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SPD-Chef im Bericht aus Berlin: Klingbeil gegen Sozialkürzungen und für Gesundheitsabgabe

Auf ihrer Vorstandsklausur am Wochenende hat die SPD die Basis für ein neues Grundsatzprogramm gelegt. Dafür müssten auch Gewissheiten in Frage gestellt werden, hatte der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil in seiner Grundsatzrede am Samstag erklärt.
Rückbesinnung auf die Arbeiterschaft
"Wir müssen jetzt stärker in den Mittelpunkt wieder rücken, dass wir die Partei der Arbeit sind, dass wir uns um Menschen kümmern, die in Arbeitsverhältnissen sind, die aber Sorge haben, dass ihre Arbeit vielleicht bei all den Umbrüchen, die wir in der Welt erleben, verloren geht", so Klingbeil weiter. In dieser Hinsicht sei der SPD in den vergangenen Jahren das Profil verlorengegangen.
Dazu gehöre auch, dass man von dieser Arbeit gut leben kann. Vorwürfe der Union, die Deutschen würden nicht genug arbeiten, wies er erneut zurück. Dies sei der "völlig falsche Weg": "Immer so zu tun, als ob der Abbau von Sozialstaat und der Abbau von Arbeitnehmerrechten dazu führt, dass wir wirtschaftlich stärker werden - das teile ich überhaupt nicht."
Strukturreformen bei sozialen Sicherungssystemen
Die wichtigste Voraussetzung, um das Land voranzubringen, sei Wirtschaftswachstum, meint Klingbeil: "Wir brauchen endlich wieder Wachstum nach vier Jahren. Und das eine Prozent, das wir jetzt gerade in den Prognosen haben, das reicht mir nicht. Und dafür müssen wir uns mehr anstrengen." Zudem müssten die sozialen Sicherungssysteme neu aufgestellt werden, mit Strukturreformen, aber nicht "auf dem Rücken der Beschäftigten und der fleißigen Menschen in diesem Land."
Dafür müsse man " hart daran arbeiten, dass unser Sozialstaat effektiver wird, dass die Leistungen viel genauer bei den Menschen ankommen", forderte Klingbeil. Dabei müssten auch Einkommen aus Kapital einen stärkeren Beitrag leisten. Trotzdem müsse auch der Haushalt konsolidiert und weiter gespart werden - zum Beispiel bei Subventionen.
Weitere Einkommen bei Gesundheitskosten mit einbeziehen
Beim Gesundheits- und Pflegesystem begrüße er den Vorschlag, darüber Kapitaleinkünfte stärker einzubeziehen, erklärte Klingbeil: "Ich habe persönlich die Überzeugung, dass wir daran arbeiten müssen, dass alle Menschen, die viel Geld haben und die hohe Vermögen haben in diesem Land - dass die mehr dazu beitragen müssen, dass es gerechter zugeht, dass sie auch Verantwortung übernehmen." In der Beschlussvorlage der SPD zu einer Reform des Sozialstaats wird dieser Vorschlag genannt.
Mit der Einbeziehung von Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen würde der Kreis der Beitragszahler ausgedehnt. Bislang werden Dividenden oder Mieten nur bei freiwilligen Mitgliedern in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) berücksichtigt und auch hier nur bis zur so genannten Beitragsbemessungsgrenze. "Das ist ein Diskussionsangebot, das wir haben", so Klingbeil. "Wir finden das richtig, dass man das macht."
Vorschläge zum Mieterschutz: Wie Hubig gegen hohe Mieten vorgehen will

Wie können Mieter geschützt werden - etwa vor Kurzzeitverträgen oder teuren, möblierten Wohnungen? Justizministerin Hubig plant dazu eine Gesetzesänderung. Von Opposition und Verbänden kommt Kritik.
900 Euro kalt für 24 Quadratmeter im Erdgeschoss. Drei Stühle, einen Tisch und ein Sofa gibt es dazu. Auf angespannten Wohnungsmärkten sind solche Anzeigen keine Seltenheit. Durch eine spartanische Möblierung versuchen Vermieter, eine höhere Miete zu rechtfertigen und eine etwaige Mietpreisbremse zu umgehen. Oder es werden auf kurze Zeit befristete Mietverträge angeboten. Auch so lässt sich eine Mietpreisbremse umgehen.
Möblierungszuschlag muss "angemessen" sein
Danach sollen Vermieter auf angespannten Wohnungsmärkten ausweisen müssen, wie viel sie wegen einer Möblierung auf die Miete aufschlagen wollen. Und zwar unaufgefordert und bevor ein Mieter signalisiert, dass er die Wohnung gerne haben möchte. Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) bemängelt fehlende Transparenz: Es sei oft nicht klar, "was der Zuschlag ist für die Möblierung und was die Miete ist".
Kommen Vermieter dem nicht nach, sollen Mieter nur so viel zahlen müssen, wie ohne die Möblierung verlangt werden dürfte. Orientieren können sich Mieter beispielsweise am örtlichen Mietspiegel, der in der Regel durchschnittliche Nettokaltmieten nach Baujahr, Wohnungsgröße, Lage und Ausstattung enthält.
Der Zuschlag muss nach dem Entwurf "angemessen" sein. Dafür soll er sich am Anschaffungswert der Einrichtung orientieren und daran, wie abgenutzt diese bereits ist. Für eine vollständig möblierte Wohnung schlägt das Justizministerium eine Pauschale von fünf Prozent der Nettokaltmiete vor.
Beschränkungen für Kurzzeitmietverträge
Vorübergehende Mietverträge sollen künftig nur noch dann von der Mietpreisbremse ausgenommen werden, wenn sie für maximal sechs Monate abgeschlossen werden. Außerdem braucht es für die Befristung einen besonderen Grund auf Seiten des Mieters, etwa berufliche Gründe wie kurzfristige Projekte, Montagearbeiten oder Praktika.
Bei maximal sechs Monaten ist laut Referentenentwurf davon auszugehen, dass ein Mieter seinen Lebensmittelpunkt nicht dauerhaft in die Wohnung verlegen will, somit wäre eine Kurzzeitmiete gerechtfertigt.
Indexmieten und Schonfristzahlung
Bei einem weiteren Vorschlag geht es um sogenannte Indexmieten, die sich an der Inflationsrate orientieren. Für Mieter kann das zur Belastung werden, wenn die Preise stark steigen - wie es etwa zu Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine der Fall war. Künftig soll die Miete in solchen Fällen um maximal 3,5 Prozent steigen.
Und wer in Verzug mit der Miete geraten ist und dem deshalb die Wohnung gekündigt worden ist, der soll einmalig auch die ordentliche Kündigung abwenden können, indem er die ausstehende Miete zahlt.
Kritik von Opposition und Verbänden
Der Justizministerin ist wichtig zu betonen, dass es "ganz großartige Vermieterinnen und Vermieter" in Deutschland gibt. Für sie soll es weiter attraktiv bleiben, Wohnungen zu vermieten. Bei diesem Punkt regt sich Widerspruch von Haus & Grund. Kai Warnecke von der Interessengemeinschaft der Haus- und Wohnungseigentümer beschreibt den Referentenentwurf insbesondere wegen der erweiterten Schonfristkündigung als "klares Signal an private Eigentümer: Modernisieren und investieren in Deutschland lohnt sich nicht mehr".
Dabei steckt für Vermietende im Entwurf auch eine Möglichkeit, höhere Modernisierungskosten als bisher an die Mieterinnen und Mieter weiterzugeben, bemerkt Ines Schwerdtner, die Chefin der Linkspartei. Künftig sollen Vermieter bis zu 20.000 Euro Modernisierungskosten auf die Mieter umlegen können - für Schwerdtner "ein Skandal". Grundsätzlich begrüßt sie aber, dass "die größten Schlupflöcher beim Mietrecht gestopft werden, also die Indexmieten, die möblierten Wohnungen".
Dennoch geht der Linken der Entwurf nicht weit genug, Schwerdtner fordert einen bundesweiten Mietendeckel. Während die Mietpreisbremse nur in bestimmten Gebieten und nur bei Neuvermietungen greift, würde ein Mietendeckel auch bestehende Mieten begrenzen.
Auch die Grünen reagieren enttäuscht. Hanna Steinmüller, die Wohnungspolitik-Expertin der Grünen-Fraktion im Bundestag, bezeichnet den Entwurf gegenüber der Nachrichtenagentur AFP als "das absolute Minimum im Mietrecht". Die Abgeordnete verweist darauf, dass Mieterinnen und Mietern zu oft unter falschen Vorwänden gekündigt würde, wenn sie auf überhöhte Mieten aufmerksam machen. Von Hubig fordert sie diesbezüglich "wirksame Sanktionen - um dem Wildwest auf den Wohnungsmärkten endlich ein Ende zu setzen".
Weitere Pläne zum Mietrecht
Bevor die Änderungen Gesetz werden können, müssen sie noch mehrere Schritte durchlaufen: Nach der Verbändeanhörung muss das Kabinett sie beschließen und anschließend der Bundestag. Das Ministerium selbst vermeidet eine Angabe, wann das voraussichtlich der Fall sein könnte.
Die jetzt vorgelegten Vorschläge entsprechen den Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag. Bereits umgesetzt wurde die Verlängerung der Mietpreisbremse um vier Jahre.
Im vergangenen September kam außerdem das erste Mal eine Gruppe aus Vertretern von Mieter- und Vermieterorganisationen sowie aus Justiz, Wissenschaft, Praxis und Kommunen zusammen. Sie sollen sich mit Bußgeldregeln bei Verstößen gegen die Mietpreisbremse und bei Mietwucher beschäftigen. Bis Ende 2026 werden Ergebnisse erwartet.
Gespräche mit den USA: Iran droht bei Angriff mit Vergeltung an US-Basen

Nach Atom-Gesprächen mit den USA hat Irans Außenminister Araghtschi seine Gesprächspartner gewarnt: Sollten die USA das Land angreifen, werde der Iran US-Stützpunkte ins Visier nehmen.
Zwei Tage nach neuen Gesprächen mit den USA über das iranische Atomprogramm hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi die USA vor einem Angriff auf sein Land gewarnt. In einem solchen Fall hätte Iran zwar nicht die Fähigkeiten, die Vereinigten Staaten selbst zu attackieren, sagte er dem arabischen Sender Al-Jazeera. Doch würde sein Land dafür "US-Stützpunkte in der Region angreifen oder Vergeltung an ihnen üben".
Zudem sprach Araghtschi von einem "sehr, sehr tiefen Misstrauen" nach dem, was nach vorangegangenen Gesprächen passiert sei. Im vergangenen Jahr hatten die USA während des israelisch-iranischen Kriegs Atomanlagen in der Islamischen Republik bombardiert.
Iran besteht auf Uran-Anreicherung
Der iranische Chefdiplomat bekräftigte, dass es in den neuen Gesprächen mit den USA ausschließlich ums Atomprogramm gehe. Die "Raketenfrage" und andere Verteidigungsangelegenheiten seien "in keiner Weise verhandelbar - weder jetzt noch zu irgendeinem Zeitpunkt in der Zukunft".
Zum Atomprogramm sagte Araghtschi, dass kein anderes Land das Recht habe, "uns unser Verhalten vorzuschreiben". Für sein "friedliches Atomprogramm und seine Uran-Anreicherung" habe der Iran "einen sehr hohen Preis bezahlt".
Die USA und Iran hatten am Freitag im Oman indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt. Die Verhandlungen in Maskat wurden auch vor dem Hintergrund einer drohenden Eskalation zwischen den beiden Ländern geführt. Westliche Staaten werfen Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben - was Teheran bestreitet.
Unwetter in Spanien und Portugal: Regenpause bringt leichte Entspannung

Nach heftigen Unwettern entspannt sich die Lage in Spanien und Portugal vorübergehend. Viele Regionen sind jedoch noch immer überflutet, auch das Risiko für Erdrutsche ist hoch. Und weiterer Regen soll kommen.
In Portugal und Spanien hat sich die Lage nach einer Serie ungewöhnlich häufiger Unwetter vorübergehend leicht entspannt. Obwohl es am Sonntag überwiegend trocken blieb und sich die Sonne zeigte, standen in beiden Ländern nach dem Durchzug des Sturmtiefs "Marta" am Samstag weiter ganze Landstriche unter Wasser.
"Marta" war bereits das siebte Sturmtief seit Jahresbeginn und hatte Starkregen, Orkanböen und hohe Wellen an den Küsten Portugals und Andalusiens im Süden Spaniens ausgelöst. Wie die staatlichen TV-Sender beider Länder, RTVE und RTP berichteten, mussten übervolle Stauseen kontrolliert Wasser ablassen. Daher führten viele Flüsse weiter Hochwasser. Tausende Evakuierte waren in Notunterkünften untergebracht, und auch das Risiko von Erdrutschen blieb hoch.
Neuer Regen ab Sonntagabend
Ab Sonntagabend sagten die Wetterdienste beider Länder neue Niederschläge vorher, voraussichtlich aber weniger heftig als an den Tagen zuvor. Vor "Marta" zog am Mittwoch und Donnerstag Sturm "Leonardo" über die Region hinweg. In Spanien kam in der Region Málaga eine Frau ums Leben. In Portugal gab es seit vergangener Woche insgesamt 13 Tote durch eine ganze Reihe von Stürmen und Hunderte Verletzte bei Aufräumarbeiten. In Portugal und Spanien wurde das Militär zur Unterstützung der zivilen Katastrophenschutzkräfte hinzugezogen.
Auch das weiter südlich gelegene Marokko wurde in den vergangenen Tagen von heftigen Regenfällen und Stürmen getroffen. Etwa 154.000 Menschen im Norden des Landes mussten in Sicherheit gebracht werden.
Prognosen nach Wahl: Klarer Sieg für Japans neue Regierungschefin

Bei der kurzfristig angesetzten Parlamentswahl in Japan hat die Regierungspartei von Premierministerin Takaichi Prognosen zufolge mit klarer Mehrheit gewonnen. Das dürfte einen deutlichen Rechtsruck bedeuten.
Die in Japan regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) hat unter der neuen Premierministerin Sanae Takaichi einen klaren Wahlsieg eingefahren. Prognosen japanischer Fernsehsender sagten der LDP nach der Schließung der Wahllokale am Sonntag eine Mehrheit der 465 Sitze im Unterhaus voraus.
Die 64-jährige Takaichi gehört dem rechten Flügel der LPD an. Der von ihr angeführte Block könnte möglicherweise sogar eine Zwei-Drittel-Mehrheit erringen, berichteten NHK und andere japanische Sender.
Konservative Agenda mit Fokus auf Aufrüstung
Der klare Sieg der ultrakonservativen Takaichi kann einen weiteren Rechtsruck bedeuten. Die deutlichen Zugewinne für die LDP und ihre Partner dürften es Takaichi erlauben, ihre konservative Agenda durchzusetzen.
Unter anderem hat sie sich zum Ziel gesetzt, die japanische Wirtschaft zu stärken und die militärischen Fähigkeiten Japans aufzubauen - etwa mit Blick auf den Konflikt mit der Regionalmacht China.
"Ausländerproblem" im Mittelpunkt der Wahlen
Im Wahlkampf stand vor allem das "Ausländerproblem" im Mittelpunkt. Ausländer hielten sich nicht an die Regeln, das Volk fühle sich unsicher, dies werde man "frontal" angehen, versprach die LDP. Auch will sie Ausländer mit verschärften Gesetzen fortan am Kauf von Immobilien hindern. Mit dem Thema gelang es der LDP Beobachtern zufolge, konservative Wähler zurückzugewinnen.
Takaichi hatte im Oktober als erste Frau in der Geschichte Japans das Ministerpräsidentenamt übernommen und Ende Januar das Unterhaus aufgelöst. Damit machte sie den Weg für die vorgezogene Wahl frei.
Thailand: Regierende Konservative gewinnen Parlamentswahl

In Thailand hat die Partei des konservativen Regierungschefs Anutin laut Prognosen die Parlamentswahl vor der progressiven Volkspartei gewonnen. Allerdings dürfte keine Partei eine klare Mehrheit erringen.
Bei der Parlamentswahl in Thailand liegt die Partei von Ministerpräsident Anutin Charnvirakul nach ersten Auszählungen vorn. Seine Bhumjaithai-Partei holte nach den vom Sender Channel 3 veröffentlichten Prognosen 198 der 500 Sitze und wurde damit stärkste Kraft. Die progressive Volkspartei landete demnach mit 97 Sitzen abgeschlagen auf dem zweiten Platz.
Anutin erklärte, er nehme das Vertrauen an, das das Volk seiner Partei entgegenbringe, und versprach, allen Thailändern zu dienen. Er freue sich auf die weitere Arbeit mit einem noch stärkeren Kabinett und einer noch stärkeren Regierung. Allerdings dürfte seine Partei den aktuellen Zwischenergebnissen zufolge auf Koalitionspartner angewiesen sein.
Volkspartei kündigt Gang in die Opposition an
In den meisten Umfragen hatte die Volkspartei vorne gelegen. Sie hatte mit Strukturreformen geworben. Ihr Vorsitzender Natthaphong Ruengpanyawut erklärte nun, er sei bereit, in die Opposition zu gehen, sollte die regierende Bhumjaithai-Partei eine Regierung bilden. Man werde keine konkurrierende Koalition anstreben.
Anutin hatte die vorgezogene Neuwahl Mitte Dezember inmitten eines Grenzkonflikts mit Kambodscha angesetzt. Analysten werteten dies als einen Schritt des konservativen Politikers, um vom zunehmenden Nationalismus zu profitieren. Er war zu diesem Zeitpunkt weniger als 100 Tage im Amt, nachdem er die frühere Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra von der populistischen Pheu-Thai-Partei nach der Kambodscha-Krise abgelöst hatte
Verfassungsreferendum offenbar erfolgreich
Die thailändischen Wähler waren zudem aufgerufen, in einem Referendum darüber zu entscheiden, ob eine neue Verfassung die Charta von 2017 ersetzen soll. Dieses vom Militär unterstützte Dokument konzentriert Kritikern zufolge die Macht in undemokratischen Institutionen. Ersten Auszählungen zufolge stimmten die Wähler mit einer Mehrheit von fast zwei zu eins für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung.
Kritik an hohen Kosten: Bahn stellt Image-Kampagne mit Anke Engelke ein

Eine Fortsetzung der Webserie "Boah, Bahn!" mit Entertainerin Anke Engelke wird es 2026 nicht geben. Das passe nicht in die Zeit, heißt es bei der Deutschen Bahn. Aus der Politik kommt Kritik an den Kosten.
Angesichts der Debatte über Sicherheitsmängel bei der Deutschen Bahn gibt es Kritik an den Kosten für eine Bahn-Imagekampagne mit Komikerin Anke Engelke. Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Sebastian Fiedler, nannte es in der Bild am Sonntag einen Skandal, dass der Bahn-Vorstand "so viele Millionen Euro für lustige Werbeclips" ausgebe.
Für dieses Geld hätten mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte ein Jahr lang bezahlt werden können, so Fiedler. Das Thema werde im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben.
Es geht um die Mini-Serie "Boah, Bahn!", in der Engelke die Hauptrolle der Zugchefin Tina spielt, die mit typischen Problemen der Bahn wie Verspätungen oder defekten Kaffeemaschinen im Bordbistro kämpft.
Bahn plant keine Fortsetzung
Die Deutsche Bahn machte keine Angaben zu den Kosten für die Serie und verwies auf Anfrage darauf, dass "Informationen zu Werbeausgaben sowie zu Auftrags- bzw. Vertragsdetails unmittelbare Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse der Deutsche Bahn AG sind und nicht öffentlich kommuniziert werden". Das Budget bewege sich im Rahmen vergleichbarer Werbekampagnen in der Branche.
Unabhängig davon bestätigte die Bahn, dass es 2026 keine Fortsetzung der Serie geben werde. "Eine Fortsetzung der Kampagne passt nicht in die Zeit", hieß es auf Anfrage.
Webserie als "Humorvolle Liebeserklärung"
In der im Oktober 2025 gestarteten Webserie "Boah, Bahn!" werden nach früheren Angaben der Deutschen Bahn in 3-4-minütigen Episoden Geschichten aus dem Alltag des Zugpersonals mit einem Augenzwinkern erzählt. Die Folgen wurden auf den Social-Media Kanälen der Bahn ausgespielt.
Der DB-Vorstand für den Personenfernverkehr, Michael Peterson, hatte die Webserie mit Engelke zum Start im Oktober 2025 seinerzeit als "humorvolle Liebeserklärung an die Mitarbeitenden" der Bahn gelobt.
Kritik auch von Bahngewerkschaft EVG
Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, fragt laut Bild am Sonntag nun mit Blick auf die Kosten, "ob nicht die Sanierung aller Pausenräume oder eine flächendeckende Ausstattung mit Bodycams die bessere Liebeserklärung gewesen wäre".
Hintergrund der Kritik ist die Tötung eines Zugbegleiters. Er hatte im Regionalverkehr Fahrkarten kontrolliert, wurde von einem Fahrgast ohne Ticket schwer verletzt und verstarb kurz danach. Zahlreiche Mitarbeiter der bundeseigenen Deutschen Bahn wurden nach Angaben des Bundes bereits Opfer von Straftaten. Die EVG verweist seit Jahren auf mehr Übergriffe gegen das Personal und fordert mehr Schutz der Mitarbeiter.
Baumgartner-Doppelpack: Leipzig nimmt mit VAR-Glück Sieg aus Köln mit

Ein Doppelpack von Christoph Baumgartner bescherte RB Leipzig in der Fußball-Bundesliga einen Sieg beim 1. FC Köln - der bei einer engen VAR-Entscheidung aber am seidenen Faden hing.
Der Österreicher (29., 56.) schoss am Sonntag beide Treffer zum 2:1 (1:0)-Sieg für Leipzig. Den zwischenzeitlichen Kölner Ausgleich erzielte Jan Thielmann (51.) mit einem perfekten Schuss in den Winkel. Lange Diskussionen gab es um eine elfmeterwürdige Situation, als Baumgartner einen Thielmann-Schuss vor der Linie mit der Hand klärte, Schiedsrichter Frank Willenborg mit dem VAR-Team aber in der Entstehung noch eine Abseitsposition der Kölner fand (76.).
Leipzigs Werner: "Leidenschaftlich verteidigt"
Kölns Trainer Lukas Kwasniok war nach dem Spiel bedient, drückte sich aber vorsichtig aus: "Niederlagen gehen mir schon auf den Zünder. Nach dem Spielverlauf war es eher ein Unentschieden-Spiel. Ein paar Momente waren nicht auf unserer Seite." Sein Gegenüber Ole Werner fand: "Wir sind verdient in Führung gegangen. Dann hat Köln gedrückt. Hinten heraus haben wir es sehr leidenschaftlich verteidigt."
Nach zuletzt zwei Spielen ohne Sieg rückt RB durch den Erfolg mit 39 Punkten wieder vor auf Rang vier. Köln rangiert mit 23 Punkten als Zehnter weiter im Mittelfeld. Der Abstiegs-Relegationsplatz ist allerdings nur vier Punkte entfernt.
Kölns Said El Mala scheitert früh, Leipzigs Romulo trifft nur den Pfosten
Beide Teams hielten sich zum Start nicht lange mit taktischem Geplänkel auf und suchten den direkten Weg nach vorn. Köln fuhr schon nach fünf Minuten einen gefährlichen Konter, als Ragnar Ache Said El Mala über halblinks schickte. Doch der Shootingstar bekam nur einen schwachen Abschluss genau auf RB-Torwart Peter Gulacsi hin.
Kurz darauf hätte es beinahe im FC-Tor eingeschlagen. Nach einem schönen Spielzug überlief David Raum auf links und legte den Ball dann zurück auf Baumgartner. Doch Torwart Marvin Schwäbe blockte die Direktabnahme noch weg. Den Nachschuss setzte Romulo an den Pfosten (6.).
Baumgartners Hinterkopf sorgt für Leipzigs Führung
Leipzig, bei dem Last-Minute-Zugang Brajan Gruda direkt in der Startelf stand, hatte die klar bessere Spielanlage und mit Antonio Nusa und Yan Diomande auf den Flügeln Spieler, die jederzeit über ihre Schnelligkeit und Dribblings für Lücken sorgten. Köln lauerte vor allem auf Konter, ließ aber auch die zweite gute Möglichkeit liegen. Wieder war es El Mala, der von halblinks frei zum Abschluss kam, den Ball aber rechts am Tor vorbeisetzte.
Eigentlich lief es insgesamt für Außenseiter Köln ganz gut, wäre da nicht die Defensivschwäche bei Standards. Bei einem Raum-Freistoß mit Zug Richtung Tor blieb FC-Schlussmann Schwäbe auf halbem Weg nach draußen stehen. Baumgartner verlängerte mit dem Kopf über Schwäbe hinweg ins Netz - 1:0. Für den FC war es das 14. Standard-Gegentor in dieser Saison.
Kölns Thielmann trifft perfekt in den Winkel
Danach verlegte sich Leipzig mehr auf Spielkontrolle, ließ Ball und Gegner laufen, sodass sich bis zur Pause nichts mehr tat. In Durchgang zwei startete Köln mutig und nach vorne orientiert. An eine Lund-Flanke kam Ache nicht richtig mit dem Kopf dran (49.). Doch kurz darauf durften die Gastgeber doch jubeln.
Nach einem Querschläger aus der RB-Abwehr setzte sich Isak Johannesson an der Strafraumgrenze gegen Nusa durch. Der Ball kam zu Thielmann und der drehte ihn von halbrechts wunderschön links oben zum 1:1 in den Winkel. Aber die Kölner Freude über den durchaus verdienten Ausgleich währte nicht lange.
Leipzigs Baumgartner zum Zweiten
Bei einem Pass von Xaver Schlager auf Baumgartner ging für die Kölner Abwehr und Torwart Schwäbe alles zu schnell. Der Österreicher nahm den Ball fließend mit und schoss aus der Drehung von halbrechts ins kurze Eck die 2:1-Führung für Leipzig. Aber Köln hatte jetzt gemerkt, dass Leipzig durchaus Räume anbot und suchte weiter den Weg nach vorne: Ache rutschte nur haarscharf an einem Querpass von Johannesson vorbei (60.).
Leipzig überließ Köln das Feld, lauerte auf Konter. Die Gastgeber arbeiteten mit viel Aufwand am Ausgleich. Nach einem schnellen Angriff über rechts hatte Sebastian Sebulonsen (70.) im Strafraum eine richtig gute Abschlussposition. Doch dem Norweger versprang der Ball in der Annahme leicht, sodass er beim Schussversuch geblockt wurde.
Handspiel Baumgartner - aber kein Elfmeter
Köln blieb dran und hätte sich den Ausgleich beinahe auch verdient. Bei einem weiteren tollen Thielmann-Schuss verhinderte Baumgartner neben Torwart Gulacsi im Fallen mit der Hand das zweite Kölner Tor (76.). Doch bei den minutenlangen VAR-Untersuchungen kam schließlich heraus, dass Ache in der Entstehung beim vorherigen Freistoß Millimeter mit der Hacke im Abseits gestanden hatte.
Dass er Elfmeter gegeben hätte, gab Schiedsrichter Willenborg auch bei der folgenden Stadiondurchsage zu, erkannte aber eben auf Abseits zuvor. So blieb Leipzig in Führung und hatte auf einmal sogar den dritten Treffer vor Augen, doch ein Nusa-Schuss von halblinks klatschte nur an den Pfosten (84.).
Angetrieben von den Fans ackerte Köln auch in der neunminütigen Nachspielzeit um den einen Punkt, belohnte sich aber für einen couragierten Auftritt am Ende nicht und kassierte nach zuletzt zwei Heimsiegen wieder eine Niederlage.
Köln in Stuttgart, Leipzig im Pokal nach München
Der 1. FC Köln tritt am 22. Spieltag beim nächsten Top-Team an. Am Samstagabend (14.02.2026, 18.30 Uhr) ist der "Eff-Zeh" beim VfB Stuttgart zu Gast. Leipzig tritt zunächst am Mittwoch im Viertelfinale des DFB-Pokals zum Spitzenduell bei Bayern München an (20.45 Uhr, live in der ARD und als Livestream bei sportschau.de). In der Bundesliga geht es für die Sachsen dann am Sonntag (17.30 Uhr) mit dem Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg weiter.
Biathlon-Mixed-Staffel: Trotz Strafrunde - Deutsche Mixed-Staffel bejubelt Bronze

Gleich im ersten Rennen haben die deutschen Biathleten die erhoffte Medaille geholt. In der 4x6-Kilometer-Mixed-Staffel liefen die Deutschen trotz Strafrunde im letzten Schießen zu Bronze. Der Sieg ging an die Top-Favoriten. Auch der Gastgeber durfte sich freuen.
Die deutsche Biathlon-Mixed-Staffel ist im ersten Olympia-Rennen zu Bronze gelaufen. Das Quartett Justus Strelow, Philipp Nawrath, Vanessa Voigt und Franziska Preuß durfte gleich im ersten Rennen am Sonntag (08.02.2026) in Antholz jubeln.
Der Sieg ging an Top-Favorit Frankreich mit Eric Perrot, Quentin Fillon Maillet, Lou Jeanmonnot und Julia Simon (0 Strafrunden/7 Nachlader/1:04:15,5 Stunden) vor Gastgeber Italien Tomasso Giacomel, Lukas Hofer, Dorothea Wierer und Lisa Vittozzi (0/5 /+ 1:05,3 Minuten).
Preuß-Strafrunde im finalen Anschlag
Nach zuvor sieben fehlerfreien Schießen leistete sich Deutschlands Schlussläuferin Preuß ausgerechnet im finalen Schießen vier Schießfehler und musste einmal in die Strafrunde. Weil Norwegens Maren Kirkeeide aber zweimal die 150-Extrameter laufen musste, sicherte Preuß Bronze ab. Die 31-Jährige überquerte die Ziellinie 1:05,3 Minuten nach Frankreichs Simon.
Preuß: "Nicht gedacht, dass wir das schaffen können"
"Die Medaille bedeutet mir richtig viel", jubelte Preuß im Ziel und im ZDF. "Ehrlich gesagt hätte ich nicht gedacht, dass wir das schaffen können", sagte die Ruhpoldingerin und erklärte ihre Schießfehler mit muskulären Problemen und wackelnden Knien: "Ich habe so mit der Nähmaschine gekämpft. Ich weiß nicht, was der Grund ist. Ich kann manchmal auch meine Gedanken nichtz sortieren." Preuß' Lob ging an die Teamkollegen: "Mit der Vorleistung haben wir es geschafft."
Voigt: "Tränen vertrocknet"
Voigt, die ebenfalls wie Strelow und Nawrath ohne Fehler, erklärte: "Ich hab gar keine Worte. Ich habe jetzt ein paar Tränen vertrocknet. Ich hab die beiden Jungs gerade immer wieder fragen müssen, ob das wirklich passiert. Ich bin einfach unglaublich stolz", sagte die Thüringerin.
Strelow: Ohne Fehler auf Rang vier
Deutschlands schießstarker Startläufer Justus Strelow erfüllte den Job, für den ihn das Trainerteam auf Nummer eins gesetzt hatte. Der Sachse schoss schnell und sicher. Zudem konnte der 29-Jährige auf der anspruchsvollen Strecke auch läuferisch mithalten - mit der fünftbesten Laufzeit und fehlerfreiem Schießen übergab Strelow als Vierter hinter Norwegen, Frankreich und Gastgeber Italien auf Philipp Nawrath.
"Froh, dass ich es geschafft habe"
"Ich bin froh, dass ich es geschafft habe", freute sich Strelow nach seinem Lauf im ZDF: "Der ganze Tag ist nicht besonders angenehm. Das ging schon beim Frühstück los. Das ging nicht so gut runter. Das Mittagessen war auch eine Qual." Zu seinem Lauf sagte der zweifache WM-Bronzemedaillengewinner: "Es kommt darauf an. Dass man sein Tempo läuft, dass man es nicht übertreibt. Gerade beim Stehendschießen braucht man etwas Luft. Die kurzen Anstiege verleiten dazu, da drüber zu gehen."
Aus dem Medaillenrennen schoss sich schon beim Startläufer Schweden. Sebastian Samuelsson musste zweimal in die Strafrunde und übergab als 18. Die weiteren Schwedinnen und Schweden konnten zwar viele Plätze gutmachen, mehr als Rang fünf sprang für Samuelsson, Martin Ponsiluoma, Anna Magnusson und Hanna Öberg aber nicht raus.
Nawrath glänzt im Schießstand und der Loipe
Aus dem deutschen Team konnte auch der zweite Läufer Philipp Nawrath überzeugen. Auch der 32-Jährige lieferte ein fehlerfreies Schießen ab und war auf seiner Strecke sogar mit der drittbesten Laufzeit unterwegs. Weil die Konkurrenz wie Frankreichs Quentin Fillon Maillet dreimal nachladen und auch Norwegens Vetle Sjaastad Christiansen einmal nachladen musste, ging Nawrath nach dem Stehendanschlag als Erster wieder auf die Strecke. Bis zum Wechsel zog Christiansen zwar vorbei, doch Nawrath übergab an Nummer zwei auf Vanessa Voigt.
"Brutal, wie es knallt"
"Es ist brutal, wie das erste Rennen gleich knallt", sagte Nawrath nach seinem Rennen mit Verweis auf die anspruchsvolle Höhe von 1.600 Metern. "Bei einigen hat man gesehen, dass es scheppert. Ich habe auch zu kämpfen gehabt mit dem Vetle. Ich hoffe, dass ich die Höhe jetzt besser verkrafte." Zudem hoffte der Ruhpoldinger, dass Deutschlands Schlussläuferin Preuß "die Nerven behält".
Auch Voigt ohne Schießfehler
Auf der dritten Runde kristallisierte sich ein Vierkampf um die drei Medaillenplätze heraus. Neben Vanessa Voigt blieben auch Frankreichs Lou Jeanmonnot, Italiens Dorothea Wierer und Norwegens Karoline Knotten vorn dabei. Doch nur Voigt blieb fehlerfrei. Jeanmonnot musste dreimal nachladen, Knotten zweimal, Wierer einmal.
Das Quartett ging innerhalb von 9,3 Sekunden nach dem zweiten Schießen wieder auf die Strecke. Voigt verteidigte ihren dritten Rang hinter Jeanmonnot und Knotten und übergab auf dieser Position vor Wierer auf Franziska Preuß.
Preuß behielt liegend die Nerven, die fehlerfreie deutsche Serie hielt hier noch. Als Dritte hinter der Führenden Julia Simon (+ 24,4 Sekunden) und nur 5,1 Sekunden hinter Lisa Vittozzi ging die Deutsche nach ihrem ersten Schießen wieder auf die Strecke. Weil sich Norwegens Maren Kirkeeide am Schießstand mehr Zeit nahm, hatte Preuß 5,8 Sekunden Vorsprung auf Rang vier. Das finale Stehendschießen musste die Entscheidung bringen.
Dort waren Simon und Vittozzi schon weg, als Preuß ihre Fehler schoss und einmal in die Strafrunde musste. Weil Kirkeeide sogar zweimal drehen musste, sicherte Preuß Bronze. Die Norwegerin kam mit rund 30 Sekunden Abstand auf die Deutsche als Vierte ins Ziel.
Schwarze deutsche Mixed-Serie beendet
Die Mixed-Staffel stand zum vierten Mal im olympischen Programm. Die Deutschen waren zuvor immer leer ausgegangen. Bei der Premiere 2014 lief das Team als Vierter über die Ziellinie, wurde später aber wegen des Dopingfalls Evi Sachenbacher-Stehle disqualifiziert. In Pyeongchang 2018 kamen die Deutschen auf Rang vier, in Peking 2022 auf Platz fünf. In den bisherigen zwei Saison-Mixed kamen die Deutschen im Weltcup auf Rang acht (in Östersund) und elf (in Nove Mesto).
Olympia-Abfahrt: Aicher holt erste Medaille für Deutschland - Drama um Vonn

Emma Aicher hat dem deutschen Team die erste Medaille der Olympischen Winterspiele in Italien beschert. Den Sieg sicherte sich mit Breezy Johnson eine Teamkollegin der schwer gestürzten Lindsey Vonn.
So richtige Freude wollte bei den Medaillengewinnern angesichts der erschütternden Bilder von Lindsey Vonn erstmal nicht aufkommen. Breezy Johnson sicherte sich am Sonntag (08.02.2026) nach dem Weltmeistertitel im Vorjahr nun auch Olympiagold in der Abfahrt.
Nur einen Wimpernschlag dahinter landete Emma Aicher - vier Hundertstelsekunden fehlten ihr auf den ganz großen Coup. Ihre Silbermedaille ist das erste Edelmetall für das deutsche Team bei den Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo. "Es ist ein bisschen unfassbar gerade", sagte die Silbermedaillen-Gewinnerin, die voll auf Angriff ging: "Man muss durchziehen, damit man überhaupt eine Chance hat."
Goggia gewinnt Bronze
Bronze sicherte sich mit Sofia Goggia eine Lokalmatadorin. Die zweite deutsche Medaillenkandidatin Kira Weidle-Winkelmann landete mit großem Abstand auf Rang neun. "Es war ab und zu nicht ganz auf Zug und das kostet bei dem Schnee zu viel Zeit", sagte Weidle-Winkelmann, die sich für Aicher freute: "Es war eine saustarke Leistung."
"Emma ist schon jetzt ein echter Star auf der olympischen Bühne", freute sich DOSB-Präsident Thomas Weikert ungewohnt euphorisch nach der ersten Medaille.
Vonn-Sturz überschattet alles
Das große Thema des Rennens war aber der schwere Sturz von Lindsey Vonn. Die 41-Jährige griff 16 Jahre nach ihrem Olympiasieg in Vancouver erneut nach Gold, scheiterte aber auf dramatische Art und Weise. Sie musste schließlich mit dem Helikopter abtransportiert werden.
Snoop Dogg feuert US-Athletinnen an
Der strahlende Sonnenschein in den Dolomiten machte die eisiger Olympia-Piste noch ein Ticken schneller. Die im Vergleich zum Weltcup mit etwas ausgeprägteren Wellen präparierte Olimpia delle Tofane erlaubte keine oder nur minimale Ungenauigkeiten. Mit Startnummer zwei setzte Ariane Rädler die erste Richtzeit. Mit Nummer drei folgte Lokalmatadorin Federica Brignone. Die Italienerin mit dem markanten Tiger-Helm war in der Vorsaison die mit Abstand stärkste Athletin im Feld, verletzte sich im Frühjahr aber schwer. Für einen Angriff auf Gold sollte es bei ihr nicht reichen.
Die amtierenden Weltmeisterin Breezy Johnson aus den USA brannte angefeuert vom "Ehren-Coach" Snoop Dogg auf der Tribüne mit Startnummer sechs die neue Top-Zeit in den Schnee von Cortina. Die erste, die ihr gefährlich wurde, war Emma Aicher. Die deutsche Allrounderin zeigte eine Fahrt voll auf Angriff, verlor dabei aber zwei Mal zu häufig die Balance und hatte trotz Zwischenbestzeit im Mittelabschnitt im Ziel 0,04 Sekunden Rückstand. Entsprechend ärgerte sie sich im Zielbereich.
"Es hat sich einfach wild angefühlt. Über jeden Sprung hat es mich aufgerissen. Ich hab' nicht das gemacht, was ich machen wollte. Es war trotzdem eine gute Fahrt. Aber so richtig kann ich es nicht einschätzen", sagte die 22-Jährige anschließend im ZDF.
Vonn-Sturz überschattet das Rennen
Zwei Starterinnen später folgte Kira Weidle-Winkelmann. Sie ging nicht voll in den Angriffsmodus und ließ so Geschwindigkeit und vor allem Zeit liegen. Sie war nicht nah genug dran an den Toren und reihte sich zunächst als Siebte ein.
Direkt hinter ihr folgte Vonn. Die US-Amerikanerin blieb bei einem Sprung mit dem Arm in einem Tor hängen und verlor die Balance. Nach dem harten Aufschlagen auf der Piste blieb sie liegen und musste mit dem Helikopter abtransportiert werden.
Nach einer fast 20-minütigen Unterbrechung ging es schließlich weiter. Und mit Sofia Goggia schaffte es tatsächlich noch eine Athletin, die schlimmen Szenen abzuschütteln und in die Medaillenränge nach vorne zu fahren. Kurz vor dem Ende des Rennens musste der Helikopter ein zweites Mal anrücken, als Cande Moreno aus Andorra im Tofane-Sprung zu Fall kam und sich offensichtlich auch schwerer am Knie verletzte.
Regional
Baden-Württemberg: Warnstreiks im öffentlichen Dienst: Das ist in BW geplant

Bereits Ende vergangener Woche haben Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst gestreikt. Jetzt ruft ver.di zu weiteren Streiks auf. Welche Städte in BW betroffen sind.
Die Gewerkschaft ver.di hat die Beschäftigten im öffentlichen Dienst des Landes ab Montag zu Warnstreiks aufgerufen. Dabei fordert ver.di für die Arbeitnehmer sieben Prozent mehr Gehalt im Monat - mindestens aber 300 Euro zusätzlich, um die unteren Lohngruppen zu stärken. Zudem soll die Vergütung von Nachwuchskräften um 200 Euro im Monat steigen.
Am Montag liegen die Schwerpunkte der Streiks in Baden-Württemberg in Stuttgart und in Heilbronn. In Stuttgart sind dabei voraussichtlich alle Landeseinrichtungen vom Warnstreik betroffen. Neben den Universitäten und Hochschulen handelt es sich dabei auch um die Studierendenwerke, die Ministerien und den Landtag aber auch Behörden wie das Statistische Landesamt oder das Landesamt für Besoldung.
Warnstreik in BW: Hier wird am Montag gestreikt
Auch Beschäftigte der Wilhelma, der Staatsgalerie und des Staatstheaters sind zum Warnstreik aufgerufen. Am Vormittag soll es eine Demo und eine Kundgebung in der Innenstadt geben.
In Heilbronn betreffen die Warnstreiks unter anderem die Hochschulen und das Studierendenwerk sowie das Zentrum für Psychiatrie Weinsberg (Kreis Heilbronn) mit der Außenstelle in Schwäbisch Hall. Am Warnstreik beteiligen wollen sich außerdem Beschäftigte der AOK aus dem Stadt- und Landkreis Heilbronn sowie dem Neckar-Odenwald-Kreis.
Streik und mehrere Demos in BW geplant
In der Heilbronner Innenstadt sind ebenfalls am Montagvormittag eine Kundgebung und eine Demo geplant. Zudem hat ver.di unter anderem zu Warnstreiks in Tübingen, Karlsruhe, Mannheim und Heidelberg am Dienstag aufgerufen.
Am Mittwoch werden die Tarifverhandlungen in Potsdam fortgesetzt. Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder sieben Prozent mehr Gehalt im Monat - mindestens aber 300 Euro zusätzlich, bei einer Laufzeit des Tarifvertrags von zwölf Monaten.
Brandenburg, Berlin: Erste Flüge starten wieder vom BER

Nach dem vorübergehenden Stopp aller Starts vom Berliner Flughafen BER können nun die ersten Flugzeuge wieder starten. Wegen des Wetters kommt es aber weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen, auch im Nahverkehr der Stadt.
Sonntag, 8. Februar
18:06 Uhr: Riesiger Eissegler auf zugefrorenem Müggelsee unterwegs
18 Meter lang, 10 Meter hoch und 65 Quadratmeter Segelfläche - es ist ein ganz besonderes Exemplar, was derzeit auf dem Müggelsee zu bestaunen ist. Schon, dass das riesige Gewässer zugefroren ist, hat Seltenheitswert. Dass dort auch noch ein riesiger Eissegler herumkurvt, zieht besonders viele Menschen an.
Wie schon in den vergangenen Tagen pilgerten am Wochenende Hunderte zum Borkenstrand an den Müggelsee, um einen Blick auf die "Papagena" zu werfen. Nach acht Jahren langen Wartens auf den richtigen Winter haben Matthias Sponholz und seine drei Söhne aus Friedrichshagen das Gefährt mit drei Kufen und zwei Segeln vor zwei Wochen auf das Eis gebracht.
"Eine gewisse Gefahr fährt immer mit, das macht ja den Sport aus, aber wir informieren uns, wir haben an verschiedenen Stellen Bohrungen gemacht hier auf dem See, er hat also eine Eisdicke von durchschnittlich 20 bis 25 Zentimeter", erklärt Yachtbesitzer Matthias Sponholz.
Nicht immer lief alles glatt. Mal war die Steuerkufe gebrochen, ein anderes Mal fehlte der Wind.
Die kommenden Tage soll die "Papagena", die 1996 in einer finnischen Werft nach Bauplänen aus dem Jahr 1905 gebaut wurde, noch auf dem Eis bleiben. Wenn es aber weiter so taut, muss die 1,5 Tonnen schwere Eissegelyacht wieder ins Trockene.
16:15 Uhr: Parkanlagen in Potsdam und Berlin sollen am Montag wieder öffnen
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) will ihre Parkanlagen in Potsdam und Berlin am Montag wieder für Besucher öffnen. Dies teilte die SPSG in einem Schreiben mit. Grund ist die Herabstufung der Glatteis-Gefahr durch den Deutschen Wetterdienst.
Auch die im Winterhalbjahr durchgängig geöffneten Schlösser Sanssouci, Charlottenburg, Oranienburg und Rheinsberg können somit wieder regulär ab Dienstag (Montag Ruhetag) besucht werden. Das Neue Palais ist bereits wieder am Montag geöffnet.
12:11 Uhr: BER meldet normalen Betrieb vor Ferienende
Das weiter winterliche Wetter führt am Flughafen BER nach Unternehmensangaben zu keinen weiteren Problemen. "Die Enteisungszeiten sind normal. Der Flugbetrieb ist stabil", sagte eine Sprecherin.
Zum Ende der Winterferien in Berlin und Brandenburg sei das Verkehrsaufkommen etwas höher. Nach Angaben der Sprecherin werden am Sonntag etwa 77.000 Passagiere bei An- und Abflügen am BER erwartet.
Aufgrund von Blitzeis war der Flugbetrieb in Schönefeld von Donnerstagabend an eingestellt. Erst Freitagmittag hoben die ersten Maschinen wieder ab. Es fielen aber viele Flüge aus und es gab Verspätungen.
12:03 Uhr: Nur noch eine Regionalbahn-Linie mit Einschränkungen
Der Regionalbahnverkehr in Berlin und Brandenburg hat sich nach den Behinderungen wegen des Winterwetters wieder weitgehend normalisiert.
Einschränkungen gibt es nach Angaben der Bahn nur noch beim RE7. Die Züge werden zwischen Berlin-Wannsee und Ostkreuz umgeleitet, deshalb entfallen die Halte zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof.
Zuvor war es auf einigen Regionalexpress-Linien zu Ausfällen und Verspätungen gekommen - unter anderem, weil Oberleitungen vereist waren. Laut der Bahn sollen die Züge am Montag wieder wie üblich fahren.
9:25 Uhr: "Brieger Gänse" auf der Oder - weiterhin kein Schiffsverkehr
Auch wenn es langsam taut: Auf der Oder - etwa bei Frankfurt - staut sich teilweise das sonst noch immer leicht mit dem Fluss driftende Eis. Dabei zeigt die Oberfläche nicht etwa eine ebene Eisdecke, sondern sie setzt sich zusammen aus tausenden kleinen runden Eisschollen, den sogenannten "Brieger Gänsen" ("Brieger" - nach dem deutschen Namen der polnischen Stadt Brzeg und "Gänse" - wegen des Geräuschs beim Aneinanderreiben der Schollen, das lautem Schnattern von Gänsen ähnelt).
Das Phänomen entsteht, weil das Eis als Grundeis gebildet wird und dann aufsteigt. Vor allem durch die Strömung bewegt es sich, stößt mit anderen Schollen zusammen, dreht sich und erhält dabei seine runde Form. Genau wegen dieser Fast-Blockade durch das Eis ruht im Moment der Schiffsverkehr auf der Oder - wie auf vielen Wasserstraßen im Nordosten und Norden Deutschlands [elwis.de].
8:17 Uhr: Sprühregen und Schnee sorgen weiter für glatte Straßen in der Region
In Teilen von Berlin und Brandenburg herrschen vereinzelt weiterhin Glätte und Nebel. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist am Sonntagmorgen mit geringem Schneefall und Sprühregen zu rechnen. In der Niederlausitz werden bis zu drei Zentimeter Neuschnee erwartet. Die Temperaturen liegen zwischen null und zwei Grad.
Samstag, 7. Februar
17:55 Uhr: Flugbetrieb am BER stabilisiert sich weiter
Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER hat sich weiter stabilisiert. Am Nachmittag waren auf der Internetseite des Airports keine Flugausfälle mehr zu sehen. Allerdings hatten einige Flüge noch bis zu zwei Stunden Verspätung.
Nach einer 16-stündigen Unterbrechung wegen Eisregens und Glätte hatte der BER den Flugbetrieb Freitagmittag wieder aufgenommen. Weil während der Zwangspause keine Flugzeuge landen konnten, mussten aber wegen fehlender Maschinen auch Samstagmorgen noch einige Verbindungen gestrichen werden.
17:40 Uhr: "So richtig vorbei ist der Winter in Berlin und Brandenburg noch nicht"
Kommt jetzt das Tauwetter? Laut Roland Vögtlin, Meteorologe des ARD-Wetterkompetenzzentrums, müssen Menschen in Berlin und Brandenburg noch etwas Geduld zeigen: "Den starken Frost haben wir hinter uns, aber so richtig vorbei ist der Winter noch nicht."
Es bleibt wohl am Wochenende sowie in der kommenden Woche eher frostig und die Temperaturen verharren im einstelligen Bereich. Und: Es gilt weiterhin eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor markanter Glätte durch gefrierenden Regen.
Hingegen darf sich der Südwesten Deutschlands schon über frühlingshafte Temperaturen und Sonne freuen – so zeigte das Thermometer in Freiburg im Breisgau am Samstag 13 Grad und Sonne.
12:31 Uhr: Stahnsdorfer Friedhof vorerst geschlossen
Wegen Glatteis und Dauerfrost hat der Südwestkirchhof Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) vorübergehend geschlossen. Es bestehe "Gefahr für Leib und Leben", sagte Friedhofsleiter Olaf Ihlefeldt. Die Maßnahme diene dem Schutz von Besuchern und Mitarbeitern gleichermaßen. Das gesamte Wegenetz des 206 Hektar großen Waldfriedhofs sei vollständig vereist.
Der Friedhof ist bekannt, weil dort Prominente wie Schauspieler Manfred Krug, Moderator Dieter Thomas Heck oder Politiker Otto Graf Lambsdorff begraben liegen. Auch die Netflix-Serie "Dark" machte den Friedhof mit seiner Holzkapelle im Norwegen-Stil populär.
Wann der Friedhof wieder geöffnet werden soll, ist noch unklar. Ziel sei es, den regulären Bestattungsbetrieb am Montag wieder aufnehmen zu können.
11:33 Uhr Stiftungs-Parks bleiben voraussichtlich bis Montag geschlossen
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten rechnet damit, dass am Montag ihre Parks wieder öffnen können. Ein Sprecher sagte am Morgen, dass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher noch nicht gewährleistet werden könne. Es sei noch alles vereist, trotz des Tauwetters. Deshalb habe man sich dazu entschieden, die Parks weiter geschlossen zu halten.
Die Parks und Gärten sind seit Donnerstag wegen Schnee und Eis geschlossen. Vor zwei Tagen hatte es eine Warnung vor Eisregen durch den Deutschen Wetterdienst gegeben.
11:30 Uhr Behindertenverband: Teils "katastrophale" Glätte in Potsdam
Der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg klagt wegen der anhaltenden Glätte über besondere Herausforderungen in der Landeshauptstadt Potsdam. "Besonders schlimme und problematische Stellen sind Kopfsteinpflasterwege", sagte ein Sprecher des Verbandes. Diese seien ganz besonders glatt und rutschig. "Speziell in Potsdam, wo viele Orte aufgrund Vorgaben der Denkmalbehörde mit Pflastersteinen bestückt sind, sind die Verhältnisse im Winter bei Schnee und Glätte katastrophal."
Für Menschen im Rollstuhl seien die nicht geräumten Gehwege beziehungsweise die überfrierende Nässe und die Glätte das Schlimmste. "Noch schlimmer sind Menschen betroffen, die zwar nicht im Rollstuhl sitzen, aber mit dem Rollator oder mit Krücken unterwegs sind", führte der Sprecher aus. Sie könnten sich nicht wirklich sichern und seien einer glatten Stelle schutzlos ausgeliefert.
10:03 Uhr: Polizei meldet mehrere Eisrettungen in Brandenburg seit Jahresbeginn
Die Brandenburger Feuerwehren sind in den vergangenen Wochen zu einigen Rettungen auf dem Eis ausgerückt. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark retteten die Einsatzkräfte mehrere Menschen vom Eis, weil diese auf dem Eis gestürzt waren. Das berichtete die Feuerwehr auf DPA-Anfrage.
In Brandenburg an der Havel wurde die Feuerwehr gerufen, weil drei Kinder auf einer Wasserfläche gesichtet wurden. Die Eisfläche war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend durchgefroren. Als die Feuerwehr eintraf, hatte die Polizei die Kinder bereits von der Eisfläche geholt.
Die Wasserschutzpolizei empfiehlt unter anderem, niemals alleine aufs Eis zu gehen und fließende Gewässer zu vermeiden. Außerdem sollten die Eisflächen unter Brücken gemieden werden.
09:10 Uhr: BER spricht von "stabilem Betrieb"
Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist nach Unternehmensangaben stabil. Er sei am Morgen regulär angelaufen, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Auf der Internetseite waren am frühen Morgen aber noch Verspätungen und Flugausfälle zu sehen.
Der BER bestätigte die Flugstreichungen und erklärte, dies liege daran, dass die dafür nötigen Flugzeuge am Freitagabend aufgrund des Wetters nicht "reingekommen" seien. Im Laufe des Sonnabends werde sich dies dann jedoch noch ändern. Man gehe davon aus, dass die allerallermeisten Passagiere informiert seien.
08:20 Uhr: Weiter Glätte und Rutschgefahr - vor allem auf Gehwegen
Glatteis führt weiterhin in Berlin und Brandenburg zu Problemen in der Region. Durch gefrierenden Regen besteht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch am Samstag erhöhte Glättegefahr. Das gilt besonders auf den Gehwegen, etwa durch gefrierenden Regen. Besonders betroffen sind der Nordosten und Südosten Brandenburgs sowie Berlin.
08:00 Uhr: Weiterhin Verspätungen und Ausfälle am Flughafen BER
Am Hauptstadtflughafen BER kommt nach der wetterbedingten Unterbrechungen vom Donnerstag und Freitag auch noch am Samstagmorgen zu Verspätungen und Flugausfällen. Das geht aus Angaben auf der Internetseite des Flughafens hervor. Aufgrund von Blitzeis war der Flugbetrieb in Schönefeld ab Donnerstagabend eingestellt. Erst Freitagmittag hoben die ersten Maschinen wieder ab. Schon am Freitag betonte eine Flughafensprecherin, dass es voraussichtlich noch dauern werde, bis sich der Flugverkehr in Berlin wieder normalisiere: "Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt nach wie vor zu Flugstreichungen und erheblichen Verspätungen", so die Sprecherin.
Freitag, 06. Februar
20:45 Uhr: Drei Viertel der Starts und Landungen am BER gestrichen
Am Flughafen BER in Schönefeld sind bis zum Abend etwa drei Viertel der für Freitag geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen worden. Wie eine Sprecherin sagte, könne sich die Zahl noch erhöhen.
An den Check-in-Schaltern kam es dann am Freitag zu langen Wartezeiten. Gegenüber dem rbb klagten Fluggäste über das Krisenmanagement von Fluggesellschaften und Flughafen. Passagiere hätten teilweise lange in Flugzeugen ausharren müssen - ohne genauere Informationen über mögliche Wartezeiten oder Weiterflüge.
18:00 Uhr: Weiterhin massive Verspätungen und Flugausfälle am BER
Am Flughafen BER kommt es auch Stunden nach Wiederaufnahme des Flugbetriebs weiterhin zu massiven Verspätungen und Flugstreichungen. Das teilte der Flughafen auf seiner Internetseite mit. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschränkt, teilte eine Sprecherin mit. "Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu Flugstreichungen und massiven Verspätungen."
Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich länger als sonst üblich, erklärte sie. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulären Tag. Bis zum späten Nachmittag haben nach ihren Angaben die Airlines rund die Hälfte der für heute geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen.
Der Betrieb am BER war am Mittag wieder angelaufen. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend alle Starts und Landungen gestrichen worden.
15:56 Uhr: U-Bahnlinie U2 fährt in Pankow wieder durch
Nach einer zeitweisen Unterbrechung fährt die Berliner U-Bahnlinie U2 offenbar wieder durch. Die BVG hat die Störungsmeldung von ihrer Internetseite genommen. Dort hatte es am Nachmittag geheißen, dass die U2 wegen "Witterungseinflüssen" zwischen Pankow und Eberswalder Straße bis zum Abend nicht mehr fährt.
Schon am Donnerstag waren die Linien U2 und U3 wegen Schnee und Eis unterbrochen.
15:15 Uhr: Barnim und Oder-Spree beschließen Fütterung von Wildtieren - Agrarministerium ruft keine "Notzeit" aus
Trotz des anhaltend frostigen Wetters wird bei Wildtieren in Brandenburg nicht landesweit zugefüttert. Wie das Land- und Umweltministerium auf Nachfrage mitteilte, werde es keine landesweite "Notzeit" geben. "Notzeit" für Wildtiere bedeutet demnach eine passende Zufütterung durch den Menschen, besipielsweise Getreide oder Heu.
Mitglieder von Forst- und Jagdverbänden hatten berichtet, dass vermehrt Wildtiere in schlechtem Ernährungszustand an Straßenrändern zu beobachten seien. Die Landkreise Oder-Spree sowie Barnim haben daher eine "Notzeit" in Landkreisverantwortung beschlossen.
Der Landkreis Oder-Spree bittet auch, Wildtiere nicht aufzuscheuchen. Spaziergängen sollten auf Wegen bleiben und Hunde anleinen. Jede Störung zwinge die Tiere zu energiezehrenden Bewegungen.
15:05 Uhr: Nabu: Streusalz kein "Wundermittel"
Der Naturschutzbund (Nabu) Berlin hat sein Vorgehen gegen den privaten Einsatz von Streusalz verteidigt. Senat und Bezirke müssten ihre Verantwortung für die Räumung von Straßen, Rad- und Gehwegen besser wahrzunehmen, statt zu suggerieren, Streusalz sei die einzige Lösung des Problems.
"Viele Menschen halten Streusalz offenbar für eine Art Wundermittel, das die Glätte im Handumdrehen beseitigen würde. Aber so ist es nicht", sagte Nabu-Vorsitzender Rainer Altenkamp laut einer Mitteilung. Wer den Gehweg vor seinem Haus nicht räume, werde es auch mit Streusalz nicht tun. Abstumpfende Mittel wie Sand und Split seien außerdem wesentlich umweltverträglicher und wirkten auch bei sehr tiefen Temperaturen und über längere Zeit.
Die Senatsumweltverwaltung hatte angesichts der anhaltenden Glätte das Streusalzverbot vorübergehend ausgesetzt. Dagegen hatte der Nabu geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen.
14:45 Uhr: Mehrere Regionalzug-Linien stark eingeschränkt
Mehrere Regionalbahnlinien in Berlin und Brandenburg sind aufgrund der anhaltenden Winterwitterung aktuell eingeschränkt. Besonders stark betroffen ist laut der Deutschen Bahn, der RE5 beziehungsweise RE51 zwischen Rostock/Stralsund und Berlin. Hier würden zahlreiche Züge ausfallen oder verspätet fahren. Als Alternative könnten die Züge des RE3 genutzt werden, die jedoch ebenfalls von Verspätungen betroffen sein. Der Zugverkehr auf der Linie RE7 von Dessau über Berlin nach Senftenberg ist derzeit ganz eingestellt.
14:00 Uhr: Betrieb am BER wieder angelaufen - aber noch kein Normalbetrieb
Am Flughafen BER ist der Betrieb nach rund 16-stündiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Am Mittag sind die ersten Maschinen wieder gestartet und gelandet. Donnerstagabend war der Betrieb am BER wegen Eisregens komplett eingestellt worden.
Auch am Morgen sei das Vorfeld spiegelglatt gewesen, sagte Flughafen-Sprecherin Sabine Deckwerth. Wieviele Flüge heute stattfinden können, lasse sich nicht sagen. Es dauere mehr als doppelt so lange wie üblich, die Maschinen zu enteisen, so Deckwerth.
Nach ihren Angaben sind Donnerstag etwa drei Viertel aller Flüge ausgefallen.
13:50 Uhr: Hohe Feinstaubbelastung in Ostbrandenburg
Die Feinstaubbelastung in Ostbrandenburg ist aktuell besonders hoch. Das liege an der Wetterlage mit dichten Wolken und hartem Ostwind, sagte Lutz Schäfer, Experte für Luftqualität im Landesumweltamt, dem rbb. "Also es ist ein Mix aus Industrie, aus Hausbrand, auch aus Verkehr, der dann letztendlich hier bei uns wirksam wird." Aktuell beheizen viele Brandenburger derzeit zusätzlich klassische Öfen und Kamine mit Holz. Für gesunde Menschen ist die derzeitige Belastung nicht gefährlich, so das Landesumweltamt. Ein Wind- und Wetterwechsel könnte die Feinstaubwerte schnell wieder in den Normalbereich bringen.
12:43 Uhr: Plusgrade tagsüber, Glätte kehrt nachts zurück
Der Deutsche Wetterdienst hat für Berlin und Brandenburg tagsüber Temperaturen von zum Teil über null Grad vorhergesagt. Auch für Samstag sind am Tag Werte zwischen 1 und 4 Grad zu erwarten. Gleichzeitig gilt allerdings weiterhin Glättegefahr, insbesondere bei am Boden gefrierendem Sprühregen.
Auch wenn das Thermometer zwischenzeitlich keine Minusgrade anzeigt, ist bei der Glatteisgefahr nicht mit einem schnellen Ende zu rechnen: Der Deutsche Wetterdienst rechnet in der Region schon für die Nacht zum Samstag mit leichtem Frost und der Gefahr von gefrierendem Sprühregen. Samstagabend sind gebietsweise leichter Schneefall oder Schneegriesel zu erwarten und in der Nacht zu Sonntag erneut Minusgrade mit Glättegefahr.
12:41 Uhr: BSR rät, Tauwetter zum Enteisen der Gehwege zu nutzen
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) empfiehlt, Gehwege von Eis zu befreien, wenn die Temperaturen zwischendurch über dem Gefrierpunkt liegen. "Das ist der beste Zeitpunkt dafür. Jetzt kann man es weich abschippen oder abfegen - an vielen Stellen zumindest", sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank der Deutschen Presse-Agentur.
"An manchen Stellen ist das Eis natürlich immer noch sehr dick." Bank rät, die Chance zu nutzen, das Eis bei etwas höheren Temperaturen mit deutlich weniger Kraftaufwand zu beseitigen. Bei Dauerfrost müsse es mit der Schaufel- oder Spatenkante erst aufgebrochen werden oder mit einer speziellen Eisscharre.
12:32 Uhr: Auch Spandau schließt Friedhöfe
Spandau schließt seine Friedhöfe aufgrund der Glätte vorläufig bis Montag für Besucher, so das Bezirksamt. Betroffen sind die Anlagen "In den Kisseln, "Staaken" und "Landschaftsfriedhof Gatow". Beisetzungen finden jedoch statt.
Zuvor hatten bereits Treptow-Köpenick sowie der evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte angekündigt, die Friedhöfe über das Wochenende zu schließen.
12:22 Uhr: Viele Unfälle auf der A10 und A2
Zwischen Donnerstagnachmittag und Freitagnacht hat die Polizei einige Unfälle verzeichnet. Demnach sei es zu mindestens 28 witterungsbedingten Verkehrsunfällen gekommen, bei denen 19 Personen verletzt wurden. Fünf der Verletzten mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Wegen Bergungs- und Enteisungsmaßnahmen war die Autobahn in beide Fahrtrichtungen für rund sechs Stunden voll gesperrt.
Auf der A2 zwischen Wollin und Ziesar (beide Potsdam-Mittelmark) kam es laut Polizei in Fahrtrichtung Berlin zu insgesamt zehn Verkehrsunfällen, bei denen jedoch keine Person verletzt wurde.
12:17 Uhr: U-Bahnen fahren wieder
Seit dem Freitagmittag sind alle Abschnitte des U-Bahnnetzes wieder in Betrieb, teilt die BVG mit. Vereinzelt könne es vorübergehend noch zu Unregelmäßigkeiten kommen. Zuvor gab es witterungsbedingte Störungen auf der U2 und der U3.
11:39 Uhr: Weitere Friedhöfe schließen
Neben den 46 Friedhöfen des evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte haben nun auch die landeseigenen Treptow-Köpenicker Friedhöfe geschlossen, teilte der Bezirk mit. Es werde angestrebt, die Friedhöfe am Montag wieder zu öffnen, sofern die Wetterlage dies erlaube.
10:54 Wasserschaden am Bahnhof Zoologischer Garten
Am Bahnhof Zoologischer Garten tropfte am Freitagmorgen Wasser von der Decke. Unterhalb der Gleise 1 und 2 drang Wasser in die Bahnhofsvorhalle ein. Grund ist laut einem Sprecher ein Rohrbruch an einer Trinkwasserleitung. Mitarbeiter sind bereits mit der Reparatur beschäftigt. Ob das aktuelle Wetter die Ursache ist, konnte der Sprecher nicht sagen. Der Verkehr ist davon nicht beeinträchtigt.
10:42 Uhr: Alle Kräfte der Berliner Stadtreinigung im Einsatz
Seit den Nachtstunden läuft die BSR eigenen Angaben zufolge "mit allen Kräften unter Volllast." Seit dem frühen Vormittag werden auch die Nebenstraßen beräumt. Handreiniger der BSR sowie die Kehrfahrzeuge seien derzeit damit beschäftigt, Wege und Haltestellen zu bearbeiten.
Unterstützt werden die BSR-Mitarbeitenden von Kollegen der Berliner Forsten, die sich Gehwege auf Brücken vornehmen, so die Senatsverwaltung für Mobilität. Auch die Berliner Wasserbetriebe sind dabei, die Bezirke Lichtenberg und Reinickendorf bei der Bewältigung der Glätte-Folgen zu unterstützen.
10:18 Uhr: Treppensturz im Havelland
Am Bahnhof in Buschow ist in der Nacht ein Mann auf eisglatter Treppe ausgerutscht. Das hat die zuständige Feuerwehr-Leitstelle dem rbb bestätigt. Der 27-Jährige wollte demnach gegen Mitternacht am Bahnhof den Bahnsteig wechseln. Dafür nutzte er die völlig vereiste Stahltreppe. Er rutschte aus und stürzte die Stufen hinunter. Der verletzte Mann wurde in eine Klinik gebracht.
10:12 Uhr: Mehrere Glätte-Unfälle auf A10 bei Birkenwerder - Autobahn gesperrt
Wegen mehrerer Glätte-Unfälle ist die A10 zwischen Mühlenbeck und Birkenwerder (Oberhavel) in Fahrtrichtung Hamburg am Morgen gesperrt worden. Zwei Menschen wurden auf dem Abschnitt des nördlichen Berliner Rings schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Autofahrer werden gebeten, vorsichtig zu fahren.
Bei einem Unfall gegen 6.30 Uhr prallte ein Transporter in die Leitplanke, wie die Polizei mitteilte. Kurz darauf landete ein Pkw auf dem Dach. Zwei Menschen kamen schwer verletzt in ein Krankenhaus. Außerdem ereignete sich ein Auffahrunfall im gleichen Abschnitt. Aufgrund umfangreicher Bergungsmaßnahmen sei die A10 in dem Bereich gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Polizei.
Die Polizeidirektion Nord, die für die Landkreise Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz zuständig ist, meldete rund 30 Unfälle auf Autobahnen innerhalb von 24 Stunden.
Außerdem starb eine 82-Jährige aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Sie kam am Donnerstag mit ihrem Wagen auf der Bundesstraße 5 zwischen Bückwitz und Kampehl bei Neustadt/Dosse in den Gegenverkehr und prallte mit einem Auto zusammen. Nach Angaben der Polizei dürfte Glätte auch hier eine Rolle gespielt haben.
10:01 Uhr: Unwetterwarnung aufgehoben
Der Deutsche Wetterdienst hat seine Unwetterwarnung aufgehoben. Heute Morgen warnte er für Berlin und Teile Brandenburgs vor plötzlich gefrierendem Regen. Glatt ist es auf den Straßen und Gehwegen aber weiterhin.
08:56 Uhr: Zwei Tote nach Autounfall
In Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) sind heute bei einem Unfall zwei Personen gestorben. Das sagte die Polizeidirektion Süd dem rbb. Die drei anderen Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht, sie seien aber außer Lebensgefahr. Das Fahrzeug war demnach am Morgen von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Es sei davon auszugehen, dass es sich um einen witterungsbedingten Unfall aufgrund der Glätte handelt, heißt es.
08:17 Uhr: Busse in Ostprignitz-Ruppin fahren wieder
Der Busverkehr in Ostprignitz-Ruppin rollt langsam wieder an. Das sagte der Geschäftsführer der Busgesellschaft ORP dem rbb. Zunächst würden die Busse auf den Hauptstrecken wieder fahren, Probleme gebe es wegen der schlechten Straßenverhältnisse weiterhin auf Nebenstrecken rund um Neustadt/Dosse und Kleinzerlang bei Rheinsberg. Prignitzbus will gegen 9 Uhr entscheiden, ob wieder gefahren wird.
08:03 Uhr: Vielzahl an Berliner Friedhöfen geschlossen
46 Friedhöfe des evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte bleiben heute geschlossen, teilte der Verband mit. Beisetzungen finden allerdings statt. "Es ist nicht möglich die Friedhöfe verkehrssicher zu halten und die Flächen in diesem Umfang ausreichend mit Streugut zu versehen", heißt es.
07:45 Uhr: Wetter bleibt ungemütlich, allenfalls langsame Entspannung in Sicht
Auch zum Ende der Woche lässt das ungemütliche Winterwetter Berlin und Brandenburg nicht los. Bis zum Start in die neue Woche bleibt das Wetter vor allem nass und kalt.
Bei leichten Plusgraden bis zu vier Grad gibt es am Samstag und Sonntag einen Wechsel aus Schneegeriesel, Schneeregen und Sprühregen. Vor allem am Morgen sowie in der Nacht kann dieser laut DWD überfrieren und zu Glätte führen.
Dennoch soll sich die Lage langsam entspannen, wie es hieß. In der neuen Woche wird es wieder kälter, dafür aber auch trockener.
07.35 Uhr: Einschränkungen im Regionalverkehr
Auf der Linie RE7 zwischen Senftenberg und Berlin-Gesundbrunnen komme es witterungsbedingt derzeit zu Zugausfällen und Verspätungen, meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin.
07:09 Uhr: Neue Unwetterwarnung für Berlin und Teile Brandenburgs
Wegen Glatteises hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Berlin und Teile Brandenburgs für den Morgen eine Unwetterwarnung herausgegeben. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben durch plötzlich gefrierenden Regen, hieß es auf der Warn-App Katwarn.
In Brandenburg waren der Berliner Speckgürtel und weite Teile des Nordens betroffen. Bereits am Donnerstag hatte es eine solche Unwetterwarnung gegeben. Die Warnung gilt zunächst bis 9.00 Uhr.
06:49 Uhr: Auch am Freitag vorerst kein Betrieb am BER
Am Flughafen BER sind weiterhin keine Starts und Landungen möglich. Es sei unklar, wann der Betrieb wieder starten könne, sagte eine Flughafensprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der Betrieb ist seit gestern Abend komplett eingestellt.
06:44 Uhr: Eingeschränkter ÖPNV in Berlin und mehreren Landkreisen
Wegen Glatteis ist der öffentliche Nahverkehr derzeit eingeschränkt. In Berlin fährt die U2 zwischen U Rosa-Luxemburg-Platz und S+U Pankow witterungsbedingt nur im 15-Minuten-Takt.
Die Busgesellschaften in den Kreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin haben ihren Betrieb mindestens bis zum Vormittag eingestellt. Auch in Dahme-Spreewald fahren bis acht Uhr keine Busse, wie der Landkreis auf seiner Internetseite mitteilte.
Frühere Liveticker-Meldungen zu Winter, Eis und Glätte finden Sie hier.
Brandenburg, Berlin: Erste Flüge starten wieder vom BER

Nach dem vorübergehenden Stopp aller Starts vom Berliner Flughafen BER können nun die ersten Flugzeuge wieder starten. Wegen des Wetters kommt es aber weiterhin zu Ausfällen und Verspätungen, auch im Nahverkehr der Stadt.
Sonntag, 8. Februar
18:06 Uhr: Riesiger Eissegler auf zugefrorenem Müggelsee unterwegs
18 Meter lang, 10 Meter hoch und 65 Quadratmeter Segelfläche - es ist ein ganz besonderes Exemplar, was derzeit auf dem Müggelsee zu bestaunen ist. Schon, dass das riesige Gewässer zugefroren ist, hat Seltenheitswert. Dass dort auch noch ein riesiger Eissegler herumkurvt, zieht besonders viele Menschen an.
Wie schon in den vergangenen Tagen pilgerten am Wochenende Hunderte zum Borkenstrand an den Müggelsee, um einen Blick auf die "Papagena" zu werfen. Nach acht Jahren langen Wartens auf den richtigen Winter haben Matthias Sponholz und seine drei Söhne aus Friedrichshagen das Gefährt mit drei Kufen und zwei Segeln vor zwei Wochen auf das Eis gebracht.
"Eine gewisse Gefahr fährt immer mit, das macht ja den Sport aus, aber wir informieren uns, wir haben an verschiedenen Stellen Bohrungen gemacht hier auf dem See, er hat also eine Eisdicke von durchschnittlich 20 bis 25 Zentimeter", erklärt Yachtbesitzer Matthias Sponholz.
Nicht immer lief alles glatt. Mal war die Steuerkufe gebrochen, ein anderes Mal fehlte der Wind.
Die kommenden Tage soll die "Papagena", die 1996 in einer finnischen Werft nach Bauplänen aus dem Jahr 1905 gebaut wurde, noch auf dem Eis bleiben. Wenn es aber weiter so taut, muss die 1,5 Tonnen schwere Eissegelyacht wieder ins Trockene.
16:15 Uhr: Parkanlagen in Potsdam und Berlin sollen am Montag wieder öffnen
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) will ihre Parkanlagen in Potsdam und Berlin am Montag wieder für Besucher öffnen. Dies teilte die SPSG in einem Schreiben mit. Grund ist die Herabstufung der Glatteis-Gefahr durch den Deutschen Wetterdienst.
Auch die im Winterhalbjahr durchgängig geöffneten Schlösser Sanssouci, Charlottenburg, Oranienburg und Rheinsberg können somit wieder regulär ab Dienstag (Montag Ruhetag) besucht werden. Das Neue Palais ist bereits wieder am Montag geöffnet.
12:11 Uhr: BER meldet normalen Betrieb vor Ferienende
Das weiter winterliche Wetter führt am Flughafen BER nach Unternehmensangaben zu keinen weiteren Problemen. "Die Enteisungszeiten sind normal. Der Flugbetrieb ist stabil", sagte eine Sprecherin.
Zum Ende der Winterferien in Berlin und Brandenburg sei das Verkehrsaufkommen etwas höher. Nach Angaben der Sprecherin werden am Sonntag etwa 77.000 Passagiere bei An- und Abflügen am BER erwartet.
Aufgrund von Blitzeis war der Flugbetrieb in Schönefeld von Donnerstagabend an eingestellt. Erst Freitagmittag hoben die ersten Maschinen wieder ab. Es fielen aber viele Flüge aus und es gab Verspätungen.
12:03 Uhr: Nur noch eine Regionalbahn-Linie mit Einschränkungen
Der Regionalbahnverkehr in Berlin und Brandenburg hat sich nach den Behinderungen wegen des Winterwetters wieder weitgehend normalisiert.
Einschränkungen gibt es nach Angaben der Bahn nur noch beim RE7. Die Züge werden zwischen Berlin-Wannsee und Ostkreuz umgeleitet, deshalb entfallen die Halte zwischen Charlottenburg und Ostbahnhof.
Zuvor war es auf einigen Regionalexpress-Linien zu Ausfällen und Verspätungen gekommen - unter anderem, weil Oberleitungen vereist waren. Laut der Bahn sollen die Züge am Montag wieder wie üblich fahren.
9:25 Uhr: "Brieger Gänse" auf der Oder - weiterhin kein Schiffsverkehr
Auch wenn es langsam taut: Auf der Oder - etwa bei Frankfurt - staut sich teilweise das sonst noch immer leicht mit dem Fluss driftende Eis. Dabei zeigt die Oberfläche nicht etwa eine ebene Eisdecke, sondern sie setzt sich zusammen aus tausenden kleinen runden Eisschollen, den sogenannten "Brieger Gänsen" ("Brieger" - nach dem deutschen Namen der polnischen Stadt Brzeg und "Gänse" - wegen des Geräuschs beim Aneinanderreiben der Schollen, das lautem Schnattern von Gänsen ähnelt).
Das Phänomen entsteht, weil das Eis als Grundeis gebildet wird und dann aufsteigt. Vor allem durch die Strömung bewegt es sich, stößt mit anderen Schollen zusammen, dreht sich und erhält dabei seine runde Form. Genau wegen dieser Fast-Blockade durch das Eis ruht im Moment der Schiffsverkehr auf der Oder - wie auf vielen Wasserstraßen im Nordosten und Norden Deutschlands [elwis.de].
8:17 Uhr: Sprühregen und Schnee sorgen weiter für glatte Straßen in der Region
In Teilen von Berlin und Brandenburg herrschen vereinzelt weiterhin Glätte und Nebel. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) ist am Sonntagmorgen mit geringem Schneefall und Sprühregen zu rechnen. In der Niederlausitz werden bis zu drei Zentimeter Neuschnee erwartet. Die Temperaturen liegen zwischen null und zwei Grad.
Samstag, 7. Februar
17:55 Uhr: Flugbetrieb am BER stabilisiert sich weiter
Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER hat sich weiter stabilisiert. Am Nachmittag waren auf der Internetseite des Airports keine Flugausfälle mehr zu sehen. Allerdings hatten einige Flüge noch bis zu zwei Stunden Verspätung.
Nach einer 16-stündigen Unterbrechung wegen Eisregens und Glätte hatte der BER den Flugbetrieb Freitagmittag wieder aufgenommen. Weil während der Zwangspause keine Flugzeuge landen konnten, mussten aber wegen fehlender Maschinen auch Samstagmorgen noch einige Verbindungen gestrichen werden.
17:40 Uhr: "So richtig vorbei ist der Winter in Berlin und Brandenburg noch nicht"
Kommt jetzt das Tauwetter? Laut Roland Vögtlin, Meteorologe des ARD-Wetterkompetenzzentrums, müssen Menschen in Berlin und Brandenburg noch etwas Geduld zeigen: "Den starken Frost haben wir hinter uns, aber so richtig vorbei ist der Winter noch nicht."
Es bleibt wohl am Wochenende sowie in der kommenden Woche eher frostig und die Temperaturen verharren im einstelligen Bereich. Und: Es gilt weiterhin eine Warnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vor markanter Glätte durch gefrierenden Regen.
Hingegen darf sich der Südwesten Deutschlands schon über frühlingshafte Temperaturen und Sonne freuen – so zeigte das Thermometer in Freiburg im Breisgau am Samstag 13 Grad und Sonne.
12:31 Uhr: Stahnsdorfer Friedhof vorerst geschlossen
Wegen Glatteis und Dauerfrost hat der Südwestkirchhof Stahnsdorf (Potsdam-Mittelmark) vorübergehend geschlossen. Es bestehe "Gefahr für Leib und Leben", sagte Friedhofsleiter Olaf Ihlefeldt. Die Maßnahme diene dem Schutz von Besuchern und Mitarbeitern gleichermaßen. Das gesamte Wegenetz des 206 Hektar großen Waldfriedhofs sei vollständig vereist.
Der Friedhof ist bekannt, weil dort Prominente wie Schauspieler Manfred Krug, Moderator Dieter Thomas Heck oder Politiker Otto Graf Lambsdorff begraben liegen. Auch die Netflix-Serie "Dark" machte den Friedhof mit seiner Holzkapelle im Norwegen-Stil populär.
Wann der Friedhof wieder geöffnet werden soll, ist noch unklar. Ziel sei es, den regulären Bestattungsbetrieb am Montag wieder aufnehmen zu können.
11:33 Uhr Stiftungs-Parks bleiben voraussichtlich bis Montag geschlossen
Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten rechnet damit, dass am Montag ihre Parks wieder öffnen können. Ein Sprecher sagte am Morgen, dass die Sicherheit der Besucherinnen und Besucher noch nicht gewährleistet werden könne. Es sei noch alles vereist, trotz des Tauwetters. Deshalb habe man sich dazu entschieden, die Parks weiter geschlossen zu halten.
Die Parks und Gärten sind seit Donnerstag wegen Schnee und Eis geschlossen. Vor zwei Tagen hatte es eine Warnung vor Eisregen durch den Deutschen Wetterdienst gegeben.
11:30 Uhr Behindertenverband: Teils "katastrophale" Glätte in Potsdam
Der Allgemeine Behindertenverband Land Brandenburg klagt wegen der anhaltenden Glätte über besondere Herausforderungen in der Landeshauptstadt Potsdam. "Besonders schlimme und problematische Stellen sind Kopfsteinpflasterwege", sagte ein Sprecher des Verbandes. Diese seien ganz besonders glatt und rutschig. "Speziell in Potsdam, wo viele Orte aufgrund Vorgaben der Denkmalbehörde mit Pflastersteinen bestückt sind, sind die Verhältnisse im Winter bei Schnee und Glätte katastrophal."
Für Menschen im Rollstuhl seien die nicht geräumten Gehwege beziehungsweise die überfrierende Nässe und die Glätte das Schlimmste. "Noch schlimmer sind Menschen betroffen, die zwar nicht im Rollstuhl sitzen, aber mit dem Rollator oder mit Krücken unterwegs sind", führte der Sprecher aus. Sie könnten sich nicht wirklich sichern und seien einer glatten Stelle schutzlos ausgeliefert.
10:03 Uhr: Polizei meldet mehrere Eisrettungen in Brandenburg seit Jahresbeginn
Die Brandenburger Feuerwehren sind in den vergangenen Wochen zu einigen Rettungen auf dem Eis ausgerückt. In den Landkreisen Teltow-Fläming und Potsdam-Mittelmark retteten die Einsatzkräfte mehrere Menschen vom Eis, weil diese auf dem Eis gestürzt waren. Das berichtete die Feuerwehr auf DPA-Anfrage.
In Brandenburg an der Havel wurde die Feuerwehr gerufen, weil drei Kinder auf einer Wasserfläche gesichtet wurden. Die Eisfläche war zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausreichend durchgefroren. Als die Feuerwehr eintraf, hatte die Polizei die Kinder bereits von der Eisfläche geholt.
Die Wasserschutzpolizei empfiehlt unter anderem, niemals alleine aufs Eis zu gehen und fließende Gewässer zu vermeiden. Außerdem sollten die Eisflächen unter Brücken gemieden werden.
09:10 Uhr: BER spricht von "stabilem Betrieb"
Der Flugbetrieb am Hauptstadtflughafen BER ist nach Unternehmensangaben stabil. Er sei am Morgen regulär angelaufen, teilte eine Sprecherin des Unternehmens mit. Auf der Internetseite waren am frühen Morgen aber noch Verspätungen und Flugausfälle zu sehen.
Der BER bestätigte die Flugstreichungen und erklärte, dies liege daran, dass die dafür nötigen Flugzeuge am Freitagabend aufgrund des Wetters nicht "reingekommen" seien. Im Laufe des Sonnabends werde sich dies dann jedoch noch ändern. Man gehe davon aus, dass die allerallermeisten Passagiere informiert seien.
08:20 Uhr: Weiter Glätte und Rutschgefahr - vor allem auf Gehwegen
Glatteis führt weiterhin in Berlin und Brandenburg zu Problemen in der Region. Durch gefrierenden Regen besteht nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch am Samstag erhöhte Glättegefahr. Das gilt besonders auf den Gehwegen, etwa durch gefrierenden Regen. Besonders betroffen sind der Nordosten und Südosten Brandenburgs sowie Berlin.
08:00 Uhr: Weiterhin Verspätungen und Ausfälle am Flughafen BER
Am Hauptstadtflughafen BER kommt nach der wetterbedingten Unterbrechungen vom Donnerstag und Freitag auch noch am Samstagmorgen zu Verspätungen und Flugausfällen. Das geht aus Angaben auf der Internetseite des Flughafens hervor. Aufgrund von Blitzeis war der Flugbetrieb in Schönefeld ab Donnerstagabend eingestellt. Erst Freitagmittag hoben die ersten Maschinen wieder ab. Schon am Freitag betonte eine Flughafensprecherin, dass es voraussichtlich noch dauern werde, bis sich der Flugverkehr in Berlin wieder normalisiere: "Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt nach wie vor zu Flugstreichungen und erheblichen Verspätungen", so die Sprecherin.
Freitag, 06. Februar
20:45 Uhr: Drei Viertel der Starts und Landungen am BER gestrichen
Am Flughafen BER in Schönefeld sind bis zum Abend etwa drei Viertel der für Freitag geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen worden. Wie eine Sprecherin sagte, könne sich die Zahl noch erhöhen.
An den Check-in-Schaltern kam es dann am Freitag zu langen Wartezeiten. Gegenüber dem rbb klagten Fluggäste über das Krisenmanagement von Fluggesellschaften und Flughafen. Passagiere hätten teilweise lange in Flugzeugen ausharren müssen - ohne genauere Informationen über mögliche Wartezeiten oder Weiterflüge.
18:00 Uhr: Weiterhin massive Verspätungen und Flugausfälle am BER
Am Flughafen BER kommt es auch Stunden nach Wiederaufnahme des Flugbetriebs weiterhin zu massiven Verspätungen und Flugstreichungen. Das teilte der Flughafen auf seiner Internetseite mit. Der Flugbetrieb laufe nur schleppend und eingeschränkt, teilte eine Sprecherin mit. "Passagiere brauchen weiterhin viel Geduld. Es kommt immer noch zu Flugstreichungen und massiven Verspätungen."
Aufgrund der Witterung dauerten die Enteisungen der Flugzeuge deutlich länger als sonst üblich, erklärte sie. Dadurch könnten weniger Flugzeuge starten als an einem regulären Tag. Bis zum späten Nachmittag haben nach ihren Angaben die Airlines rund die Hälfte der für heute geplanten rund 500 Starts und Landungen gestrichen. Die Zahl könne sich noch erhöhen.
Der Betrieb am BER war am Mittag wieder angelaufen. Aufgrund von Blitzeis und anhaltendem Eisregen waren seit Donnerstagabend alle Starts und Landungen gestrichen worden.
15:56 Uhr: U-Bahnlinie U2 fährt in Pankow wieder durch
Nach einer zeitweisen Unterbrechung fährt die Berliner U-Bahnlinie U2 offenbar wieder durch. Die BVG hat die Störungsmeldung von ihrer Internetseite genommen. Dort hatte es am Nachmittag geheißen, dass die U2 wegen "Witterungseinflüssen" zwischen Pankow und Eberswalder Straße bis zum Abend nicht mehr fährt.
Schon am Donnerstag waren die Linien U2 und U3 wegen Schnee und Eis unterbrochen.
15:15 Uhr: Barnim und Oder-Spree beschließen Fütterung von Wildtieren - Agrarministerium ruft keine "Notzeit" aus
Trotz des anhaltend frostigen Wetters wird bei Wildtieren in Brandenburg nicht landesweit zugefüttert. Wie das Land- und Umweltministerium auf Nachfrage mitteilte, werde es keine landesweite "Notzeit" geben. "Notzeit" für Wildtiere bedeutet demnach eine passende Zufütterung durch den Menschen, besipielsweise Getreide oder Heu.
Mitglieder von Forst- und Jagdverbänden hatten berichtet, dass vermehrt Wildtiere in schlechtem Ernährungszustand an Straßenrändern zu beobachten seien. Die Landkreise Oder-Spree sowie Barnim haben daher eine "Notzeit" in Landkreisverantwortung beschlossen.
Der Landkreis Oder-Spree bittet auch, Wildtiere nicht aufzuscheuchen. Spaziergängen sollten auf Wegen bleiben und Hunde anleinen. Jede Störung zwinge die Tiere zu energiezehrenden Bewegungen.
15:05 Uhr: Nabu: Streusalz kein "Wundermittel"
Der Naturschutzbund (Nabu) Berlin hat sein Vorgehen gegen den privaten Einsatz von Streusalz verteidigt. Senat und Bezirke müssten ihre Verantwortung für die Räumung von Straßen, Rad- und Gehwegen besser wahrzunehmen, statt zu suggerieren, Streusalz sei die einzige Lösung des Problems.
"Viele Menschen halten Streusalz offenbar für eine Art Wundermittel, das die Glätte im Handumdrehen beseitigen würde. Aber so ist es nicht", sagte Nabu-Vorsitzender Rainer Altenkamp laut einer Mitteilung. Wer den Gehweg vor seinem Haus nicht räume, werde es auch mit Streusalz nicht tun. Abstumpfende Mittel wie Sand und Split seien außerdem wesentlich umweltverträglicher und wirkten auch bei sehr tiefen Temperaturen und über längere Zeit.
Die Senatsumweltverwaltung hatte angesichts der anhaltenden Glätte das Streusalzverbot vorübergehend ausgesetzt. Dagegen hatte der Nabu geklagt und vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen.
14:45 Uhr: Mehrere Regionalzug-Linien stark eingeschränkt
Mehrere Regionalbahnlinien in Berlin und Brandenburg sind aufgrund der anhaltenden Winterwitterung aktuell eingeschränkt. Besonders stark betroffen ist laut der Deutschen Bahn, der RE5 beziehungsweise RE51 zwischen Rostock/Stralsund und Berlin. Hier würden zahlreiche Züge ausfallen oder verspätet fahren. Als Alternative könnten die Züge des RE3 genutzt werden, die jedoch ebenfalls von Verspätungen betroffen sein. Der Zugverkehr auf der Linie RE7 von Dessau über Berlin nach Senftenberg ist derzeit ganz eingestellt.
14:00 Uhr: Betrieb am BER wieder angelaufen - aber noch kein Normalbetrieb
Am Flughafen BER ist der Betrieb nach rund 16-stündiger Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Am Mittag sind die ersten Maschinen wieder gestartet und gelandet. Donnerstagabend war der Betrieb am BER wegen Eisregens komplett eingestellt worden.
Auch am Morgen sei das Vorfeld spiegelglatt gewesen, sagte Flughafen-Sprecherin Sabine Deckwerth. Wieviele Flüge heute stattfinden können, lasse sich nicht sagen. Es dauere mehr als doppelt so lange wie üblich, die Maschinen zu enteisen, so Deckwerth.
Nach ihren Angaben sind Donnerstag etwa drei Viertel aller Flüge ausgefallen.
13:50 Uhr: Hohe Feinstaubbelastung in Ostbrandenburg
Die Feinstaubbelastung in Ostbrandenburg ist aktuell besonders hoch. Das liege an der Wetterlage mit dichten Wolken und hartem Ostwind, sagte Lutz Schäfer, Experte für Luftqualität im Landesumweltamt, dem rbb. "Also es ist ein Mix aus Industrie, aus Hausbrand, auch aus Verkehr, der dann letztendlich hier bei uns wirksam wird." Aktuell beheizen viele Brandenburger derzeit zusätzlich klassische Öfen und Kamine mit Holz. Für gesunde Menschen ist die derzeitige Belastung nicht gefährlich, so das Landesumweltamt. Ein Wind- und Wetterwechsel könnte die Feinstaubwerte schnell wieder in den Normalbereich bringen.
12:43 Uhr: Plusgrade tagsüber, Glätte kehrt nachts zurück
Der Deutsche Wetterdienst hat für Berlin und Brandenburg tagsüber Temperaturen von zum Teil über null Grad vorhergesagt. Auch für Samstag sind am Tag Werte zwischen 1 und 4 Grad zu erwarten. Gleichzeitig gilt allerdings weiterhin Glättegefahr, insbesondere bei am Boden gefrierendem Sprühregen.
Auch wenn das Thermometer zwischenzeitlich keine Minusgrade anzeigt, ist bei der Glatteisgefahr nicht mit einem schnellen Ende zu rechnen: Der Deutsche Wetterdienst rechnet in der Region schon für die Nacht zum Samstag mit leichtem Frost und der Gefahr von gefrierendem Sprühregen. Samstagabend sind gebietsweise leichter Schneefall oder Schneegriesel zu erwarten und in der Nacht zu Sonntag erneut Minusgrade mit Glättegefahr.
12:41 Uhr: BSR rät, Tauwetter zum Enteisen der Gehwege zu nutzen
Die Berliner Stadtreinigung (BSR) empfiehlt, Gehwege von Eis zu befreien, wenn die Temperaturen zwischendurch über dem Gefrierpunkt liegen. "Das ist der beste Zeitpunkt dafür. Jetzt kann man es weich abschippen oder abfegen - an vielen Stellen zumindest", sagte BSR-Sprecherin Frauke Bank der Deutschen Presse-Agentur.
"An manchen Stellen ist das Eis natürlich immer noch sehr dick." Bank rät, die Chance zu nutzen, das Eis bei etwas höheren Temperaturen mit deutlich weniger Kraftaufwand zu beseitigen. Bei Dauerfrost müsse es mit der Schaufel- oder Spatenkante erst aufgebrochen werden oder mit einer speziellen Eisscharre.
12:32 Uhr: Auch Spandau schließt Friedhöfe
Spandau schließt seine Friedhöfe aufgrund der Glätte vorläufig bis Montag für Besucher, so das Bezirksamt. Betroffen sind die Anlagen "In den Kisseln, "Staaken" und "Landschaftsfriedhof Gatow". Beisetzungen finden jedoch statt.
Zuvor hatten bereits Treptow-Köpenick sowie der evangelische Friedhofsverband Berlin Stadtmitte angekündigt, die Friedhöfe über das Wochenende zu schließen.
12:22 Uhr: Viele Unfälle auf der A10 und A2
Zwischen Donnerstagnachmittag und Freitagnacht hat die Polizei einige Unfälle verzeichnet. Demnach sei es zu mindestens 28 witterungsbedingten Verkehrsunfällen gekommen, bei denen 19 Personen verletzt wurden. Fünf der Verletzten mussten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser gebracht werden. Wegen Bergungs- und Enteisungsmaßnahmen war die Autobahn in beide Fahrtrichtungen für rund sechs Stunden voll gesperrt.
Auf der A2 zwischen Wollin und Ziesar (beide Potsdam-Mittelmark) kam es laut Polizei in Fahrtrichtung Berlin zu insgesamt zehn Verkehrsunfällen, bei denen jedoch keine Person verletzt wurde.
12:17 Uhr: U-Bahnen fahren wieder
Seit dem Freitagmittag sind alle Abschnitte des U-Bahnnetzes wieder in Betrieb, teilt die BVG mit. Vereinzelt könne es vorübergehend noch zu Unregelmäßigkeiten kommen. Zuvor gab es witterungsbedingte Störungen auf der U2 und der U3.
11:39 Uhr: Weitere Friedhöfe schließen
Neben den 46 Friedhöfen des evangelischen Friedhofsverband Berlin Stadtmitte haben nun auch die landeseigenen Treptow-Köpenicker Friedhöfe geschlossen, teilte der Bezirk mit. Es werde angestrebt, die Friedhöfe am Montag wieder zu öffnen, sofern die Wetterlage dies erlaube.
10:54 Wasserschaden am Bahnhof Zoologischer Garten
Am Bahnhof Zoologischer Garten tropfte am Freitagmorgen Wasser von der Decke. Unterhalb der Gleise 1 und 2 drang Wasser in die Bahnhofsvorhalle ein. Grund ist laut einem Sprecher ein Rohrbruch an einer Trinkwasserleitung. Mitarbeiter sind bereits mit der Reparatur beschäftigt. Ob das aktuelle Wetter die Ursache ist, konnte der Sprecher nicht sagen. Der Verkehr ist davon nicht beeinträchtigt.
10:42 Uhr: Alle Kräfte der Berliner Stadtreinigung im Einsatz
Seit den Nachtstunden läuft die BSR eigenen Angaben zufolge "mit allen Kräften unter Volllast." Seit dem frühen Vormittag werden auch die Nebenstraßen beräumt. Handreiniger der BSR sowie die Kehrfahrzeuge seien derzeit damit beschäftigt, Wege und Haltestellen zu bearbeiten.
Unterstützt werden die BSR-Mitarbeitenden von Kollegen der Berliner Forsten, die sich Gehwege auf Brücken vornehmen, so die Senatsverwaltung für Mobilität. Auch die Berliner Wasserbetriebe sind dabei, die Bezirke Lichtenberg und Reinickendorf bei der Bewältigung der Glätte-Folgen zu unterstützen.
10:18 Uhr: Treppensturz im Havelland
Am Bahnhof in Buschow ist in der Nacht ein Mann auf eisglatter Treppe ausgerutscht. Das hat die zuständige Feuerwehr-Leitstelle dem rbb bestätigt. Der 27-Jährige wollte demnach gegen Mitternacht am Bahnhof den Bahnsteig wechseln. Dafür nutzte er die völlig vereiste Stahltreppe. Er rutschte aus und stürzte die Stufen hinunter. Der verletzte Mann wurde in eine Klinik gebracht.
10:12 Uhr: Mehrere Glätte-Unfälle auf A10 bei Birkenwerder - Autobahn gesperrt
Wegen mehrerer Glätte-Unfälle ist die A10 zwischen Mühlenbeck und Birkenwerder (Oberhavel) in Fahrtrichtung Hamburg am Morgen gesperrt worden. Zwei Menschen wurden auf dem Abschnitt des nördlichen Berliner Rings schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Autofahrer werden gebeten, vorsichtig zu fahren.
Bei einem Unfall gegen 6.30 Uhr prallte ein Transporter in die Leitplanke, wie die Polizei mitteilte. Kurz darauf landete ein Pkw auf dem Dach. Zwei Menschen kamen schwer verletzt in ein Krankenhaus. Außerdem ereignete sich ein Auffahrunfall im gleichen Abschnitt. Aufgrund umfangreicher Bergungsmaßnahmen sei die A10 in dem Bereich gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Polizei.
Die Polizeidirektion Nord, die für die Landkreise Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin und Prignitz zuständig ist, meldete rund 30 Unfälle auf Autobahnen innerhalb von 24 Stunden.
Außerdem starb eine 82-Jährige aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin. Sie kam am Donnerstag mit ihrem Wagen auf der Bundesstraße 5 zwischen Bückwitz und Kampehl bei Neustadt/Dosse in den Gegenverkehr und prallte mit einem Auto zusammen. Nach Angaben der Polizei dürfte Glätte auch hier eine Rolle gespielt haben.
10:01 Uhr: Unwetterwarnung aufgehoben
Der Deutsche Wetterdienst hat seine Unwetterwarnung aufgehoben. Heute Morgen warnte er für Berlin und Teile Brandenburgs vor plötzlich gefrierendem Regen. Glatt ist es auf den Straßen und Gehwegen aber weiterhin.
08:56 Uhr: Zwei Tote nach Autounfall
In Klettwitz (Oberspreewald-Lausitz) sind heute bei einem Unfall zwei Personen gestorben. Das sagte die Polizeidirektion Süd dem rbb. Die drei anderen Menschen wurden in ein Krankenhaus gebracht, sie seien aber außer Lebensgefahr. Das Fahrzeug war demnach am Morgen von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Es sei davon auszugehen, dass es sich um einen witterungsbedingten Unfall aufgrund der Glätte handelt, heißt es.
08:17 Uhr: Busse in Ostprignitz-Ruppin fahren wieder
Der Busverkehr in Ostprignitz-Ruppin rollt langsam wieder an. Das sagte der Geschäftsführer der Busgesellschaft ORP dem rbb. Zunächst würden die Busse auf den Hauptstrecken wieder fahren, Probleme gebe es wegen der schlechten Straßenverhältnisse weiterhin auf Nebenstrecken rund um Neustadt/Dosse und Kleinzerlang bei Rheinsberg. Prignitzbus will gegen 9 Uhr entscheiden, ob wieder gefahren wird.
08:03 Uhr: Vielzahl an Berliner Friedhöfen geschlossen
46 Friedhöfe des evangelischen Friedhofsverbands Berlin Stadtmitte bleiben heute geschlossen, teilte der Verband mit. Beisetzungen finden allerdings statt. "Es ist nicht möglich die Friedhöfe verkehrssicher zu halten und die Flächen in diesem Umfang ausreichend mit Streugut zu versehen", heißt es.
07:45 Uhr: Wetter bleibt ungemütlich, allenfalls langsame Entspannung in Sicht
Auch zum Ende der Woche lässt das ungemütliche Winterwetter Berlin und Brandenburg nicht los. Bis zum Start in die neue Woche bleibt das Wetter vor allem nass und kalt.
Bei leichten Plusgraden bis zu vier Grad gibt es am Samstag und Sonntag einen Wechsel aus Schneegeriesel, Schneeregen und Sprühregen. Vor allem am Morgen sowie in der Nacht kann dieser laut DWD überfrieren und zu Glätte führen.
Dennoch soll sich die Lage langsam entspannen, wie es hieß. In der neuen Woche wird es wieder kälter, dafür aber auch trockener.
07.35 Uhr: Einschränkungen im Regionalverkehr
Auf der Linie RE7 zwischen Senftenberg und Berlin-Gesundbrunnen komme es witterungsbedingt derzeit zu Zugausfällen und Verspätungen, meldet die Verkehrsinformationszentrale Berlin.
07:09 Uhr: Neue Unwetterwarnung für Berlin und Teile Brandenburgs
Wegen Glatteises hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Berlin und Teile Brandenburgs für den Morgen eine Unwetterwarnung herausgegeben. Es bestehe Gefahr für Leib und Leben durch plötzlich gefrierenden Regen, hieß es auf der Warn-App Katwarn.
In Brandenburg waren der Berliner Speckgürtel und weite Teile des Nordens betroffen. Bereits am Donnerstag hatte es eine solche Unwetterwarnung gegeben. Die Warnung gilt zunächst bis 9.00 Uhr.
06:49 Uhr: Auch am Freitag vorerst kein Betrieb am BER
Am Flughafen BER sind weiterhin keine Starts und Landungen möglich. Es sei unklar, wann der Betrieb wieder starten könne, sagte eine Flughafensprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Der Betrieb ist seit gestern Abend komplett eingestellt.
06:44 Uhr: Eingeschränkter ÖPNV in Berlin und mehreren Landkreisen
Wegen Glatteis ist der öffentliche Nahverkehr derzeit eingeschränkt. In Berlin fährt die U2 zwischen U Rosa-Luxemburg-Platz und S+U Pankow witterungsbedingt nur im 15-Minuten-Takt.
Die Busgesellschaften in den Kreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin haben ihren Betrieb mindestens bis zum Vormittag eingestellt. Auch in Dahme-Spreewald fahren bis acht Uhr keine Busse, wie der Landkreis auf seiner Internetseite mitteilte.
Frühere Liveticker-Meldungen zu Winter, Eis und Glätte finden Sie hier.
Hessen: Eintracht Frankfurt Frauen sind nach Sieg gegen Leverkusen "wieder voll da"

Lange mussten die Eintracht Frankfurt Frauen auf das erste Heimspiel des Jahres warten. Gegen Leverkusen gab es einen harten Fight und drei glückliche Punkte, die bei den Hessinnen Lust auf mehr machen.
Rebecka Blomqvist strahlte am Samstag über das ganze Gesicht, als sie die vereinseigenen Fragen in der Mixed Zone beantworten durfte. "Es ist ein sehr schönes Gefühl, wieder hier zu sein", sagte die Schwedin, die mit ihrem Tor in der 56. Minute für den knappen 1:0-Sieg der Eintracht Frankfurt Frauen gegen Bayer Leverkusen gesorgt hatte.
Denn zuvor war das erste Heimspiel des Jahres immer wieder verschoben worden. Zweimal sollte gegen Hoffenheim gespielt werden, zweimal machte das Winterwetter einen Strich durch die Rechnung. Gegen Leverkusen durften die Frankfurterinnen endlich wieder vor den eigenen Fans ran. Die bekamen zwar kein fußballerisch schönes, aber dafür ein sehr umkämpftes Spiel zu sehen.
Lührßen: "Genau das haben wir gebraucht"
"Ich fand das ganze Spiel sehr intensiv. Viele gute Zweikämpfe, viele Umschaltmomente", bilanzierte Blomqvist. "Es hat Spaß gemacht." Trainer Niko Arnautis sah das in der Pressekonferenz ähnlich: "Es war sehr intensiv. Wir hatten einen offenen Schlagabtausch erwartet." Den gab es dann auch - mit dem besseren Ende für die Eintracht. Arnautis attestierte seinem Team eine "absolute Willensleistung", aber auch "das Quäntchen Glück". "Das Unentschieden wäre ein gerechtes Ergebnis gewesen", haderte sein Gegenüber Roberto Pätzold. Auch seine Leverkusenerinnen hatten gute Torchancen, nutzten diese allerdings nicht.
"Genau das haben wir gebraucht", sagte Nina Lührßen. "Ein Spiel mal 1:0 zu gewinnen." Denn beim Restrunden-Auftakt bei RB Leipzig hatte man sich noch zwei Tore einschenken lassen und einen sicher geglaubten Sieg noch aus der Hand gegeben. Unter den ersten Acht der Liga ist die Eintracht die Mannschaft mit den meisten Gegentoren. Doch gegen Bayer blieb die Weste von Keeperin Lina Altenburg weiß.
Blick geht Richtung Europa
Durch den Sieg der Eintracht gegen die direkte Konkurrenz wird der Kampf um Platz drei, der zur Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation berechtigt, so richtig spannend. "Wir sind wieder voll da", sagte Arnautis. Werder Bremen auf Platz drei und den SC Freiburg auf Platz sieben trennten vor den Spielen am Sonntag gerade mal zwei Punkte. Mittendrin: Die Eintracht auf Platz fünf. Diverse Nachholspiele stehen noch aus, wobei die bereits erwähnte Heimpartie der Frankfurterinnen gegen Hoffenheim, die Mitte März nachgeholt wird, ebenfalls richtungsweisend werden dürfte.
Allerdings geht der Blick nun erstmal weg von der Bundesliga und hin zur internationalen Aufgabe. "Wir freuen uns extrem, wieder Europa League spielen zu dürfen", kündigte Nina Lührßen an. Am Mittwoch (18.30 Uhr) kommt der FC Nordsjaelland zum Viertelfinal-Hinspiel nach Frankfurt. Eine Woche später geht es in Dänemark ums Weiterkommen, dazwischen wartet sonntags in der Bundesliga die Pflichtaufgabe beim Schlusslicht Jena.
Nordrhein-Westfalen: Stromausfall am Aachener Hauptbahnhof behoben

Der Aachener Hauptbahnhof hatte am Sonntagnachmittag keinen Strom. Mittlerweile ist die Stromversorgung vorerst wieder da.
Gegen viertel nach vier ist der Strom an den Gleisen rund um den Aachener Hauptbahnhof plötzlich ausgefallen. Züge sind in der Nähe des Aachener Hauptbahnhofs plötzlich stehen geblieben. Nach rund einer Stunde war das Problem für den Regional- und Fernverkehr wieder behoben.
Mittlerweile ist die Ursache der Störung gefunden: Bei einem Güterzug hatte sich die Ladungssicherung gelöst und war der Oberleitung zu Nahe gekommen. Dadurch wurde die Stromversorgung an der Bahnstrecke gestört.
Weiterhin Verspätungen möglich
Die Bahn schreibt online, dass es noch zu Verspätungen und Teilausfällen bei den Linien RE1, RE9 und RB20 kommen kann. Der Ersatzverkehr mit Bussen wird demnächst eingestellt, weil der Personenverkehr bei Aachen wieder stabil mit Strom versorgt wird.
Probleme gibt es allerdings noch mit dem Güterverkehr. Zwischen Aachen West und Stolberg kann es noch etwas dauern, bis auch der Güterverkehr wieder Strom bekommt und weiterfahren kann.
Unsere Quelle:
- WDR-Reporter vor Ort
- Deutsche Bahn
- zuginfo.nrw
Rheinland-Pfalz: Programm für Fernsehsitzung "Mainz bleibt Mainz" steht

Ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten wird es bei der diesjährigen Fastnachtssendung "Mainz bleibt Mainz" im ZDF geben. Außerdem kann sich das Publikum auf eine Premiere freuen.
Am 13. Februar gibt es eine Premiere im Kurfürstlichen Schloss bei der ersten politischen Rede: Zum ersten Mal in der Geschichte von "Mainz bleibt Mainz" ist nämlich eine Frau die Chefin des Protokolls. Christina Grom übernimmt das Amt von ihrem Vater Erhard Grom. Neben ihr sind wieder bekannte Größen der Mainzer Fastnacht dabei: Johannes Bersch als "Moguntia" und Florian Sitte, der als "Till" der Politik den Spiegel vorhält. Thomas Becker wirft als "Zeitgeist" einen Blick auf die schnelllebigen Entwicklungen des aktuellen Weltgeschehens.
Schmitt wieder Sitzungspräsident
Nach einer Pause aus gesundheitlichen Gründen im vergangenen Jahr wird Andreas Schmitt wieder als Sitzungspräsident durch das Programm führen und später wieder in seiner Paraderolle als "Obermessdiener vom Mainzer Dom" auftreten.
Neben der politisch-literarischen Fastnacht wird es natürlich auch Meenzer Kokolores geben. Jürgen Wiesmann alias "Ernst Lustig" feiert ein Jubiläum - seinen 25. Auftritt in der Fernsehsitzung. Zum letzten Mal wird das Publikum den als "Hobbes" bekannten Hansi Greb sehen. Er verabschiedet sich nach Jahrzehnten von der Bühne.
Frauen-Quartett auf der Bühne
Mit im Programm sind vier Frauen: Katharina Greule, die als Influencerin im Museum gemeinsam mit Laura Heinz, Teresa Betz und Marie Döngi ein bildstarkes Bühnenspektakel liefern werden. Markus Schönberg berichtet von seinen Erlebnissen auf dem Mainzer Marktfrühstück, die er am Klavier in seinem Lied "Wann ist des Frühstück wieder richtig" verarbeitet.
Für musikalische Stimmung sorgen bekannte Größen und ein Newcomer: Oliver Mager, DobbelBock und Shootingstar Marvin Hollederer wollen den Saal mit einem Medley rocken. Für Hollederer alias "Hollebutz" ist es seine TV-Premiere als Solist. Neue Musik gibt es auch von der Band Handkäs un sei Mussig.
Mit dabei sind wieder Thomas Neger und die HUMBAS mit der Hymne "Im Schatten des Doms", die Schnorreswackler und natürlich die Mainzer Hofsänger. Mit ihrem Potpourri aus der 100-jährigen Geschichte des wohl bekanntesten deutschen Fastnachts-Chores geht es dann ins große Finale, unterstützt vom MCV-Hofballett und den Mainzer Garden.
Saarland: Saarlouis Royals unterliegen Keltern im Spitzenspiel

Zweiter gegen Erster: Die Saarlouis Royals haben am Sonntag Keltern zum Topduell der 1. Basketball-Bundesliga empfangen. Vor heimischer Kulisse mussten sich die Saarländerinnen dem Spitzenreiter geschlagen geben.
Die Saarlouis Royals haben das Verfolgerduell gegen Keltern am Sonntag verloren. Die Saarländerinnen unterlagen dem Tabellenführer in der heimischen Stadtgartenhalle mit 65:76.
Das erste Viertel verlief noch ausgeglichen. Am Ende stand es 16:16. Im zweiten Viertel baute Keltern dann mit 24:14 eine Führung auf. Zur Pause stand es 30:40 aus Sicht der Royals.
Das dritte Viertel ging mit 19:15 an Keltern. Im letzten Viertel führten die Royals lange und entschieden es mit 20:17 für sich. Saarlouis konnte damit als Tabellenzweiter nicht zum Spitzenreiter aufschließen.
Sachsen: Jugend-Musik-Coaches sollen musikalisches Leben in Sachsen bereichern

Viele junge Menschen begeistern sich für Musik, manche sogar so sehr, dass sie andere Menschen mitreißen und anleiten möchten. Dreißig von ihnen bildet der Sächsische Musikrat derzeit aus – als sogenannte Jugend-Musik-Coaches für Schulen, Musikschulen und für Vereine. Am Wochenende war in Torgau Start dieser Workshopreihe – was dahinter steckt und wer mit macht.
- Mit der Ausbildung "Jugend-Musik-Coach" werden in Sachsen schulische und außerschulische musikalische Bildung auf besondere Weise unterstützt.
- Das Programm ist auch darauf ausgelegt, Amateursmusik zu stärken.
- Für den ersten Ausbildungsdurchgang sind bis Juni Veranstaltungen in ganz Sachsen geplant.
Jonathan kommt aus Lauterbach und ist 15 Jahre alt. Als einer von 30 Jugendlichen beginnt er nun die Ausbildung zum Jugend-Musik-Coach. "Weil ich später Kirchenmusik studieren möchte und das ein logischer Bildungsweg für mich ist, wo ich lerne, Chöre anzuleiten.“
Im selben Jahrgang startet auch Christoph. Er erklärt, er komme aus Dresden und spiele Jazz-Posaune. Sein Traum sei es, einmal eine Band zu leiten – seine eigene, oder eine Schulband. Wie das geht, lernt er im Rahmen der Ausbildung an der Kreismusikschule "Heinrich Schütz" in Torgau.
Breites Programm von Orchester bis Chor
In mehreren Kursen für Orchester, Band und Chor dürfen die angehenden Musikmentoren in verschiedene Bereiche hineinschnuppern. Sie sollen für sich das Richtige finden und dann intensiv lernen – und das alles quasi nebenbei, im Laufe der kommenden Monate an fünf Wochenenden.
Koordinatorin Katja Mangold erklärt, warum das Programm so besonders ist: Existierende Ressourcen seien gut verknüpft worden. Die Ausbildung sei ein Resultat der Zusammenarbeit von Musikschulen, Schulen, Hochschulen, Verbänden und der Kirchenmusik, "die ein Programm gemeinsam geschaffen haben, das den Jugendlichen den Weg zu musikalischer Bildung eröffnet und dazu führt, dass sie das weitergeben können."
Mehr als 50 Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren haben sich für die Ausbildung zum Jugend-Musik-Coach beworben, alle mit musikalischer Erfahrung. Etliche wollen später Musik studieren und überlegen bereits jetzt, welche berufliche Richtung sie damit einschlagen wollen.
Musikberufe und Ehrenamt fördern
Ein Ansatz des Programms, so Katja Mangold, sei deshalb, den Weg in die Musikberufe zu fördern und zu erleichtern. Zweitens wolle man Amateurmusik unterstützen. Die jugendlichen Teilnehmer kämen teils von weit entfernt, würden Morgens mehrere Stunden mit dem öffentlichen Nahverkehr anreisen, weiß Mangold. "Sie sollen das Wissen, was sie hier gewonnen haben, in ihren Kontexten – sei es das Blasorchester – einbringen und vor Ort die Amateurmusik bereichern.“
Im Workshop "Band" proben die jungen Musikerinnen und Musiker hochkonzentriert. Schließlich haben sie konkrete Ziele und Ideen, um auf dem gelernten Wissen aufzubauen. So formuliert es auch Paul, der sich auf Kirchenmusik spezialisieren will: "Ich finde es interessant, einspringen zu können, wenn der Kantor mal nicht kann – dass man sich noch ein bisschen mehr einbringt und die Fähigkeiten, die man hat beim Singen, eben auch an andere weitervermitteln kann."
Helena steht neben ihm. Sie ist 15, spielt Querflöte und Klavier und weiß: Später muss es etwas mit Musik sein in ihrem Beruf. Die Ausbildung zum Jugend-Musik-Coach ist für sie eine Chance, sich zu orientieren: "Ich versuche, immer wieder neue Erfahrungen mit Musik zu sammeln, auch neue Leute kennenzulernen, sich mit Musik zu beschäftigen.“
Veranstaltungen in ganz Sachsen geplant
Mit der sprichwörtlichen Kraft der Musik können die Jugend-Musik-Coaches auch etwas zum Zusammenhalt der Gesellschaft beitragen. Einer der Jugendlichen erklärt: "Egal in welcher emotionalen Lage, es gibt immer eine Möglichkeit, sich durch Musik berührt, mitgenommen und aufgehoben zu fühlen – sich vielleicht auch nicht einsam zu fühlen – und da hat Musik einen extrem hohen Stellenwert.“ Leipzig, Dresden, Colditz – etliche Orte, viele Begegnungen und einige Workshops stehen bis Juni auf ihrem Programm.
Thüringen: Kita-Schließung in Gera: Sechs Erzieherinnen werden entlassen

In Gera wurden in den vergangenen Jahren deutlich weniger Kinder in Bezug zur Einwohnerzahl geboren als früher. Bald wird ein Kindergarten geschlossen - auch mit Folgen für junge Erzieherinnen.
In Gera werden sechs Kindergärtnerinnen aufgrund der Schließungspläne für einen Kindergarten entlassen. Das bestätigte Geras DRK-Vorstand Michael Scholz MDR THÜRINGEN.
Hintergrund der Schließung der "Kinderwelt" Ende August ist neben der sinkenden Kinderzahl auch der Sanierungsstau. Der Kindergarten ist aktuell nur zur Hälfte ausgelastet. Weil damit die Kosten von etwa 60.000 Euro brutto je Erzieherstelle nicht gedeckt werden könnten, müssten andernfalls die Elternbeiträge um rund 50 Euro pro Monat steigen.
Scholz sagte, man habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber keine andere Einsatzmöglichkeit für die betreffenden Kolleginnen gefunden. Die Kündigung sei mit Blick auf die Schließung im Sommer langfristig ausgesprochen worden, damit sich die Erzieherinnen nach Alternativen umsehen könnten. Betroffen seien wegen der Sozialauswahl vor allem junge Mitarbeiterinnen.
Deutlicher Geburtenrückgang in Gera
Die "Kinderwelt" ist der erste Kindergarten in Gera, der aufgrund des demografischen Wandels geschlossen wird. Die Pläne waren im November bekannt geworden. In den vergangenen Jahren wurden in Gera deutlich weniger Kinder in Bezug zur Einwohnerzahl geboren als früher.
Nachdem man vor drei Jahren noch Erzieher gesucht habe, schlage dieser Geburtenrückgang nun voll durch. Das DRK plant, die Kinder der betroffenen Einrichtung mit ihren Bezugserzieherinnen in einem gut einen Kilometer entfernten DRK-Kindergarten unterzubringen.
Hamburg: Neue Streumittel: Hamburger Stadtreinigung startet Pilotversuche

Split, Sand oder ausnahmsweise Salz: In Privathaushalten wird meist nicht viel rumprobiert, welches Streumittel am besten wirkt und auch am umweltverträglichsten ist. Die Hamburger Stadtreinigung hingegen testet immer wieder neue Streumittel.
Derzeit laufen in Hamburg gleich zwei Pilotversuche auf Radwegen. Wirksamkeit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit sind dabei wichtige Kriterien, erklärt Johann Gerner-Beuerle von der Stadtreinigung.
Natriumformiat an Teststrecke Heidenkampsweg
"Das Natriumformiat, das wir jetzt testen, ist im Wesentlichen ein Stoff, der zum Beispiel auch in Ameisensäure enthalten ist. Entsprechend ist er aber auch ziemlich teuer in der Beschaffung", so Gerner-Beuerle. Dafür ist Natriumformiat ein Granulat, das man mit den normalen Streuwagen ausbringen könnte. Getestet wird es an der Teststrecke Heidenkampsweg.
Feuchtsalz auf Radwegen am Veritas- und Sandtorkai
Anders sieht es beim Pilotversuch Radwege am Veritas- und Sandtorkai aus. Dort wird flüssiges Feuchtsalz getestet. "Bei der Sole ist es im Prinzip umgekehrt, da wäre eine technische Umrüstung notwendig, um die auszubringen. Dafür können wir sie aber selbst herstellen, weil wir dafür eine Anlage haben", sagt Gerner-Beuerle.
Bis entschieden wird, welcher Stoff künftig Hamburgs Radwege schnee- und eisfrei machen soll, dauert es aber noch. Die Pilotversuche sind auf fünf Jahre ausgelegt.
Mecklenburg-Vorpommern: Fähre "Vitte" hat Verkehr nach Hiddensee wieder aufgenommen

Gute Nachrichten für die Menschen auf Hiddensee. Seit Sonnabend fährt die Fähre "Vitte" wieder zu der Insel. Auch Urlauber können wieder auf die Insel - mit Einschränkungen.
Knapp zwei Wochen war die Motorfähre "Vitte" wegen eines Eisschadens außer Betrieb. Nachdem sie am vergangenen Wochenende in Stralsund repariert worden war, gelang am Freitag auch die Überfahrt zurück in ihr Einsatzgebiet. Es ist das einzige Schiff, das im Winter Hiddensee mit Rügen verbindet. Seit Sonnabend pendelt die Fähre wieder zwischen Schaprode und Vitte. Allerdings könnten am Montag einige Abfahrten wegen Niedrigwassers ausfallen, wie die Reederei am Sonntag mitteilte.
Eisbrecher sichert Notversorgung
Einheimische hatten in den vergangenen Wochen Probleme, auf das Festland zu kommen. Einige mussten sogar Termine beim Arzt absagen. Dabei gab es bereits vor 15 Jahren Pläne für den Bau einer neuen Fähre. Aus Kostengründen wurde dies allerdings verworfen. Zuletzt hielt die Reederei Hiddensee mit ihrem Eisbrecher "Swanti" nur einen Notverkehr von und zur Insel Hiddensee aufrecht. "Wir haben aber als Reederei vorgesorgt und 2015 den Eisbrecher angeschafft", sagt Knut Schäfer, Chef der Reederei Hiddensee. Es sei selten, dass Reedereien im Binnenbereich einen Eisbrecher vorhalten, denn das produziere jedes Jahr Unterhaltskosten im sechsstelligen Bereich.
Bürgermeister fordert Investitionen von Land und Bund
Hiddensees Bürgermeister Thomas Gens (Allianz für Hiddenseer) forderte derweil strukturelle Investitionen in die Fährverbindung. Die Reederei dürfe nicht die ganze Last tragen, da sie die Beförderungskosten auf die Entgelte umlegen muss. "Land und Bund müssen auch in Verantwortung genommen werden."
Reisende sollten flexibel sein
Vorerst gilt wegen starker Vereisung weiterhin ein Notfahrplan. Demnach sind täglich drei Abfahrten jeweils von Schaprode auf Rügen und Vitte auf Hiddensee vorgesehen. Gegebenenfalls würde statt Schaprode auch Wittow Süd auf Rügen angelaufen. Die Passagiere müssten sich darauf einstellen, "dass sie auch bei der An- und Abreise flexibel reagieren müssen", sagte der Sprecher. Von Tagesausflügen rate man derzeit allerdings noch ab, sagte ein Sprecher der Reederei. Vorrang haben demnach "aktuell medizinische Notfälle, unsere Einheimischen sowie Übernachtungsgäste".
Zuletzt nur Notverkehr zur Insel
Der eisgängige Tonnenleger "Görmitz" brachte zuletztt Waren auf die Insel. Urlauber durften einige Tage nicht mit nach Hiddensee fahren. Die "Swanti" soll die ebenfalls eisgängige "Vitte" nun weiter beim Eisaufbruch unterstützen.
Niedersachsen: Karneval 2026 in Niedersachsen: Tausende Karnevalisten feiern in Damme

Am Sonntag hat der Sonntagsumzug des Dammer Carnevals begonnen - traditionell eine Woche vor den üblichen Terminen. Rund 200 Motivwagen und unzählige Fußgruppen waren in der Innenstadt unterwegs.
Mit dabei waren auch die aktuellen Majestäten wie Adjudant Dr. Jens Kampers und Prinz Dr. Bert der Erste. Monatelang wurden die verschiedenen Motivwagen mit Tausenden gedrehten Rosen aus bunten Folien-Streifen verziert. Das Motto ist in diesem Jahr: "Wo Narrentum noch Zukunft hat". Bis Dienstag, den 10. Februar, werden in Damme (Landkreis Vechta) Tausende Karnevalisten auf den Straßen erwartet.
Mehr als 30.000 Menschen bei Umzug 2025 dabei
Beim Sonntagsumzug im vergangenen Jahr waren mehr als 30.000 Menschen beteiligt. Traditionell finden an den weiteren Tagen der "Rosenmontagsumzug" statt - auch wenn das eine Woche vor Rosenmontag ist - und am Dienstag der sogenannte Gänsemarsch. Der Dammer Rosenmontagsumzug gilt als einer der größten im Norden und findet schon seit mehr als 130 Jahren immer eine Woche früher als im Rest der Republik statt.
"Carne-Wahl" 2025 in Damme: Zwischen Umzug und Wahlurne
Das Sicherheitskonzept in Damme sieht in diesem Jahr ähnlich aus wie bei anderen Groß-Events und Weihnachtsmärkten: Während der Umzüge ist die gesamte Innenstadt für Fahrzeuge gesperrt und gilt als Waffenverbotszone. Außerdem soll ein System aus Pollern verhindern, dass Autos in die Umzüge fahren.
Carneval und Wahl sorgen für besondere Herausforderung
Im vergangenen Jahr war der Dammer Carneval mit der vorgezogenen Bundestagswahl zusammengefallen und hatte für eine besondere Herausforderung gesorgt. Dabei gab es klare Vorgaben: Wahl und Carneval mussten unabhängig voneinander stattfinden. Deshalb hatte die Stadt ein Wahllokal verlegt, das unmittelbar an der Umzugsstrecke gelegen hätte. Außerdem galten weitere Regeln für alle Wahllokale: Dort durfte keine Musik laufen, der Konsum von Alkohol war verboten und Wahlhelferinnen und Wahlhelfer durften nicht im Kostüm erscheinen - für Wählerinnen und Wähler galt das aber nicht.
Warum feiert Damme früher Karneval?
Dass Damme überhaupt seinen Carneval eine Woche früher feiert als der Rest der Republik, hängt mit einem Ereignis aus dem Jahr 1892 zusammen: Damals hatte die Kirche ein Non-Stop-Gebet über die Fastnachtstage angesetzt. 40 Stunden sollte gebetet und nicht gefeiert werden. Doch die Dammer Carnevalsgesellschaft wollte nicht auf ihre "fünfte Jahreszeit" verzichten, feierte einfach eine Woche früher und betete danach. So ist es bis heute geblieben - zumindest was das Feiern angeht.
Schleswig-Holstein: Zugefrorene Ostsee: Mehrere Menschen im Eis eingebrochen

Das Eis auf der Ostsee in Scharbeutz hat in den vergangenen Tagen viele Schaulustige angelockt. Immer wieder waren Menschen auch auf der Eisfläche unterwegs - am Wochenende brachen einige von ihnen ein.
Angelockt vom Eis auf der Ostsee sind am Sonntag wieder zahlreiche Menschen in Scharbeutz im Kreis Ostholstein am Strand unterwegs gewesen. Erneut hat es einige von ihnen auf die Eisflächen gezogen - und das trotz des Tauwetters. Feuerwehr und Polizei warnen davor, das Eis zu betreten. Die Gefahr einzubrechen sei zu groß. Nach Angaben der Retter hat es am Sonntag aber keinen größeren Einsatz mehr in Scharbeutz gegeben.
Mehrere Einsätze am Wochenende
Gefährlich bleiben die Spaziergänge trotzdem: Erst am Sonnabend mussten die Einsatzkräfte mehrfach ausrücken, weil Menschen auf dem Eis spazieren waren und dabei einbrachen. Wie Feuerwehr und Polizei mitteilten, wurden die Kräfte am Vormittag fast stündlich zu Einsätzen nach Scharbeutz alarmiert. Verletzt wurde den Angaben zufolge niemand, die meisten Menschen schafften es selbst aus dem Eis heraus.
Mann bricht mit Hund im Eis ein
Der erste Einsatz sei am Sonnabend schon kurz vor zehn Uhr gewesen, berichtet die Freiwillige Feuerwehr Scharbeutz. Ein Mann und sein Hund waren auf dem Eis eingebrochen. Der Mann konnte sich selbst helfen, er bekam aber seinen Hund nicht sofort aus dem Wasser. Die Einsatzkräfte konnten das Tier retten. Auch am Freitagabend war laut Feuerwehr bereits eine Person eingebrochen und musste gerettet werden. Sie blieb unverletzt.
Warnung: Eis soll nicht betreten werden
Die Einsatzkräfte warnen eindringlich vor Spaziergängen auf den Eisflächen - das sei lebensgefährlich. Auch die Bürgermeisterin von Scharbeutz, Bettina Schäfer (parteilos), ruft dazu auf, das Eis nicht zu betreten. Die Lage sei unberechenbar. "Unberechenbar", betonte sie, es könne an einer Stelle fest wirken und wenige Meter weiter plötzlich hauchdünn sein. Dazu kämen Wind, Strömungen, Wellen und die wechselnden Temperaturen.
Außerdem sollten Eltern ihre Kinder über die Gefahren auf dem Eis aufklären, so Schäfer weiter. In den vergangenen Tagen wurden immer wieder auch Familien samt Kindern auf dem Eis der Scharbeutzer Ostsee beobachtet.
Auch andernorts in Norddeutschland warnen Einsatzkräfte und Behörden vor dem Betreten der Eisflächen, so zum Beispiel im Bereich der Ostseeküste vor Rügen.
Tauwetter: Eis fängt an zu schmelzen
Darüber hinaus herrscht laut Deutschem Wetterdienst (DWD) in Schleswig-Holstein aktuell Tauwetter. Die Temperaturen liegen nur knapp um die 0-Grad-Celsius-Marke. Bis Donnerstag sollen die Temperaturen von Südwesten her milder werden und auf 4 Grad Celsius steigen.

