aus und für Baden-Württemberg. Bei Fragen, Wünschen, Lob oder Kritik schreibt mir gerne per E-Mail an newsticker-bw@SWR.de.
Brandenburg, Berlin: Wetterdienste warnen vor Glätte durch gefrierenden Regen

Durch Schneefall und gefrierenden Regen können die Straßen in Berlin und Brandenburg ab Montagabend gefährlich glatt werden. Der Deutsche Wetterdienst warnt. In Brandenburg müssen Kinder am Dienstag nicht zur Schule.
- Temperaturen in Berlin und Brandenburg werden wieder milder
- Dadurch kann es auf den Straßen besonders rutschig werden
- Niederschlag geht in Regen über, der auf kaltem Boden gefriert
- DWD hat Unwetterwarnung herausgegeben
- Präsenzpflicht für Schüler am Dienstag in Brandenburg aufgehoben
In Berlin und Brandenburg gilt noch bis 8 Uhr eine amtliche Unwetterwarnung. Grund ist Regen, der auf dem gefrorenen Boden zu Blitzeis führen kann.
Laut Lagedienst der Polizei ist es in der Nacht in Brandenburg vereinzelt zu Unfällen gekommen. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Nebenstrecken, die vom Winterdienst noch nicht gestreut wurden. Außerdem seien einige Brücken im Lande wegen der Glätte nicht befahrbar.
In Berlin gibt es nach Angaben der Polizei noch keine größeren wetterbedingten Einsätze. Autobahnen und Hauptstraßen sind weitgehend frei. In Nebenstraßen und vor allem auf Gehwegen ist es aber teils spiegelglatt.
Brandenburg hebt Präsenzpflicht an den Schulen auf - Berlin nicht
Angesichts der Glättewarnungen hob Brandenburg die Präsenzpflicht an den Schulen für Dienstag auf. Die Eltern sollten selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. "Sicherheit geht vor", hieß es aus dem Brandenburger Bildungsministerium am Montagmittag. In Berlin soll der Unterricht aber regulär stattfinden, teilte die Bildungsverwaltung mit.
Wegen der Unwetterwarnung bleiben auch Parkanlagen und Schlösser in Potsdam, Brandenburg und Berlin am Dienstag geschlossen. So wolle man Gefahren für die Besucher abwenden, hieß es von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG). Die Gebäude und Anlage seien "bis auf Widerruf vorsorglich" zu.
Auch bei der Berliner S-Bahn könnte es immer wieder Störungen geben. Witterungsbedingte Reparaturen an Weichen führten am Montag zu Verspätungen.
Kältester Ort in Doberlug-Kirchhain
Laut Vorhersage wird es in den nächsten Tagen allmählich etwas wärmer, doch in der Nacht zum Montag herrschten vielerorts zweistellige Minusgrade. Der Montag startete sehr kalt mit Temperaturen mit bis zu minus 15 Grad Celsius, lokal sogar bis minus 20 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.
In der Nacht zu Montag waren die kältesten Orte in Deutschland vorläufigen DWD-Daten zufolge Sohland an der Spree im südlichen Sachsen und Doberlug-Kirchhain im Süden von Brandenburg (Elbe-Elster-Kreis). An beiden Messstationen sanken die Werte nach Auskunft der Nationalen Klimaüberwachung des DWD in der Nacht zum Montag auf minus 19,6 Grad.
Tief "Gunda" bringt dann aber Wind aus Süden und es soll merklich milder werden. Später am Dienstag sollen die Werte bereits Richtung null Grad ansteigen.
Brandenburg, Berlin: Wetterdienste warnen vor Glätte durch gefrierenden Regen

Durch Schneefall und gefrierenden Regen können die Straßen in Berlin und Brandenburg ab Montagabend gefährlich glatt werden. Der Deutsche Wetterdienst warnt. In Brandenburg müssen Kinder am Dienstag nicht zur Schule.
- Temperaturen in Berlin und Brandenburg werden wieder milder
- Dadurch kann es auf den Straßen besonders rutschig werden
- Niederschlag geht in Regen über, der auf kaltem Boden gefriert
- DWD hat Unwetterwarnung herausgegeben
- Präsenzpflicht für Schüler am Dienstag in Brandenburg aufgehoben
In Berlin und Brandenburg gilt noch bis 8 Uhr eine amtliche Unwetterwarnung. Grund ist Regen, der auf dem gefrorenen Boden zu Blitzeis führen kann.
Laut Lagedienst der Polizei ist es in der Nacht in Brandenburg vereinzelt zu Unfällen gekommen. Betroffen sind den Angaben zufolge vor allem Nebenstrecken, die vom Winterdienst noch nicht gestreut wurden. Außerdem seien einige Brücken im Lande wegen der Glätte nicht befahrbar.
In Berlin gibt es nach Angaben der Polizei noch keine größeren wetterbedingten Einsätze. Autobahnen und Hauptstraßen sind weitgehend frei. In Nebenstraßen und vor allem auf Gehwegen ist es aber teils spiegelglatt.
Brandenburg hebt Präsenzpflicht an den Schulen auf - Berlin nicht
Angesichts der Glättewarnungen hob Brandenburg die Präsenzpflicht an den Schulen für Dienstag auf. Die Eltern sollten selbst entscheiden, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken. "Sicherheit geht vor", hieß es aus dem Brandenburger Bildungsministerium am Montagmittag. In Berlin soll der Unterricht aber regulär stattfinden, teilte die Bildungsverwaltung mit.
Wegen der Unwetterwarnung bleiben auch Parkanlagen und Schlösser in Potsdam, Brandenburg und Berlin am Dienstag geschlossen. So wolle man Gefahren für die Besucher abwenden, hieß es von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten (SPSG). Die Gebäude und Anlage seien "bis auf Widerruf vorsorglich" zu.
Auch bei der Berliner S-Bahn könnte es immer wieder Störungen geben. Witterungsbedingte Reparaturen an Weichen führten am Montag zu Verspätungen.
Kältester Ort in Doberlug-Kirchhain
Laut Vorhersage wird es in den nächsten Tagen allmählich etwas wärmer, doch in der Nacht zum Montag herrschten vielerorts zweistellige Minusgrade. Der Montag startete sehr kalt mit Temperaturen mit bis zu minus 15 Grad Celsius, lokal sogar bis minus 20 Grad, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte.
In der Nacht zu Montag waren die kältesten Orte in Deutschland vorläufigen DWD-Daten zufolge Sohland an der Spree im südlichen Sachsen und Doberlug-Kirchhain im Süden von Brandenburg (Elbe-Elster-Kreis). An beiden Messstationen sanken die Werte nach Auskunft der Nationalen Klimaüberwachung des DWD in der Nacht zum Montag auf minus 19,6 Grad.
Tief "Gunda" bringt dann aber Wind aus Süden und es soll merklich milder werden. Später am Dienstag sollen die Werte bereits Richtung null Grad ansteigen.
Bremen: Bremer Linksextreme enttarnen offenbar V-Mann des Verfassungsschutzes

Der Informant soll unter anderem die "Interventionistische Linke" ausspioniert haben. Der Verfassungsschutz beobachtet die als linksextremistisch eingestufte Gruppe seit Jahren.
Die Enttarnung des Informanten geht aus einem internen Schreiben der Gruppe hervor. "Wir haben ihn konfrontiert, und er hat zugegeben, dass er Ende 2017 erstmals vom Bremer Verfassungsschutz kontaktiert wurde und seitdem regelmäßige Treffen in einem Rhythmus von zwei bis vier Wochen stattgefunden haben", heißt es in dem Schreiben, das buten un binnen vorliegt. Man müsse davon ausgehen, dass der Informant sämtliche internen Informationen, die er innerhalb der "Interventionistischen Linken" (IL) erlangt habe, an den Verfassungsschutz weitergeleitet habe. Im Laufe dieser Woche wolle die Gruppe die Identität des Informanten öffentlich machen.
Der Verfassungsschutz kommentiert den Fall nicht. Zu ihrem operativen Vorgehen äußert sich die Behörde grundsätzlich nicht. Auch die übergeordnete Innenbehörde teilt auf Anfrage mit, "zu konkreten operativen Maßnahmen" grundsätzlich keine Stellung zu nehmen. "Insbesondere betrifft das den Einsatz von Vertrauenspersonen, die jeweils unter hohen persönlichen Gefahren und Risiken in kriminellen und extremistischen Milieus für den demokratischen Rechtsstaat tätig sind", sagte Innensenatorin Eva Högl (SPD). Eine Enttarnung könne demnach "Leib und Leben" der Personen gefährden.
Einsatz von V-Leuten ist politisch umstritten
Der Verfassungsschutz arbeitet grundsätzlich mit Informanten, häufig als sogenannte V-Leute bezeichnet. Dabei handelt es sich meist um Personen aus extremistischen oder sicherheitsrelevanten Milieus, die informell Informationen liefern. Der Einsatz solcher V-Leute ist politisch umstritten, aber gesetzlich ausdrücklich zulässig.
Innensenatorin Högl hält den Einsatz von V-Leuten grundsätzlich für sinnvoll. "Um konspirativ agierende kriminelle oder extremistische Gruppen und Netzwerke erfolgreich bekämpfen zu können, ist der Einsatz von Vertrauenspersonen zur Gewinnung von Informationen für die Sicherheitsbehörden in einem demokratischen Rechtsstaat unerlässlich", teilt sie mit.
"Taktisches" Verhältnis zu Gewalt
Der Bremer Verfassungsschutz beobachtet die IL seit Jahren. Das geht aus mehreren Verfassungsschutzberichten hervor. Dort heißt es über die Gruppierung: "An dem Ziel der Überwindung der freiheitlichen demokratischen Grundordnung hält die IL unverändert fest". Das Verhältnis der Gruppierung zur Gewalt wird vom Verfassungsschutz als "taktisch" beschrieben: Einerseits arbeite die IL eng mit gewalttätigen Akteurinnen und Akteuren zusammen, nehme deren Gewalttätigkeiten bei Protesten in Kauf und biete ihnen teilweise sogar einen organisatorischen Rahmen. Andererseits vermeide die Gruppierung ein offenes Bekenntnis zur Gewalt oder entsprechende Aufrufe.
Nach Darstellung der IL bestand der Kontakt des Informanten zum Verfassungsschutz bereits, bevor er innerhalb der IL aktiv wurde. Demnach soll er sich auch in anderen linksextremistischen Organisationen engagiert haben.
Hessen: Maintal: Polizei schießt 38-Jährigen nach "Bedrohungslage" nieder

Bei einem Polizeieinsatz in Maintal ist ein 38-Jähriger schwer verletzt worden. Beamte hatten nach dem Mann gefahndet und wollten ihn festnehmen. Dabei fiel mindestens ein Schuss.
Die Staatsanwaltschaft Hanau ermittelt nach einem Polizeieinsatz im Maintaler Ortsteil Wachenbuchen. Dort hatten Beamte am Montagabend auf einen 38 Jahre alten Mann geschossen und ihm dabei schwere Verletzungen zugefügt. Außerdem habe sich der Mann mit einem Messer selbst verletzt, teilte die Behörde in der Nacht zum Dienstag mit.
Wegen einer Bedrohungslage, die von der Staatsanwaltschaft nicht näher definiert wurde, sei im Vorfeld nach dem 38-Jährigen gefahndet worden. Als die Polizisten ihn in der Straße Alt Wachenbuchen antrafen, sei die Lage eskaliert. Der Mann habe sich mutmaßlich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden, hieß es.
38-Jähriger soll sich selbst verletzt haben
Nach Aussage der eingesetzten Polizisten habe der 38-Jährige ein Messer und einen "stockähnlichen Gegenstand" bei sich getragen. Man habe zunächst einen Polizeihund gegen ihn eingesetzt, dann einen Taser, schließlich sei es zum Schusswaffengebrauch gekommen. Ob mehrere Beamte geschossen haben, war am Dienstagmorgen nicht bekannt - auch nicht, wie viele Schüsse abgegeben wurden.
Während des Einsatzes habe sich der 38-Jährige zudem mit seinem Messer selbst am Hals verletzt. Die Polizisten hätten daraufhin Erste Hilfe geleistet. Der Schwerverletzte kam in ein Krankenhaus. Über seinen Zustand wurde am Dienstagmorgen nichts bekannt.
Landeskriminalamt übernimmt Ermittlungen
Wie es beim Gebrauch von Schusswaffen durch Polizisten üblich ist, hat das Hessische Landeskriminalamt die Ermittlungen gemeinsam mit der Hanauer Staatsanwaltschaft übernommen. Die Ermittler sollen den genauen Ablauf des Einsatzes rekonstruieren und die Hintergründe aufklären.
Bislang ist nicht bekannt, weshalb am Montagabend nach dem 38-Jährigen gefahndet wurde.
Nordrhein-Westfalen: Düsseldorf: Prozess gegen Mitglieder linksextremistischer "Hammerbande"

Begleitet von einer Unterstützer-Demo beginnt am Vormittag ab 10:30 Uhr vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen sechs mutmaßliche Mitglieder der linksextremistischen "Hammerbande".
Es handelt sich um vier Frauen und zwei Männer aus Jena und Leipzig. Den 22 bis 24-jährigen Angeklagten werden Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, gefährliche Körperverletzung und versuchter Mord vorgeworfen.
Die Gruppe wurde durch brutale Angriffe auf mutmaßliche Neonazis im Osten Deutschlands bekannt. Laut Anklage hatten die jetzt Beschuldigten vor knapp drei Jahren beim internationalen Treffen von Rechtsextremen in Budapest – dem "Tag der Ehre" – mehrere Teilnehmer mit Schlagstöcken und Hämmern zum Teil schwer verletzt.
Ein Jahr zuvor soll sich eine der angeklagten Frauen in Erfurt am brutalen Angriff auf eine Filiale einer bei Rechtsextremen beliebten Modemarke beteiligt haben.
Zwei junge Leute haben sich in NRW gestellt
Der Strafprozess gegen die sechs jungen Leute aus Jena und Leipzig findet in Düsseldorf statt, weil sich zwei von ihnen in den norheinwestfälischen Städten Hamm und Köln den Behörden gestellt haben. Die anderen hatten sich zuvor im Osten Deutschlands gestellt.
Über die Zusändigkeit von Gerichten entscheidet neben Tat- und Wohnort auch der Ort der Festnahme. Daher kann der Fall in Düsseldorf verhandelt werden und entlastet so möglicherweise das Oberlandesgericht in Dresden.
Mutmaßlicher Kopf der Bande in Dresden vor Gericht
In Dresden wird seit Ende November in einem weiteren Verfahren gegen den mutmaßlichen Kopf der Bande, den 32-jährigen Johann G. sowie sechs weitere Mitglieder der Gruppe verhandelt.
Einem weiblichen Mitglieder der linken Schlägertruppe wird gerade in Budapest der Prozess gemacht. Maja T. war im Dezember 2023 in Berlin verhaftet und im Juni 2024 von den deutschen Behörden laut Verfassungsgericht rechtswidrig nach Ungarn ausgeliefert worden.
Dort sitzt die 25-jährige non-binäre Person unter harten Bedingungen ein. Die Verhandlung wurde wegen eines mehrwöchigen Hungerstreiks von Maja T. unterbrochen und soll morgen forgesetzt werden. Maja T. drohen in Ungarn bis zu 24 Jahre Haft.
Zwei Frauen schon zu mehrjähriger Haft verurteilt
Zwei junge Frauen wurden als Mitglieder der Antifa-Gruppe wegen der Taten bereits in München und Dresden zu fünf beziehungsweise fünf Jahren und drei Monaten Haft verurteilt. Auch den in Düsseldorf angeklagten jungen Menschen drohen mehrjährige Haftstrafen.
Sie sitzen seit ihrer Festnahme in Untersuchungshaft und haben Gerichtsangaben zufolge bisher zu den Vorwürfen geschwiegen. Für den Prozess sind bis ins Jahr 2027 über 70 Verhandlungstage angesetzt.
Unsere Quellen:
- OLG Düsseldorf
- Generalbundesanwalt (Pressemitteilung)
- Verteidiger (Pressemitteilung)
Rheinland-Pfalz: Eisregen und Glätte: Ausfälle im Busverkehr, aber nur wenige Unfälle

Eis- und Schneeglätte haben am Montag in Rheinland-Pfalz teils für Behinderungen gesorgt. Viele Buslinien meldeten am Morgen Ausfälle. Die Zahl der Unfälle hielt sich dagegen in Grenzen.
Im Norden des Landes kam der Busverkehr am Montagmorgen in vielen Landkreisen zum Erliegen, so im Kreis Mayen-Koblenz, im Westerwald, im Hunsrück und im Rhein-Lahn-Kreis. Auf der A3 bei Ransbach-Baumbach im Westerwald kamen Lkw nicht mehr weiter. Sie standen auf dem rechten Fahrstreifen an einer Steigung. Autos konnten nur im Schritttempo die Stelle passieren. Vielerorts im Land waren Straßenmeistereien im Einsatz.
Nur kleinere Unfälle im Land
Die Zahl der Autounfälle am Montag hielt sich trotz des Winterwetters in Grenzen. In der Region Mainz etwa ereigneten sich laut Polizei nur kleinere Unfälle, bei denen Autos in parkende Fahrzeuge oder Transporter gegen Ampelanlagen rutschten. Bei zwei Unfällen seien Menschen leicht verletzt worden, hieß es. Das Polizeipräsidium Trier meldete einen glättebedingten Unfall, genauso wie die Polizei Kaiserslautern. Auf der B9 bei Ludwigshafen kam es am Morgen zu zwei Unfällen, bei denen Eisplatten von Lastern auf Autos fielen, so ein Polizeisprecher.
Am Frankfurter Flughafen wurden wegen der Wetterlage rund 100 Flüge gestrichen. Reisende sollten sich vorab informieren, ob ihr Flug betroffen war.
Wetterlage entspannt sich
Inzwischen hat sich die Wetterlage in Rheinland-Pfalz entspannt. Laut SWR-Wetterexperte Sven Plöger wird es in den kommenden Tagen wieder milder - mit Höchsttemperaturen zwischen 8 und 10 Grad am Dienstag sowie 9 und 11 Grad am Mittwoch. Es soll überwiegend stark bewölkt sein und etwas regnen.
Keine landesweite Absage von Schulunterricht
Anders als im benachbarten Nordrhein-Westfalen waren hierzulande die Schulen nicht generell geschlossen am Montag. Die einzelnen Schulen konnten in Absprache mit den Schulträgern selbst entscheiden, den Präsenzunterricht ausfallen zu lassen, hatte das Bildungsministerium am Sonntagabend auf SWR-Anfrage mitgeteilt. Für eine landesweite Absage seien die Witterungsbedingungen zu unterschiedlich, so ein Sprecher. Wenn Schülerinnen und Schüler wegen Schnee und Eis nicht oder verspätet kommen, sollten die Schulen das "großzügig entschuldigen". Die Sicherheit gehe vor, hieß es.
Liftbetrieb in einigen Wintersportgebieten
Dank des Schneefalls kamen die Wintersportfreunde am Wochenende im Land auf ihre Kosten. Im Wintersportgebiet Wolfsschlucht bei Prüm etwa war der Skilift das ganze Wochenende in Betrieb. Auch auf dem Erbeskopf und am Schwarzen Mann in der Eifel konnten Skifahrer die Pisten hinunterfahren. Am Mäuseberg bei Daun reichte der Schnee dagegen noch nicht für Abfahrten.
Saarland: 35-jähriger Saarländer steht wegen Mordverdachts in Trier vor Gericht

Ab heute muss sich vor dem Landgericht in Trier ein 35-Jähriger aus dem Saarland verantworten. Er soll im vergangenen Jahr bei Hermeskeil eine Frau erschossen haben. Hintergrund war offenbar eine Affäre, die der Mann beenden wollte.
Vor dem Landgericht Trier beginnt heute ein Mordprozess gegen einen 35-jährigen Saarländer. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im Juni vergangenen Jahres auf einem Parkplatz bei Hermeskeil eine 28-jährige Frau erschossen zu haben.
Angeklagter soll zweimal geschossen haben
Zuvor sollen die beiden eine außereheliche Affäre gehabt haben, die der Mann beenden wollte. Daraufhin soll die Frau belastende Fotos an seine Schwägerin geschickt haben.
Bei einem Treffen – unter dem Vorwand eines klärenden Gesprächs – soll der Angeklagte zwei Schüsse auf die Frau abgegeben haben. Sie starb noch vor Ort an ihren Verletzungen.
Der Mann wurde einen Tag später festgenommen und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Sachsen: Neuer Intendant setzt auf Mix aus Experiment und Erfolgsstücken

Ab der Spielzeit 2026/27 wird Philipp Bormann das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau leiten. Bei MDR KULTUR hat er erstmals über seine Pläne für das Haus gesprochen. So will er unter anderem auf eine Mischung aus experimentellem Theater und Stücken, die ein breites Publikum anziehen, setzen. Angesichts der Theaterfinanzierung in Sachsen spricht Bormann von "großen Problemen".
- Der künftige Intendant des Gerhart-Hauptmann-Theaters sieht für das Haus finanzielle Probleme, die gelöst werden müssen.
- Philipp Bormann wird die Bühnen ab der Spielzeit 2026/27 leiten.
- Bormann folgt als Intendant auf Daniel Morgenroth, der das Haus auf eigenen Wunsch verlässt.
Der designierte Intendant des Gerhart-Hauptmann-Theaters setzt künftig auf einen Mix aus Experimenten und Erfolgsstücken. Philipp Bormann sagte MDR KULTUR, die Häuser in Görlitz und Zittau seien eine Mischung aus Stadttheater und Regionaltheater. Er setze deshalb auf eine Mischung aus "Projekten, von denen man weiß, dass sie sehr viele Menschen interessieren und erreichen", aber ebenso "zu ganz wichtigen Teilen auf das künstlerische Experiment". Beides müsse "in einem guten Gleichgewicht" stehen, so Bormann.
Theaterfinanzierung mit Problemen – auch in Görlitz und Zittau
Bormann verwies in dem Gespräch auch darauf, dass die Theaterfinanzierung abseits der großen Städte in Sachsen generell "von großen Problemen geprägt" sei. Das sei "ein Spiegel der allgemeinen Situation der Kommunalfinanzierung".
Für sein Theater seien die Gelder des Freistaats Sachsen, die in das Kulturraumgesetz fließen, eine wichtige Finanzierungsquelle, sagte Bormann. Doch auch hier gebe es Probleme. So seien die Mittel daraus seit dem Jahr 2000 zwar um 35 Prozent gestiegen, jedoch habe es durch die Tarifentwicklung im öffentlichen Dienst im gleichen Zeitraum eine Steigerung von 83 Prozent gegeben. Daraus ergebe sich eine Schere von fast 50 Prozent, so Bormann. Aus seiner Sicht sei es das Wichtigste, "diese Schere zu schließen".
Intendant ab der Spielzeit 2026/27
Mitte Dezember hatte der Görlitzer Stadtrat Philipp Bormann einstimmig als neuen Intendanten am Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau berufen. Zuvor hatten auch der Zittauer Stadtrat und der Kreistag dem 49-Jährigen das Vertrauen ausgesprochen. Er soll das Amt mit Beginn der Spielzeit 2026/27 übernehmen.
Bormann sagte damals MDR KULTUR: "Das ist für mich nie ein Beruf auf der Wunschagenda gewesen, weder in der Jugend noch später, aber jetzt fühlt es sich für mich sehr organisch an und total passend."
Bormann stammt aus Hildesheim. Er arbeitet seit 2009 am Theater Görlitz-Zittau. Er war zunächst Referent des damaligen Görlitzer Theaterintendanten Klaus Arauner. Seit 2021 leitet er die Verwaltung des Gerhart-Hauptmann-Theaters. Den Intendanten-Posten übernimmt er zu Beginn der Spielzeit 2026/27.
Fließenden Übergang in Görlitz und Zittau
Bormann sagte weiter, der Wechsel am Gerhart-Hauptmann-Theater sei für Theaterverhältnisse zwar kurzfristig. Aber da die kommende Spielzeit schon weitgehend vorgeplant worden sei, werde es ein "fließender Übergang".
Der bisherige Intendant Daniel Morgenroth verlässt das Haus auf eigenen Wunsch und übernimmt die Intendanz am Mainfranken-Theater Würzburg. Unter Morgenroths Intendanz kämpfte das Theater Görlitz-Zittau seit 2023 mit der Insolvenz. Im September vergangenen Jahres sorgte der Intendant für Aufsehen, als er die Namensrechte des Theaters verkaufen wollte.
Sachsen-Anhalt: ++ Anklage in Magdeburg wird verlesen ++

Dienstag ist der 15. Tag des Prozesses gegen Attentäter auf den Weihnachtsmarkt in Magdeburg. Vor Gericht sollen weitere Betroffene des Anschlags aussagen. Vergangene Woche ging es in der Verhandlung um die Person und den Lebenslauf des Angeklagten.
02:15 Uhr | MDR-Podcast stellt Geschichten der Betroffenen in den Mittelpunkt
Kurz vor dem ersten Jahrestag des Anschlags ist der MDR-Podcasts "Ungebremst" erschienen. Darin erzählen Opfer, Ersthelfer und Rettungskräfte von dem Abend, der ihr Leben für immer verändert hat. Und: vom schweren Weg zurück in den Alltag. Erstmals und exklusiv spricht im Podcast auch der Polizist, der Taleb A. gestoppt hat, von dem Moment der Festnahme.
Die Autoren Jana Merkel und Daniel Salpius stellen aber auch die Frage, wie es überhaupt zu dieser Tat kommen konnte, welche Sicherheitslücken es gab und wer dafür verantwortlich ist. Zu hören in der ARD-Audiothek und überall, wo es Podcasts gibt.
01:00 Uhr | Das war der vierzehnte Prozesstag
Nachdem der letzte Verhandlungstag im vergangen Jahr ohne den Angeklagten stattfand, ist Taleb A. am 14. Prozesstag wieder vor Gericht erschienen. Im Mittelpunkt der Verhandlung standen die Person und der Lebenslauf des Angeklagten. Es ging um ein Kindheitstrauma, aber auch um seine Karriere als Arzt, um Schulden und verlorene Rechtsstreitigkeiten. Im Gerichtssaal wurde das Vernehmungsvideo vom Tag der Amokfahrt gezeigt und Briefe vorgelesen, die er in der Haft verfasst hat. Darin hieß es unter anderem, dass er weiter Deutsche "abschlachten" wolle.
Thüringen: Sportschuhe im Wert von 100.000 Euro gestohlen

Die Polizei ist auf der Suche nach Dieben, die einen geparkten Sattelschlepper leergeräumt haben, der Sportschuhe geladen hatte. Das Diebesgut hat einen Wert von rund 100.000 Euro. Die Täter hatten auf einem abgelegenen Gewerbegebiet bei Weimar zugeschlagen.
Tatzeitraum zwischen 7. und 10. November 2025
Die Polizei sucht öffentlich und auch mit der Hilfe des MDR-Magazins "Kripo live" nach Hinweisen, um Dieben auf die Spur zu kommen, die eine wertvolle Ladung mit Sportschuhen von einem Sattelschlepper gestohlen haben.
Der Tatzeitraum kann nur auf mehrere Tage begrenzt werden, da das Fahrzeug seit 7. November 2025 im Gewerbegebiet Süßenborn bei Weimar geparkt war und der Diebstahl erst am 10. November 2025 in den frühen Morgenstunden bemerkt wurde. Der Wert des Diebesgutes wird auf 100.000 Euro geschätzt.
Gewerbegebiet von Verkehr umgeben
"Der Abstellort ist regelmäßig genutzt worden von Lkw-Fahrern", erklärt Thomas Griße von der Polizeidirektion Weimar gegenüber dem MDR-Magazin Kripo live. "Wir haben direkt die Bundesstraße nebenan liegend", sagt er. Das Fahrzeug habe an der Kreuzung zwischen abbiegender Landhausallee und dem General-von-Rüchel-Weg gestanden.
Die Gesuchten haben laut Polizeiangaben die Verriegelung aufgebrochen und die gestohlene Ladung "mutmaßlich auf ein anderes Fahrzeug geladen". Um im Schutz der Dunkelheit agieren zu können, kappten die Täter nach jetzigem Ermittlungsstand vorher womöglich sogar die Stromzufuhr der Straßenlaterne vor dem Lkw.
Ladungsdiebstähle häufen sich
Von Oktober bis Anfang Dezember hat die Polizei in Thüringen mehr als ein Dutzend Fälle registriert, in der in ähnlicher Weise Ladung von Fahrzeugen gestohlen wurde. Dabei habe es sich um verschiedenste Artikel gehandelt, wie Fahrräder, Fernseher oder auch Kleidungsstücke. Ob es hier Zusammenhänge gibt und Serientäter dahinter stecken, wird von der Polizei geprüft.
Im Falle der Sportschuhe handelt es sich um Ware, die per Schiff in Bremen angekommen war und mit dem Lkw zunächst nach Weimar transportiert wurde. "Wir vermuten, dass an den Häfen auch speziell ausgekundschaftet wird und die Täter versuchen, da Informationen abzugreifen", so Thomas Griße von der Polizeidirektion Weimar gegenüber dem MDR-Magazin Kripo live. Wenn dann die bevorstehende Route bekannt ist, könnten die Täter auf günstige Momente hoffen, um zuzuschlagen.
Hamburg: Hamburg: Glatteis auf den Straßen - Probleme mit Tauwasser

In Hamburg hat es am Montag viele Glatteis-Unfälle gegeben. Auch am Dienstagmorgen kann es noch glatt sein, die Unwetterwarnung wurde aber aufgehoben. Jetzt kommen viele Einsätze wegen des Tauwassers dazu.
Wegen überfrierender Nässe ist der Winterdienst in Hamburg seit den frühen Morgenstunden erneut im Volleinsatz. Das sei notwendig, weil nach Schnee und Eisregen im Verlauf der Nacht Sprühregen eingesetzt habe, so die Stadtreinigung. Da dieser auf nach wie vor gefrorenen Boden trifft, kommt es zu überfrierender Nässe. Laut Lagezentrum der Polizei gab es in der Nacht und am frühen Morgen aber keine größeren Vorkommnisse wegen der Glätte.
Tauwetter beschert Feuerwehr Einsätze
Allerdings beschert das einsetzende Tauwetter mit Regen der Feuerwehr zahlreiche Einsätze. Seit Montagmorgen seien die Einsatzkräfte 112 Mal ausgerückt. Grund waren umgeknickte Bäume, herabstürzende Äste, aber auch Schmelzwasser, das in Wohngebäude eingedrungen ist. In den vergangenen Tagen haben sich auf vielen Dächern, Straßen und Gehwegen große Schneemengen angesammelt. In der Nacht ist dieser Schnee vielerorts dann angetaut, dazu kam noch Sprühregen. Das Wasser konnte oft nicht abfließen, weil Regenrinnen und Abläufe noch zugefroren oder verstopft waren. Das Schmelzwasser suchte sich andere Wege, lief in Keller, stand auf Straßen oder drang durch die Dächer in Häuser ein.
A7 nach Massenkarambolage wieder frei
Bei den Verkehrsunfällen am Montag hatte es sich vor allem um Zusammenstöße bei geringer Geschwindigkeit und um Blechschäden gehandelt. Die Autobahn 7 musste nach einer Massenkarambolage mit zwei Verletzten zwischen Henstedt-Ulzburg und Quickborn in Richtung Hamburg zeitweise komplett gesperrt werden. Am späten Abend konnte der Abschnitt wieder freigegeben werden. Bei einem weiteren Unfall stießen drei Fahrzeuge zusammen - zwei Menschen wurden verletzt. Bei einem Fahrzeug handelte es sich um einen Viehtransporter mit Rindern. Einige Tiere mussten getötet werden.
S-Bahn liegengeblieben
Am Nachmittag blieb außerdem eine S-Bahn mit mehr als 500 Fahrgästen aufgrund einer vereisten Stromschiene zwischen den Elbbrücken und Hammerbrook liegen. Wegen Schnee und Blitzeis konnte der Zug nicht evakuiert werden und musste in den Bahnhof Elbbrücken zurückgerollt werden.
Weiter Einschränkungen bei S-Bahn
Fahrgäste der Hamburger S-Bahn müssen sich auch am Dienstag noch auf Einschränkungen einstellen. Nach Angaben der S-Bahn fährt die Linie S2 weiterhin gar nicht und die Linie S5 verkehrt zwischen Neugraben und Stade während des Berufsverkehrs alle 20 Minuten. Die Deutsche Bahn wies auf ihrer Internetseite darauf hin, dass es auch am Dienstag noch vereinzelt zu Verspätungen und Ausfällen kommen könne.
Mecklenburg-Vorpommern: Liveticker MV: Tief "Gunda" sorgt für Eisregen, Glätte und Busausfälle

Nach Nachtfrost kommt Eisregen: Tief "Gunda" sorgt in Mecklenburg-Vorpommern für spiegelglatte Straßen. Die Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor Unwetter gilt bis in den Vormittag hinein. Im Verkehr kann es wegen Blitzeis und überfrierenden Regen weiter zu Behinderungen kommen.
07:22 Uhr - Das Wichtigste in Kürze:
- In diesen Regionen gilt die Amtliche Unwetterwarnung
- Blitzeisgefahr: NDR Wetterexperte warnt vor Glatteis
07:22 Uhr - Rebus will eingeschränkten Betrieb um 8 Uhr aufnehmen
Ab 8 Uhr sollen die Linien 201, 203, 208, 250 und 270 von Rebus fahren, wie das Unternehmen mitteilte. Vereinzelt könne es noch zu Ausfällen kommen. Ein uneingeschränkter Linienbetrieb sei ab 10 Uhr geplant.
07:16 Uhr - Das NDR Wettergespräch zum Nachhören
Im westlichen Landesteil entspannt sich die Lage so langsam, sagt NDR Wetterexperte Stefan Kreibohm. Da der Frost etwa 30 Zentimeter tief in den Boden reicht, mahnt er dennoch zur Vorsicht. Das Gespräch zum Nachhören:
06:59 Uhr - NDR Hörer: "Mussten Trippelschritte machen"
NDR Hörer Torsten aus Klocksin bei Waren (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat seine Kinder heute Morgen zur Bushaltestelle gebracht. "Da ist eine komplette Eisschicht auf der Straße. Wir musste auf dem Weg zur Haltestelle Trippelschritte gehen, damit wir nicht stürzen." Der Schulbus sei dann nicht gekommen, sodass seine Kinder heute von zu Hause aus lernen.
06:32 Uhr - NDR Hörer aus Sternberg: "Ich komme nicht mal vom Hof"
"Ich bin hochgegangen zum Postkasten, da hätte ich mich zweimal fast hingeschmissen", berichtet NDR Hörer Klaus. Der Rentner aus Sternberg freut sich, dass er heute nicht los muss. "Ich komme nicht mal vom Hof."
06:26 Uhr - Bus in Schwerin weggerutscht
In der Schweriner Lennéstraße am Ufer des Faulen Sees ist am Morgen ein Bus weggerutscht. An der Stelle befindet sich Kopfsteinpflaster, das wegen der aktuellen Witterung spiegelglatt ist.
06:14 Uhr - Krankenhäuser in Vorpommern vorbereitet
Die Krankenhäuser in Vorpommern teilten gestern bereits mit, dass sie gut vorbereitet seien. Vom Sana-Krankenhaus in Bergen auf Rügen hieß es: "Alle Versorgungsbereiche können ihren regulären Dienst versehen und jederzeit flexibel auf unterschiedliche Situationen reagieren. Darüber hinaus existieren in jedem Krankenhaus Notfallpläne, die im Bedarfsfall schnell aktiviert werden können, um die notwendige Versorgung der Patientinnen und Patienten auch bei widrigen Wetterlagen sicherzustellen."
06:04 Uhr - Fünf Unfälle in Westmecklenburg
Nach Angaben der Polizei hat es in Westmecklenburg bislang fünf Unfälle gegeben. Verletzt wurde dabei niemand. Es seien kleinere Unfälle teilweise nur mit Blechschäden gewesen. Die Polizei hat darüber hinaus Anrufe von mehreren Bürgern bekommen, die auf der Straße wegen der Glätte mit dem Auto nicht mehr vorankommen. Laut Polizei können die Beamten dabei nicht helfen. Betroffene könnten versuchen, über einen Abschleppdienst Hilfe zu bekommen.
05:52 Uhr - Rebus stellt Verkehr wegen Glatteis teilweise ein
Die Verkehrsgesellschaft Rebus im Landkreis Rostock hat wegen der Witterung den Verkehr teilweise eingestellt. "Aufgrund der aktuellen Wetterlage und den daraus resultierenden Straßenverhältnissen sind wir gezwungen, den gesamten Verkehr im südlichen Raum (Linie 200-292) einzustellen", heißt es von dem Unternehmen. Auch die Rufbusse seien betroffen. Weiterhin könne es im gesamten Verkehrsgebiet zu starken Verspätungen und Ausfällen kommen. "Wir werden nach Wetterlage entscheiden, ab wann der Betrieb dann wieder vollständig aufgenommen werden kann", so das Unternehmen.
05:50 Uhr - Polizeipräsidium Neubrandenburg: "Bislang ruhig"
Das Polizeipräsidium Neubrandenburg spricht bislang von einer sehr ruhigen Nacht. Glätte spiele derzeit noch keine Rolle. In Röbel kam ein Auto von der Straße ab. Der Sachschaden beträgt 8.000 Euro.
05:45 Uhr - Busse der VLP fahren nicht
Die Linien-, Schul- und Rufbusse der Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) fahren derzeit nicht. "Die VLP muss kurzfristig den Betrieb einstellen", sagte Olaf Dechow, Verkehrsleiter der VLP. Wann die Busse voraussichtlich wieder fahren, sei nicht abzusehen.
05:22 Uhr - Mehrere kleine Unfälle im Raum Rostock
In der Nacht und am Dienstagmorgen gab es im Raum Rostock mehrere kleine Unfälle, wie die Polizei mitteilte. Diese seien vor allem beim Ausparken oder Anfahren entstanden. Es gab lediglich kleine Schäden und keine Verletzten. In Kuchelmiß ist ein Transporter in eine Schutzplanke gefahren. Einen weiteren Glätteunfall gab es in Teterow. Die Polizei weist drauf hin, dass auch Rad- und Fußwege sehr glatt sein können.
05:01 Uhr - Amtliche Unwetterwarnung gilt bis mittags
Die Warnung gilt vorerst bis Dienstagmittag: "In weiten Teilen Norddeutschlands Glatteis durch ostwärts verlagernden, gefrierenden Regen. Zunächst in Westniedersachsen Entspannung der Glatteislage, zuletzt im Osten Mecklenburg-Vorpommerns im Laufe des Dienstags", so der Deutsche Wetterdienst. Im östlichen Landesteil gilt die Warnung derzeit bis 10 Uhr.
04:56 Uhr - Blitzeisgefahr: NDR Wetterexperte warnt vor Glatteis im Berufsverkehr
Nach dem Dauerfrost der vergangenen Tage ist der Boden in Mecklenburg-Vorpommern gefroren, vor allem dort, wo wenig Schnee liegt - etwa von der Müritz bis zur Uckermark. "Von West n nach Ost fällt am Morgen Regen, der sofort zu Eis gefriert", sagt NDR Wetterexperte Stefan Kreibohm. Die Folge ist Blitzeis, "das macht die Lage sehr brisant", so Kreibohm. Vorpommern könnte die gefährliche Glatteisbildung den Wettermodellen zufolge im Berufsverkehr treffen.
Niedersachsen: Tauwetter in Niedersachsen - doch stellenweise "spiegelglatt"

In Niedersachsen hat Tauwetter eingesetzt - der Zugverkehr normalisiert sich. Gebietsweise herrscht dennoch Glätte. Bei Bispingen ist am Morgen ein Lkw in einen Graben gerutscht.
Rund um Lüneburg und Uelzen sei es "spiegelglatt", teilte eine NDR Reporterin mit. An der Unfallstelle bei Bispingen musste die B209 wegen Bergungsarbeiten vorübergehend vollständig gesperrt werden. Am Dienstag waren auf stark vereister Fahrbahn zwei Fahrzeuge kollidiert. Ein Wagen überschlug sich, der zweite rutschte einen etwa 2,5 Meter hohen Hügel hinauf, durchbrach einen Zaun und prallte schließlich gegen einen Baum. Die Insassen wurden nur leicht verletzt. Der Deutsche Wetterdienst warnt in den Landkreisen Harburg, Lüneburg, Heidekreis, Uelzen, Lüchow-Dannenberg und Gifhorn vor Glätte.
Nach Schnee und Eis: Bahnverkehr normalisiert sich
Laut Deutscher Bahn normalisiert sich de Zugverkehr derzeit. Witterungsbedingt könne es heute in Niedersachsen und Bremen noch vereinzelt zu Verspätungen und (Teil-) Ausfällen kommen. Derzeit liegen den Angaben zufolge keine witterungsbedingten Beeinträchtigungen vor. "Bitte seien Sie besonders vorsichtig beim Ein- und Aussteigen. Die Bahnsteige können glatt sein", teilte die Deutsche Bahn mit. "Der Betrieb läuft stabil, wenn auch mit Verspätungen durch Witterungseinflüsse", heißt es von Metronom und Enno.
Stadtbahn-Verkehr Hannover noch eingeschränkt
Im Nahverkehr der Üstra in Hannover können bisher noch nicht alle Stadtbahnstrecken von Anfang bis Ende bedient werden. Die Tunnelstrecken werden der Üstra zufolge komplett befahren. Fahrgäste werden gebeten, sich vor Fahrtantritt auf der Website zu informieren. Am Freitag waren wegen Schnee zwei Stadtbahnen entgleist.
Weser und Jade für Schifffahrt frei, Elbe gesperrt
Trotz kleiner Mengen Eis sind Außen- und Unterweser sowie die Jade für die Schifffahrt offen. Das teilte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Weser-Jade-Nordsee am Montag mit. Eisbrecher stehen dennoch bereit, falls sich die Eislage verschärfen sollte. Auch die Tonnen in Jade- und Wesermündung seien vorsorglich gegen robustere Seezeichen ausgetauscht worden, heißt es weiter vom WSA. Probleme gibt es allerdings mit zusammengefrorenen Eisschollen auf der Elbe - sie ist zwischen Geesthacht und Bleckede für Schiffe gesperrt.
Am Dienstag wieder Unterricht
Nach den Schulausfällen am Montag läuft am Dienstag der Präsenzunterricht in den Landkreisen und Kommunen wieder an. Die Verkehrsmanagementzentrale Niedersachsen hat bisher keine wetterbedingten Schulausfälle für Dienstag angekündigt.
Viel zu tun für Notaufnahmen und Krankenhäuser
Seit dem Wochenende behandeln Krankenhäuser vor allem Sturzverletzungen und Brüche. Betroffen sind vor allem Handgelenke, Oberarme, Oberschenkel und Füße, sagte etwa ein Sprecher des Evangelischen Krankenhauses in Göttingen-Weende dem NDR. Auch in Osnabrück haben es die Krankenhäuser auf Nachfrage von NDR Niedersachsen vermehrt mit Knochenbrüchen zu tun. Die hohe Auslastung werde etwa das Marienhospital, aber auch das Franziskus Hospital Harderberg wohl noch die ganze Woche beschäftigen.
Schleswig-Holstein: Willenscharen: Feuerwehr und Schornsteinfeger löschen Brand

Grund war ein Schornsteinbrand. Der Schlot musste gereinigt werden. Sonst drohten Funken auf das Dach überzugehen.
In Willenscharen hat es am Montagabend einen Schornsteinbrand gegeben. Laut Rettungsleitstelle mussten die Einsatzkräfte zu einem Reiterhof am Waldberg ausrücken, weil Funken aus dem Schlot eines Hauses flogen. Ein Schornsteinfeger hatte von einer Drehleiter aus den Schornstein gekehrt. Die heißen Partikel hätten sich sonst auf dem Dach ablegen und einen Brand verursachen können.
Mehrere freiwillige Wehren im Einsatz
Vor Ort waren die Freiwilligen Feuerwehren Willenscharen, Brokstedt und Kellinghusen (alle Kreis Steinburg). Auch ein Rettungswagen war für den Notfall an der Brandstelle. Gegen 22 Uhr war der Einsatz beendet.

